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Schön aufbürsten: Den Simon-Judi-Markt will die Gemeinde heuer größer aufziehen.

Verbesserte Version

Holzkirchen: Simon-Judi-Markt 2.0

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Holzkirchen - Den Simon-Judi-Markt am 30. Oktober will die Gemeinde Holzkirchen heuer in einer verbesserten Version aufziehen. 16 Einzelhändler präsentieren sich beim verkaufsoffenen Sonntag mit Aktionen, auch Vereine machen mit. Die Münchner Straße wird im Ortskern gesperrt.

Vor 730 Jahren, im Urbarbuch von 1286 des Klosters Tegernsee wird Holzkirchen als Markt bezeichnet, ein Privileg. „Aufgrund unserer Historie haben wir daher einen besonderen Bezug zu Jahrmärkten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Rathauses. Seitdem gibt es auch gewisse Rechte und Pflichten. Dazu gehört, dass die Marktgemeinde fünf Jahrmärkte übers Jahr verteilt veranstalten muss. Das sind Schenklmarkt, Grasmarkt, Johannimarkt, Simon-Judi-Markt sowie der Weihnachtsmarkt. „Jetzt entstand die Idee, dass wir aus unseren Märkten mehr machen, sie aufwerten“, erklärt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Zuweilen seien diese sehr ramschig. „Da war ich oft enttäuscht.“

In Absprache mit Fieranten und Marktverbänden hat sich der Simon-Judi-Markt laut Rathaus als geeignet für so einen Versuchsballon herausgestellt, weil dieser zu den meistbesuchten im ganzen Jahr gehöre. Der nächste Termin findet am Sonntag, 30. Oktober, statt – dieses Mal in einer verbesserten Version. Das neue Konzept stellte Standortförderin Eva-Maria Schmitz jetzt in der Hauptausschuss-Sitzung vor.

Einen Schritt zurück: Laut Pressemitteilung blickt der Simon-Judi-Markt auf eine lange Tradition zurück, bereits im 17. Jahrhundert wird der Herbstmarkt erwähnt. Seinen Namen hat er von den Aposteln Simon und Juda. Seit jeher finde er jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober statt. „Damals versorgten sich die Käufer mit warmer Kleidung, mit festem Schuhwerk und mit allerlei Notwendigem und Nützlichem für die langen dunklen Wintermonate“, heißt es. Heutzutage gibt es dort unter anderem handwerkliche Gegenstände, Holzschnitzereien, Dekoration, kulinarische Spezialitäten.

Doch jetzt wird alles eine Nummer größer aufgezogen. Schmitz erklärte in der Sitzung, dass die Münchner Straße zwischen Oskar-von-Miller-Platz und Marktplatz heuer erstmalig gesperrt wird. Zusätzlich ist die Durchfahrt von Rathaus bis Herdergarten dicht. Traditionell finde parallel zum Markt der verkaufsoffene Sonntag statt. Die Besucher können dann – ungestört von Autos – von Geschäft zu Geschäft schlendern. 16 Einzelhändler präsentieren sich mit besonderen Aktionen. Zum Beispiel startet bei JP & Brighttex Mode um 14.30 Uhr eine Modenschau. Kinder können bei Lalelu Fashion for Kids herbstliche Dekorationen basteln oder sich beim Kinderschminken in der Parfümerie Wiedemann in Tiger, Prinzessin oder Graf Dracula verwandeln lassen. Es gibt einige Rabatte sowie ein vielfältiges kulinarisches Angebot – angefangen von Zwetschgenbavesen beim Café Franzetti bis zum Gegrillten im Oberbräu.

„Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr ist, dass sich auch die ortsansässigen Vereine mit zahlreichen Aktionen für Groß und Klein beteiligen“, schreibt die Gemeinde. Insgesamt machen sieben Vereine mit. Zum Beispiel können sich Kinder auf dem Geschicklichkeitsparcours des ESC Holzkirchen ausprobieren oder ihre musikalischen Fähigkeiten beim Trommel-Workshop des Vereins Hilfe für Straßenkinder in Mbour (Senegal) beweisen. Wer müde ist, kann sich von dem kostenlosen Rikscha-Shuttle, dem Isar-Loisach-Radltaxi, herumkutschieren lassen. Ein Highlight, das die Standortförderung Holzkirchen extra organisiert hat.

Mit Flyern und Postern will die Gemeinde Werbung für den neu aufgelegten Simon-Judi-Markt machen. Laut Löwis ist dieser im Grunde etwas angelehnt an Sommer- und Winterzauber. „Jetzt brauchen wir nur noch schönes Wetter“, meinte Schmitz.

Der Simon-Judi-Markt

findet am Sonntag, 30. Oktober, statt. Der Markt dauert von 8 bis 18 Uhr, der verkaufsoffene Sonntag von12 bis 17 Uhr.

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