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Ihr „Baby“ ist startklar: Niklas Schönstein (l.) und Markus Adler haben ihre Spenoki-App bis zur Marktreife entwickelt. Ihr Start-up beginnt im Mai mit einer ersten Voting-Phase. 

Jungunternehmer wagen ein Start-up 

So was gab es noch nie: Eine App, die Spenden verteilt

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Die einen sind bereit, Geld zu spenden. Die anderen freuen sich über jeden Euro für ein soziales Projekt. Wie finden sie zusammen? Spenoki kann die Lösung sein. Zwei Freunde haben in Holzkirchen ein pfiffiges Start-up gegründet. 

Holzkirchen – Geschäftsleute kennen das. Hartnäckig klingeln Vereine und Initiativen an und bitten um Spenden für ihr großartiges Projekt. Gibt man endlich nach, dauert es nicht lange – und der nächste Verein klopft an.

Andererseits opfern Ehrenamtliche viel Zeit, um eben diese Klinken zu putzen und Spenden einzutreiben. Hier wittern Markus Adler (20) und Niklas Schönstein (19) eine Marktlücke: „Wir haben eine digitale Plattform entwickelt, auf der Unternehmen, soziale Projekte und Bürger voneinander profitieren – und die es so noch nirgends gibt.“

Das Duo stammt aus Sachsenkam, man kennt sich seit der Schule. Adler zog inzwischen nach Holzkirchen. Die Idee mit der App entstand vor zwei Jahren während der gemeinsamen Ausbildung bei der Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing. Als Teil eines vierköpfigen Teams gewannen die Freunde mit ihrer Spenden-App einen Nachwuchs-Wettbewerb in Frankfurt.

Konrad Buckel, Vorsitzender der Raiffeisenbank, motivierte sie, die Idee auszubauen. Adler und Schönstein, der mittlerweile Ingenieur-Wissenschaften in München studiert, bissen an.

Die Spielerei hat sich zu einem veritablen Start-up gemausert. Spenoki steht für Spenden und Hoki, der Kurzform von Holzkirchen. Die App wurde verfeinert, eine GmbH gegründet. Und jetzt gilt’s. „Im Mai starten wir die Pilotphase“, sagt Adler. Ab Ostern wird die App via Google und Apple abrufbar sein.

So funktioniert’s: Das Spenoki-Team übernimmt das Klinkenputzen und bietet Firmen aus Holzkirchen und Otterfing an, für soziale Projekte zu spenden. Dafür gibt’s eine Spendenquittung. „Die können wir ausstellen, weil Spenoki als gemeinnützige GmbH eingetragen ist“, sagt Adler. Auf der anderen Seite melden sich Vereine oder Verbände, die ein Projekt gefördert haben wollen. Die App stellt sie vor.

Die Entscheidung, wer wie viel Geld aus dem Spenoki-Topf bekommt, liegt urdemokratisch bei der Community: Jedes Smartphone, auf das die App heruntergeladen wird, verfügt über eine Stimme. Die erste Abstimmung läuft von 6. Mai bis 6. Juni. Bisher liegen 5500 Euro im Topf; sie stammen von der Marktgemeinde und von der Raiffeisenbank, die auch als Mitgesellschafter der GmbH firmiert.

Auch wenn Spenoki keinen Gewinn machen darf und die Spenden zu 100 Prozent ausgeschüttet werden, ein Gehalt wollen sich die Geschäftsführer schon auszahlen. „Wir haben ja auch Arbeit damit“, sagt Adler. Die dafür nötigen Erlöse sollen Logo-Platzierungen der Spender auf der App bringen.

Als zweite Einnahmequelle dienen Spenoki-Hotspots. Geschäftsleute können ihren Laden gegen Entgelt zum Hotspot machen, was via GPS beim Voting sichtbar wird. Wer innerhalb eines Hotspots abstimmt, bekommt eine Zusatzstimme geschenkt. „Wünscht sich ein Kindergarten eine neue Schaukel, können Eltern oder Großeltern den Laden besuchen und so mehr Stimmen generieren“, erklärt Adler. „Das bringt Traffic und womöglich mehr Umsatz“, ergänzt Kollege Schönstein, „auch für den Einzelhandel könnte unser Spenoki interessant sein.“

Geht das Modell auf? Funktioniert diese Kombination aus gesellschaftlichem Engagement, digitalem Marketing und trendigem Voting? Nicht zuletzt soll die App Spaß machen, sagt Adler. „Jeder will doch sehen, was aus Projekten geworden ist.“ Bisher war alles theoretisch, jetzt geht’s raus in den Markt. Die Gründer können es kaum erwarten: „Wir sind gespannt, wie viel Impact wir auslösen.“

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