Traglufthalle in Holzkirchen am Hagebaumarkt mit Tennislehrer Peter Aigner.
+
Bald ist die Luft raus: Tennislehrer Peter Aigner muss die Traglufthalle am Hagebaumarkt nächstes Jahr abbauen. Jetzt sucht er einen neuen Standort, um weiter überdachtes Tennis in Holzkirchen anbieten zu können.

Tennisschule sucht schon neuen Standort

Schwerer Schlag für Tennisspieler: Die letzte Traglufthalle muss weichen

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
    schließen

Tennis ist wieder gefragt, die Nachfrage steigt. Das Comeback der einstigen Boom-Sportart bekommt in Holzkirchen allerdings einen schweren Ball serviert: Nächstes Jahr verschwinden die zwei letzten überdachten Plätze, die Traglufthalle am Hagebaumarkt muss weichen. Ein Befreiungsschlag tut Not – vielleicht am Moarhölzl?

Holzkirchen – Ende Mai 2021 wird der letzte Ball geschlagen. „Spätestens“, betont Peter Aigner. Der 37-jährige Holzkirchner betreibt mit Partner Jernej Karner die Traglufthalle am Hagebaumarkt. Zwei überdachte Plätze, dazu zwei Freiplätze bespielt die Tennisschule der beiden seit etwa dreieinhalb Jahren. „Wir wussten damals, dass das Projekt auf der Kippe steht“, räumt Aigner ein.

Jetzt ist endgültig Schluss. Der Pachtvertrag zwischen der Eigentümer-Familie und dem Gmunder Josef Niedermayer, der den Tennisstandort am Hagebaumarkt aufgebaut hat, das Areal aber vor sechs Jahren an „Untermieter“ weitergab und die Traglufthalle verkaufte, läuft bis 2021. „Wir wissen seit zwei Monaten, dass nicht verlängert wird“, sagt Aigner. Die Eigentümer-Familie will das Areal selber nutzen – nicht für sportliche Zwecke. Immerhin, eine Wintersaison kann die Tennisschule noch mitnehmen. Doch was dann?

Tennis ist eine Sportart, die trotz Corona gut möglich ist

Die beiden überdachten Plätze waren die letzten ihrer Art im Landkreis-Norden. „Wir sind sehr gut belegt“, sagt Aigner – und das, obwohl zuletzt nicht einmal Toiletten und Umkleiden zur Verfügung standen. Sogar eine relative hohe Pacht nahm man in Kauf, berichtet Aigner. Gewinne habe die Aigner-Karner GbR, die auch Indoor-Tennis in Gmund-Dürnbach und Schliersee-Neuhaus anbietet, mit der Holzkirchner Halle kaum gemacht. Aber der ehemalige Spitzenspieler registriert, „dass viele Leute gern spielen würden“. Nicht zuletzt die Erfolge deutscher Profis wie Alexander Zverev und Angelique Kerber läuteten eine Tennis-Renaissance ein. „Dazu kommt Corona“, sagt Aigner, „Tennis ist ein Sport, der trotz Pandemie problemlos möglich ist.“

Der Unternehmer schätzt, dass der Standort Holzkirchen ein Potenzial für drei Hallenplätze und fünf zusätzliche Freiplätze hat. Früher dachte man in anderen Dimensionen, so Aigner. „Als ich angefangen habe, gab es in Holzkirchen zehn Hallen- und 14 Freiplätze.“ Es bleiben, ab 2021, die sechs Freiplätze des TC Holzkirchen im Krankenhauspark – das war’s. Wenn Hallen fehlen, fällt die Winter-Saison, die doppelt so lang dauert wie die Freiluft-Saison, komplett flach. „Das wäre ein schwerer Schlag für den Tennissport“, sagt Aigner.

Der Tennislehrer will das verhindern. Schon vor einem Jahr gründete der Holzkirchner mit sieben Gleichgesinnten den „Förderverein für Tennissport im Oberland“. Ziel ist, dem Nachwuchs zwölf Monate im Jahr Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Die Aigner-Karner GbR sei bereit, das in Holzkirchen zu organisieren mit „einer Traglufthalle der neuesten Generation“. Jüngst hatte der Unternehmer einen Termin bei Bürgermeister Christoph Schmid und Sportreferent Jörg Wedekind – und dabei ging es um einen Standort, der Aigner vorschwebt.

Kann eine moderne Traglufthalle am Moarhölzl entstehen?

„Das Moarhölzl ist aus meiner Sicht keine Option“, sagt Schmid auf Nachfrage. Der Hinweis, dass dort im Süden Holzkirchens ja auch die große Traglufthalle für Asylbewerber stand, helfe nicht weiter. „Das war eine Notsituation, alle Behörden haben Augen zugedrückt.“ Versorgungsleitungen gibt es, aber keine geregelte Erschließung. Bei einer Zufahrt von der B 13 sei mit Bedenken der Straßenbehörde zu rechnen. Ob doch was gehen könnte, will Schmid demnächst erfragen.

Sportreferent Wedekind wies darauf hin, dass sich das Moarhölzl zumindest für Radler über die Thanner Straße und kleine Straßen erreichen lasse. „Auch ich sehe, dass es in Holzkirchen Bedarf gibt für mindestens zwei überdachte Tennisplätze.“ Gerade am Moarhölzl, wo die Gemeinde über Flächen verfügt und ein kleines Zentrum auch für andere Sportarten entstehen könnte, sei es aber wichtig, eine saubere Planung zu entwerfen. „Aus der Hüfte heraus Tennisplätze zu ermöglichen, dürfte schwer werden.“

Auch interessant

Kommentare