Bundesliga: Ist jetzt klar, wie die Saison weitergeht? Doch es gibt eine Bedingung

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Das Odel-Ende dämmert: Bis 28. November dürfen Landwirte im Landkreis noch Gülle auf ihr Grünland ausbringen – vorausgesetzt, es liegt, wie hier bei Bernloh, kein Schnee. Dann greift eine Sperrfrist bis Ende Februar.

Sie haben gegen ein Verbot verstoßen

Weil sie bei Schnee mit Gülle gedüngt haben: Zwei Landwirte angezeigt

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Der erste Schnee brachte gleich Ärger mit sich. Weil zwei Landwirte trotz Verbot Gülle ausgefahren haben, drohen ihnen nun Sanktionen.

Holzkirchen – In der Nacht auf Montag hat es im Landkreis geschneit. Nicht sonderlich viel, aber am Morgen bedeckte eine feine, weiße Schicht Gehwege, Wiesen und landwirtschaftliche Flächen. Und genau hier beginnt der Ärger. Wie Rolf Oehler, der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen, erzählt, haben zwei Landwirte aus Warngau und Miesbach am selben Tag Gülle auf ihr Grünland ausgefahren. Ein Verstoß gegen die neue Düngeverordnung.

„Bei schneebedecktem Boden ist, unabhängig von der Schneehöhe, eine Düngung generell verboten“, heißt es dort. Dazu zählt eben auch Gülle. Die beiden Bauern wurden laut Oehler angezeigt, ihnen drohen demnach ein Bußgeld von bis zu 300 Euro und eine Prämienkürzung von bis zu fünf Prozent. „Das tut weh, wird aber nur bei ganz schweren Verstößen verhängt“, räumt der AELF-Chef ein.

Bei ihm hatten sich die beiden Landwirte telefonisch beschwert, erzählt er. Es seien ja nur „drei Schneeflocken“ gewesen, die da auf dem Grün lagen. Doch Vorschrift ist Vorschrift, unabhängig davon, wie viel es schneit. „Es ist verboten“, betont Oehler. Dass diese Regelung aus pflanzenbaulicher Sicht sinnvoll wäre – der Schnee verdünne die Gülle, die so wiederum schneller in den Boden sickere – ist zweitrangig. Oehler: „Das interessiert den Gesetzgeber nicht.“

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Eigentlich müsste den Landwirten die Düngeverordnung, die im Juni 2017 in Kraft getreten ist, bekannt sein. 13 Infoveranstaltungen hat Oehler, gleichzeitig Bereichsleiter Landwirtschaft, im Einzugsgebiet des AELF nach eigenen Angaben dazu gehalten. Dass nun doch stinkendes Braun auf frostigem Weiß gelandet ist, ärgert ihn daher doppelt und dreifach.

„Als wir 2006 bis Ende März Schnee hatten, da war Druck da“, sagt Oehler. „Aber am Montag, da gab’s ja keinen Grund.“ Das Timing sei einfach denkbar schlecht. Kuhglocken-Streit, bundesweiter Glyphosat-Trubel und die neue Düngeverordnung: „Wir stehen in der Öffentlichkeit so stark unter Druck, da habe ich wirklich kein Verständnis, dass ich genau an diesem einen Tag, an dem es schneit, Gülle ausfahren muss“, schimpft Oehler.

Wer die beiden Landwirte angezeigt hat, weiß er nicht. Nun gehe jedoch das Fachzentrum für Agrarökologie mit Sitz in Pfaffenhofen der Anzeige nach und sanktioniere den Verstoß gegebenenfalls. Der Ärger hätte sich derweil durchaus vermeiden lassen. Gestern war der Schnee weitestgehend geschmolzen. Ergo: Gülle ausfahren erlaubt.

Dass die Bauern zu dieser Jahreszeit düngen, ist per se nichts Ungewöhnliches. Über den Winter nehmen die Wurzeln laut Oehler trotz der Kälte noch Nährstoffe auf. „Das macht sich bemerkbar“, sagt Oehler. Wer im Spätherbst odelt, kann sich demnach im Frühjahr über ein satteres Grün freuen.

Doch das Gedünge hat bald eh ein Ende, Schnee hin oder her. Ab dem 29. November greift eine Sperrfrist für Grünland und mehrjährige Anbauflächen für Feldfutter. Erst ab Ende Februar dürfen die Gülle-Fässer wieder entleert werden – soweit kein Schnee mehr liegt.

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