+++ Eilmeldung +++

Corona in Deutschland: So viele Fälle wie noch nie zuvor - RKI meldet massiven Anstieg der Neuinfektionen

Corona in Deutschland: So viele Fälle wie noch nie zuvor - RKI meldet massiven Anstieg der Neuinfektionen
Holzkirchen, Münchner Straße. Zwei benachbarte Arbeiterunterkünfte stehen unter Quarantäne.
+
Erweitertes Sperrgebiet: Mittlerweile stehen zwei Arbeiter-Unterkünfte in der Münchner Straße unter Quarantäne. Der Bauzaun markiert die Grenze und ermöglicht den Bewohnern, während der zwei Wochen an die frische Luft zu kommen.

Corona-Infektionen in Arbeiter-Quartieren

Um Infektionskette zu kappen: Landratsamt stellt zwei weitere Unterkünfte unter Quarantäne

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
    schließen

Um den aktuellen Corona-Ausbruch in Holzkirchen einzudämmen, stellte das Landratsamt weitere Gemeinschaftsunterkünfte unter Quarantäne. Seit Freitag müssen die neun Bewohner eines zweiten Gebäudes in der Münchner Straße sowie vier Bewohner eines Hauses im Ortszentrum zwei Wochen lang zuhause bleiben.

Holzkirchen – Von der Dimension eines Hotspots ist das aktuelle Corona-Ausbruchsgeschehen in Holzkirchen noch weit entfernt. Doch die Infektionsrate unter der Belegschaft eines hiesigen Metallbauunternehmens ist dem Gesundheitsamt des Landkreises zu groß, um weiter nur abzuwarten. Das Gesundheitsamt fürchtet insbesondere, dass das Coronavirus Sars-Cov-2 über diese Infektionskette in weitere Unternehmen einsickert.

Bereits am 15. August war eine Sammelunterkunft in der Münchner Straße 20 unter Quarantäne gestellt worden. Sechs der 19 Bewohner sind coronapositiv, fünf davon arbeiten in der Firma. Jetzt erklärte das Landratsamt zwei weitere Unterkünfte in Holzkirchen zur Sperrzone, in denen – unter anderem – positiv getestete Mitarbeiter der Holzkirchner Firma wohnen. Die Betroffenen stammen überwiegend aus Osteuropa und den Balkanstaaten.

Bauzaun ermöglicht Bewohnern, frische Luft zu schnappen

Am Freitagnachmittag wurden erneut Bauzaun-Elemente in der Münchner Straße angeliefert, um auch das benachbarte Gebäude der ersten Quarantäne-Unterkunft einzuhegen. Neun Bewohner wurden angetroffen. „Die häusliche Isolierung der positiven Fälle war aufgrund der beengten Wohnverhältnisse mit gemeinschaftlichen Küchen und Bädern unmöglich“, sagt Landkreis-Sprecherin Beate Faus. Also müssen alle Bewohner in den sauren Apfel beißen und zwei Wochen zuhause bleiben. Der Bauzaun soll den Bewohnern einen Aufenthalt an der frischen Luft ermöglichen.

Gaststätte kann ohne Einschränkung besucht werden

Wie die Sprecherin betont, gilt die Quarantäne ausdrücklich nicht für den Gasthof Oberland im Erdgeschoss des Gebäudes. „Es gibt keine Überschneidungen mit dem Wohnbereich, die Gaststätte kann ohne Einschränkungen besucht werden“, sagt Faus.

Ebenfalls am Freitag verhängte das Landratsamt eine Quarantäne über ein Einfamilienhaus im Ortskern, das von Arbeitern als Unterkunft genutzt wird. Ein Bauzaun war hier aufgrund der Lage nicht nötig. Zwei der vier Bewohner wurden positiv getestet, arbeiten allerdings nicht in der Holzkirchner Metallbaufirma, die bereits auf zwölf infizierte Mitarbeiter verzichten muss. „Eine Verbreitung des Virus über Mitbewohner in andere Firmen ist nicht ausgeschlossen“, sagt die Sprecherin des Landratsamts. Inwieweit das schon geschehen ist, sollen weitere Tests klären. Alle 13 Bewohner, die sich am Freitag in den zwei Unterkünften befanden, wurden abgestrichen. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Über die Einhaltung der Quarantäne wacht nach Mitteilung des Landratsamts ein Sicherheitsdienst. Der soll auch Bewohner in Empfang nehmen, die aus dem Urlaub oder einem Besuch in der Heimat in ihre Holzkirchner Quartiere zurückkehren. Wenn sie auftauchen, werden auch sie getestet und fallen unter die Quarantäne.

Aktuell: 34 aktive Fälle im Landkreis

Erfreulich ist, dass sich insgesamt die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis zuletzt in Grenzen hielt. Seit Freitag kamen laut Landratsamt drei Einzelfälle hinzu, einer in Schliersee und zwei in Holzkirchen, die mit dem Ausbruchsgeschehen rund um die Sammelunterkünfte und der Firma aber nichts zu tun haben. „Bemerkenswert hier ist das Alter“, sagt Sprecherin Faus, „alle drei Personen sind Mitte 20.“ In der Pflegeeinrichtung in Miesbach, wo zuletzt eine infizierte Mitarbeiterin registriert worden war, kamen keine neuen Fälle hinzu.

Aktuell verzeichnet das Gesundheitsamt 34 aktive Corona-Fälle im Landkreis Miesbach. Schwerwiegende Symptome zeigt kein Infizierter. Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie registrierten Infektionen stieg auf 650.

Auch interessant

Kommentare