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Fröhliche Erntehelfer: Die vier Lehrer der Holzkirchner Ackerschule freuen sich auf ihre Schüler. Unser Bild zeigt (v. l.) Gärtnermeister Sebastian Girmann, Biobauer Georg Hahn, Imker Raimund Burghardt und Umwelt-Dozentin Rose Beyer.

Coaching für Selbstversorger  

Holzkirchner Ackerschule sucht Lehrlinge

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Ein eigener Gemüseacker draußen auf dem Land - das Konzept gibt es schon länger. Auch der Hartpenninger Georg Hahn vermietet solche Bifänge. Jetzt geht er einen Schritt weiter und eröffnet die Holzkirchner Ackerschule.    

Großhartpenning Die Holzkirchner Schullandschaft wächst unaufhörlich. Realschule, Fachoberschule, Gymnasium – und jetzt auch die Holzkirchner Ackerschule. Das neue „Institut“ liegt großteils unter freiem Himmel, das Klassenzimmer bauen die Schüler selbst. Es ist die jüngste Idee des findigen Biobauers Georg Hahn aus Großhartpenning. Der 53-Jährige entwickelt damit sein Bifang-Projekt weiter. Ein Infoabend am Dienstag, 11. April, in Großhartpenning stellt die Holzkirchner Ackerschule vor.

Seinen eigenen Gemüseacker zu bestellen, liegt im Trend. Man erntet selbst gezogene Bio-Qualität und bekommt das Gefühl, etwas unabhängiger zu werden vom Supermarkt. Für seine Ackerschule hat sich Hahn Mitstreiter gesucht. Gärtner Sebastian Girmann aus Bad Heilbrunn, Gründer der Gemüse-Genossenschaft Biotop Oberland, sowie Umweltbildnerin Rose Beyer von der Selbstversorgergemeinschaft „Lenggriesa-Acker“ stehen den Lehrlingen zur Seite. „Das ist das Neue“, sagt Hahn, „wir bieten nicht nur den Acker, sondern ein Coaching in ökologischem Gartenbau.“

Seit sieben Jahren bereits lässt Hahn die Hobbygärtner auf seinen Bifängen werkeln, anfangs in Kooperation mit der Solidargemeinschaft Unser Land. Zuletzt ging der Hartpenninger eigene Wege, um seine ökologische Zertifizierung stärker zu betonen. Aus den „Sonnenäckern“ wurde das Projekt „Meine Bio-Ernte“. Zuletzt bestellten 35 Familien ihre jeweils 80 Meter lange, aufgehäufelte Beetreihe (Bifang). Es sind die Flächen, die jetzt auch für die Ackerschule genutzt werden: Ein Feld südlich von Hartpenning gleich neben dem Hahn-Hof sowie ein weiteres zwischen Holzkirchen und Hartpenning, neben dem großen Parkplatz an der B 13.

Bisher waren die Hobbygärtner weitgehend sich selbst überlassen. Einzige Bedingung war, auf mineralische Dünger und chemischen Pflanzenschutz zu verzichten. Die Ackerschule nimmt die Selbstversorger jetzt an die Hand. Im Schulungsraum des Hahn-Hofs geben Profis Tipps, auch auf dem Acker selbst wollen sie präsent sein. Ergänzt wird das Coaching vom Holzkirchner Imker Raimund Burghardt. der eine Bienenweide anlegen will. Der Service schlägt sich im Preis nieder: Die Bifangmiete der Ackerschule kostet 75 Euro – und ist damit teurer als der herkömmliche Bifang, den Hahn parallel weiter anbietet.

„Die Leute sollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen“, findet Biobauer Hahn, „nur ein kluger Verbraucher ist ein guter Verbraucher.“ Gerade die städtische Bevölkerung könne so alte, schmackhafte Sorten im Eigenbau wiederentdecken. Hahn wünscht sich, dass speziell Kinder von der Ackerschule profitieren. „Wäre schön, wenn die Marktgemeinde mithelfen würde, einen Acker etwas näher am Ort zu finden.“ Schulklassen etwa könnten dann regelmäßig auf „ihrem“ Acker nach dem Rechten sehen.

Der Info-Abend findet am Dienstag, 11. April, in Großhartpenning statt. Wer mitackern will, kommt um 19 Uhr in den Schulungsraum am Hahn-Hof in der Warngauer Straße 7.

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