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Holzkirchner Franzetti

Knapp vorbei an der Gelato-WM 

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Es hat nicht ganz gereicht: Die Holzkirchner Eiskomponisten Herbert und Sebastian Franz lockten bei der Gelato World Tour mit ihrer Kreation „Bombay Dream“ die Berliner zwar scharenweise an. Der große Traum, die Gelato-WM in Rimini, ist aber dahingeschmolzen.        

Holzkirchen - Sie rührten ihren „Bombay Dream“ in Lederhosen an, verteilten das Eis in tollkühnen Guerilla-Aktion auf Berliner Straßen und kitzelten tausendfach die Gaumen der Berliner mit ihrer exotischen Basmati-Kokos-Komposition. Herbert Franz (55) und sein Sohn Sebastian (27) legten sich am vergangenen Wochenende mächtig ins Zeug, um unter 16 Finalisten der Gelato World Tour eines der begehrten Tickets zur großen Gelato-WM in Rimini zu ergattern.

Am Ende standen die Eismeister aus Holzkirchen mit viel Lob, aber ohne die WM-Tickets da. Vier Kollegen dürfen nach Rimini, die Platzierungen der anderen wurden nicht verraten. „Man wacht schon mit einem Kater auf“, gesteht Herbert Franz am Montag in der Früh in Berlin, kurz vor dem Rückweg nach Holzkirchen, „bei so viel Einsatz muss Enttäuschung erlaubt sein.“

Dabei hatten die beiden Eisprofis ein gutes Gefühl. An allen drei Wettbewerbstagen Freitag, Samstag und Sonntag (jeweils 12 bis 20 Uhr) war ihre Theke auf dem Potsdamer Platz stets umlagert. „Die Berliner sind ein neugieriges Volk, die wollten probieren, wie unser Bombay Dream schmeckt“, sagt Franz.

Das Publikum kaufte am Eingang zum Gelato-World-Tour-Gelände ein Ticket für acht Euro und durfte dafür acht Sorten verkosten. Die Exotik von „Bombay Dream“ lockte viele an. „Wir haben jeden Tag mitten auf dem Potsdamer Platz unglaubliche Mengen produziert“, berichtet Franz. Er schätzt, dass sie rund 6300 Portionen verteilten.

Der ganze spezielle Geschmack von „Bombay Dream“ war vielen aber offenbar etwas zu speziell. Das Publikums-Voting nämlich war entscheidend, 65 Prozent der Wertung speisten sich aus der Abstimmung der vielen tausend Verkoster. 30 Prozent steuerte eine Fachjury bei. Die restlichen fünf Prozent bestimmten die 16 Finalisten selbst: Sie kürten jeweils ihren Favoriten.

Franz stimmte für einen bayerischen Kollegen, das Eiscafé De Rocco in Schwabach. Guido und Luca De Rocco hatten ein „wunderbares Mandarinen-Sorbet mit Pistazien“ gezaubert, schwärmt der Holzkirchner. „Aus wenigen, aber sehr guten Zutaten haben sie wirklich ein wahnsinnig gutes Eis gemacht.“

Der Sieg ging nach Österreich an den Bodensee, an ein kreatives Frauenteam: Katarina Rankovic, Manuela Strabler und Linda Peterlunger (Eismanufaktur Kolibrí Wolfurt) kreierten die „Königin des Sommers“. Joghurt, Limette, Brombeere bildeten eine unschlagbare Kombination. „Ein sehr frisches Eis“, sagt Franz, „mit sehr viel Aufwand hergestellt.“

Ebenfalls mit nach Rimini darf das Berliner Team von Caffè & Gelato, die ein Mandeleis mit Orangen anboten.

„Auch wenn es für uns nicht geklappt hat: Es war ein wunderschönes Wochenende“, resümiert Franz. Den anderen „Gelateri“ mal in die Töpfe zu schauen, Ideen aufzusaugen, sich unter Gleichgesinnten austauschen, „das hat Riesenspaß gemacht“. Die Organisatoren ließen sich für die Finalisten auch Challenges einfallen: So galt es einmal, möglichst viele Kugeln in eine Waffel zu packen. Ein andermal musste auf Berliner Straßen möglichst originell Eis an Mann und Frau gebracht werden - und dazu ein Filmchen gedreht werden.

Mit den Kollegen feierten die beiden Holzkirchner abends bei Wein und Bier. „Wir haben alle gegenseitig auf unseren weißen Kitteln unterschrieben, eine schöne Erinnerung“, sagt Franz. Natürlich hat er in den einen oder anderen Topf sehr genau geschaut: „Vielleicht gibt es bei uns schon bald ein ,Best of‘ des Berliner Finales zu probieren“, sagt Franz. Ob er bei der nächsten World Tour in drei Jahren wieder dabei ist? „Wenn uns etwas einfällt, warum nicht?“
                      

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