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Holzkirchner Meteorologe erklärt, wieso der Landkreis aktuell im Dunst versinkt

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Von: Felicitas Bogner

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Allgegenwärtig: Graue Nebelbänder hüllen derzeit häufig den Landkreis ein, hier bei Warngau. Das liegt an einem großen Hochdruckgebiet: Die Luft ist am Boden kälter als darüber. 
Allgegenwärtig: Graue Nebelbänder hüllen derzeit häufig den Landkreis ein, hier bei Warngau. Das liegt an einem großen Hochdruckgebiet: Die Luft ist am Boden kälter als darüber.  © TP

Trüb, kalt, dunkel. Er ist ein ziemlicher Stimmungskiller und war die vergangene Woche im Landkreis schier allgegenwärtig: Nebel, Nebel und nochmals Nebel.

Holzkirchen -Wieso das Wetterphänomen gerade besonders stark auftritt und wovon Nebelentwicklung abhängig ist, erklärt der Holzkirchner Wetterexperte Bernd Madlener. Der 48-Jährige ist Meteorologe beim Internetportal wetter.com.

Herr Madlener, die vergangene Woche war der Landkreis an vielen Stellen ein einziges Nebelloch. Warum?

Das liegt an der momentanen Hochdrucklage. Es gibt ein Hoch vom Atlantik bis Russland. Da liegt Deutschland mittendrin. Wir speziell befinden uns im Zentrum des Hochs, und deswegen gibt es wenig Luftaustausch, gerade in der Zeit von November bis Februar.

Was bedeutet das?

Die Luft ist oben wärmer als unten und sinkt ab – aber nicht bis auf den Boden. Daher gibt es eine scharfe Inversionsgrenze. Manchmal ist es sogar auf dem Wendelstein spürbar wärmer als etwa unten in Warngau, weil die warme Luft nicht bis nach Warngau absinkt. Man kennt das Phänomen vom Wandern, wenn man plötzlich aus dem Nebel auftaucht und bei glasklarer Luft im Sonnenschein steht.

Da mischt sich die Luft dann quasi nicht mehr?

Genau. Häufig – so wie jetzt auch – ist es dann in den Tälern trüb, auf den Bergen dagegen sonnig. Obendrein verdichtet sich der Nebel, da sich bei einer Inversionswetterlage Smog bildet, da Abgase und Schadstoffe nicht entweichen können.

Bernd Madlener
Bernd Madlener © Privat

Besonders fällt es auf, wenn man etwa von München kommend Richtung Bad Tölz oder Tegernsee fährt.

Das ist richtig. München liegt nicht so hoch. Da gibt es genauso Nebel, nur eben wesentlich höher in der Luft als hier. Man bezeichnet das als Hochnebel. Das kann man oft am Olympiaturm gut sehen. Dazu gibt es auf den genannten Strecken markante Stellen, da steht man plötzlich im total dichten Nebel. Das liegt an der Höhe. Ein klassischer Punkt ist der Moränenbuckel auf dem Weg zwischen Großhartpenning und Sachsenkam.

„Es gibt noch wesentlich nebligere Orte“

Der Nebel schlägt einfach auf die Stimmung. Wie lange geht das noch?

Bis zum Wochenende löst sich der Nebel von den Bergen her allmählich besser auf.

Also kann man auf eine sonnigere Woche hoffen?

Die genaue Entwicklung für nächste Woche ist noch absolut unsicher. Von ein paar Schneeflocken bis zu einer Föhnlage scheint alles möglich. Jedenfalls kommt mehr Bewegung rein.

Sind wir allgemein eine nebelintensive Region?

Eigentlich nicht. Bayernweit gibt es wesentlich nebligere Orte. Zum Beispiel bei Rosenheim und Bruckmühl oder auch das Fünf-Seen-Land um Starnberg herum. Die bekommen öfter dichten Nebel ab als wir im Landkreis.

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