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Das Ausweichquartier soll einem Neubau weichen: Das Privatgymnasium will 2019 die Container räumen, danach soll ein zweiter Bauabschnitt folgen. 

Anfrage wird im Bauausschuss behandelt

Holzkirchner Privatgymnasium wird bald wachsen

Jedes Jahr werden hier Schüler abgewiesen, weil es einfach nicht genügend Platz gibt. Das soll sich nun ändern. Das Privatgymnasium in Holzkirchen will anbauen.

Holzkirchen – Seit Jahren ist das Privatgymnasium an der Krankenhausstraße in Holzkirchen eine begehrte Adresse. Daran hat auch die Eröffnung des – wie berichtet ebenfalls an den Kapazitätsgrenzen angelangten – staatlichen Gymnasiums an der Nordspange vor drei Jahren nichts geändert. Jahr für Jahr müssen Interessenten abgewiesen werden – weil es nicht genügend Platz gibt. 

Das soll sich ändern: Die Privatschule, die auch über eine Grundschule verfügt und 2003 gegründet wurde, plant einen Neubau für das Gymnasium. 

Der Bauausschuss des Gemeinderats wird sich mit den Plänen in der Sitzung am heutigen Dienstag ab 18.30 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Rathauses befassen.

Seit Jahren ist die Nachricht am Tag nach Anmeldeschluss für das kommende Schuljahr dieselbe: Nicht alle haben einen Platz bekommen, es gibt eine Warteliste. „Die Nachfrage ist konstant hoch“, berichtet Heribert Zimmermann, der gemeinsam mit seiner Frau Dorothea Schulträger des Privatgymnasiums und auch der privaten Grundschule ist. Die Schule ist inzwischen zweizügig, was bedeutet, dass es pro Jahrgangsstufe zwei Klassen gibt. „Derzeit sind wir von der 5. bis zur 9. Klasse zweizügig“, erklärt Zimmermann. Doch nur jeweils eine der Klassen hat im Schulgebäude im alten Krankenhaus Platz. Die anderen sind in den Containern neben dem Schulgebäude untergebracht. Die Schule zog dort 2014 ein, nachdem darin zunächst die Schüler der Holzkirchner FOS untergebracht waren.

Der Neubau wird auch der neuesten schulpolitischen Entwicklung bereits Rechnung tragen. Bekanntlich kehrt Bayern 2018/19 regulär zum neunjährigen Gymnasium (G 9) zurück. „Wir sind da nicht aus allen Wolken gefallen, wir haben schon damit gerechnet“, sagt Zimmermann. Geplant sind nun im Neubau zwölf neue Klassenzimmer, zwei davon gehen aufs Konto der Rückkehr zum G 9. Hinzu kommen einige Räume für Unterrichtsvorbereitung und zum Lagern von Utensilien. Das Raumkonzept muss auch das bayerische Kultusministerium genehmigen. Die staatlich anerkannte Schule kann für die Erweiterung Fördergelder abrufen.

Der Neubau soll in zwei Bauabschnitten entstehen. Die Schule hofft auf einen Baubeginn im Frühjahr 2018. „Ein Jahr später sollen als erstes die Klassen aus den Containern umziehen“, erklärt Zimmermann. Danach folgt der zweite Bauabschnitt. Bis Frühjahr 2020 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Das Privatgymnasium würde damit von derzeit etwa 370 auf rund 500 Schüler anwachsen.

Dass das Privatgymnasium anhaltend solchen Zulauf erfährt, obwohl die staatliche „Konkurrenz“ keine zwei Kilometer entfernt liegt, ist für Zimmermann wenig überraschend. „Es sind ganz unterschiedliche Schulkonzepte.“ Das Privatgymnasium ist komplett als Ganztagsschule ausgelegt. „Das kommt berufstätigen Eltern zugute.“ Die Schüler haben nach jeder Fach- im Anschluss gleich die Übungsstunde dazu. Der Unterricht dauert von 8 bis 16.45 Uhr, Hausaufgaben gibt es nicht. „Um 17.30, 18 Uhr kommen Eltern und Kinder dann etwa zeitgleich nach Hause und haben Zeit für sich.“ Das lassen sich gut verdienende Eltern auch was extra kosten. 

Katrin Hager

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