Ortsbus Holzkirchen fährt tagsüber durch die Marktgemeinde.
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Der Holzkirchner Ortsbus soll auf eine Linie reduziert werden. Als zweiten Baustein wünscht sich die Gemeinde einen Rufbus, der die restlichen Ortsteile bedient.

Nach Debatte im Kreisentwicklungsausschuss

Holzkirchner Rufbus: Kritik wegen Überschneidung mit Anruf-Sammel-Taxi

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Im Kreis kommen Bedenken zum Holzkirchner Rufbus auf. Das System doppelt sich mit dem Anruf-Sammel-Taxi (AST), so die Befürchtung. Der Bürgermeister hält dagegen.

Holzkirchen – Er soll künftig mehr Fahrgäste als warme Luft durch die Gegend kutschieren: Der schwach ausgelastete Holzkirchner Ortsbus soll besser werden (wir berichteten). Geht es nach dem Willen der Gemeinde, besteht der neue Ortsbus aus zwei Bausteinen. Der erste sieht eine Reduzierung auf eine Linie vor. Diese soll vom Holzkirchner Bahnhof über das Gewerbegebiet Ost und die B 318 bis ins Gewerbegebiet Nord und wieder zurück fahren. Und zwar in einem 30-Minuten-Takt bei 23 Minuten Fahrzeit. Der zweite Baustein sieht ein On-Demand-System vor. Dieser Rufbus soll die restlichen Ortsteile bedienen, flexibel und auf Anfrage.

Doch genau letztgenannter Baustein geriet nun im Kreisentwicklungsausschuss in die Kritik. Das berichtete der Grüne Gemeinderat und Kreisrat Karl Bär jetzt im Holzkirchner Verkehrsausschuss.

„Für mich hat es sich so angehört, dass unser Rufbus vom Kreis nicht als positiv angesehen wird“, sagte Bär, der zugleich im Kreisentwicklungsausschuss sitzt. In Hinblick auf das Anruf-Sammel-Taxi (AST) würden einige Kreisräte eine Doppelstruktur des Rufbusssystems befürchten, meinte Bär. Unklar sei zudem, ob parallel für beide Rufbusarten Fördermittel abgegriffen werden können. „Was machen wir, wenn der Kreis sagt, wir müssen unser System aufgeben?“, fragte Bär, für den der Einwand vonseiten des Kreises überraschend kam. Er vermutet einen Kommunikationsfehler zwischen Marktgemeinde und dem Landkreis.

Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) wirkte verärgert . Schließlich sei der Kreis bei sämtlichen Gesprächen, Workshops und Sitzungen rund um den Holzkirchner Ortsbus „zugegen gewesen“, sagte er. Peter Schiffmann, der Fachbereichsleiter Verkehr am Landratsamt, habe Bescheid gewusst. Und auch Mobilitätsmanagerin Mona Dürrschmidt habe sich dahingehend nie geäußert, ergänzte der Bürgermeister.

Bekanntlich sitzt der Landkreis beim Holzkirchner Ortsbus mit im Boot: Im Jahr 2020 hatte der Markt, beziehungsweise dessen Gemeindewerke, die Trägerschaft an den Landkreis übergeben. Dieser übernimmt die Ausschreibung, die entscheidet, wie es ab Herbst 2022 weitergeht. Die Ausschreibung für die eine Ortsbuslinie ging Ende 2020 raus. Zudem beschlossen die Holzkirchner vor Kurzem, dass das Büro door2door GmbH den Auftrag bekommt, ein Betriebskonzept für den Rufbus in der Gemeinde zu erstellen. Die Gesamtkosten für den Ortsbus betragen rund 190 000 Euro im Jahr. 90 Prozent davon zahlt die Gemeinde, zehn Prozent und maximal 44 000 Euro der Landkreis.

Simon Ammer (SPD) befürchtet, dass mit einem reinen AST-System ohne Holzkirchner Rufbus die anderen Ortsteile abgehängt werden. „Das darf nicht passieren.“ Sebastian Franz (CSU) meinte: „Dem Kreis steht es frei, unser System landkreisweit zu übernehmen.“ Bürgermeister Schmid resümierte: „Ich stehe zu unseren Ergebnissen.“ Und: „Wir haben etwas erarbeitet und wollen das auch umsetzen.“ Man werde sich noch mal zusammensetzen und alles durchsprechen. Für den heutigen Donnerstag sei ein Gespräch mit dem Kreis geplant.

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