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Die ortsnahe Südspange für Holzkirchen steht im „vordringlichen Bedarf“ des BVWP. Die genauen Trassen sind noch offen, die gelb schraffierten Elemente zeigen Platzhalter für Verbindungen von B 318 und B 13.

Neuer Bundesverkehrswegeplan

Holzkirchner Südspange genießt Priorität

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Holzkirchen - Die Botschaft schlägt ein: Die umstrittene ortsnahe Holzkirchner Südspange hat es in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans geschafft. Weiter hinten anstellen müssen sich die Westumfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg. Die Gefühle sind gemischt.

Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) hat gemischte Gefühle. „Ich persönlich würde mir eine Lösung mit allen drei Trassen wünschen“, sagt er. Um weitere Aussagen zu treffen, möchte er sich genauer über die Details und Folgen des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP) informieren. „Ich kann es momentan nicht ganz einschätzen.“ Aber eines weiß er schon: „Da stecken viele Emotionen drin, die Wartezeit war lang“, sagt er. „Das Thema bleibt heiß.“ 

In dem neuen BVWP mit Planungshorizont bis 2030, den Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch vorstellte, ist die ortsnahe Holzkirchner Südspange im „vordringlichen Bedarf“ eingestuft. Für die Westumfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg gilt die nachgeordnete Kategorie „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“. 

Der BVWP legt fest, welche Projekte in den nächsten 15 Jahren Vorrang haben. Doch das letzte Wort ist damit nicht gesprochen. Ab Montag können Bürger sechs Wochen lang mitdiskutieren. Erst anschließend wird endgültig festgelegt, was gebaut werden soll. Auch danach bleibt der BVWP eine Absichtserklärung, denn über die Realisierung jedes Projekts wird je nach Finanzsituation entschieden. 

Die Südspange ist mit elf Millionen Euro Kosten veranschlagt. Laut Christian Rehm, stellvertretendem Leiter des Staatlichen Bauamts Rosenheim, ist die genaue Trassenführung noch nicht fixiert. „Mit der Ortsumfahrung Holzkirchen wird auch der Verkehr auf der B 318 erhöht“, erklärt er. Auch hier soll Abhilfe geschaffen werden, mit einem Projekt, das ebenfalls im vordringlichen Bedarf steht: Die Ertüchtigung des Bereichs von der Autobahn-Anschlussstelle Holzkirchen bis zur neuen Süd-Umfahrung wird circa 13,8 Millionen Euro kosten. Dabei handelt es sich um den vierspurigen Ausbau der B 318. Wie berichtet, besteht für das erste Teilstück, von der Anschlussstelle bis zur Einmündung in die MB 9, Baurecht. Der zweite Abschnitt reicht von der MB 9 bis zum Beginn der neuen Südspange. 

Die Einstufung „vordringlicher Bedarf“ bedeute eine Realisierung innerhalb der Laufzeit des BVWP, ein grünes Licht von finanzieller Seite her. Von Projekten mit „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“, in die die Umfahrungen für Großhartpenning (Kosten: 10,1 Millionen Euro) und Kurzenberg (3,7 Millionen) fallen, sei die Finanzierung innerhalb der Laufzeit nicht gegeben, so Rehm. Allerdings habe die Straßenbauverwaltung die Möglichkeit, diese Projekte weiter zu beplanen. „Falls eines aus dem vordringlichen Bedarf doch nicht zum Zuge kommt, könnten diese Projekte nachrücken.“ Das heißt für die beiden Westtangenten, dass sie nicht beerdigt sind. 

Genau so interpretiert CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan die Lage: „Wir wollten alle drei Umfahrungen zusammenführen“, sagt er. „So wurde mir das signalisiert.“ Das ist in seinen Augen gelungen, denn: „Das wichtige für Holzkirchen ist, dass alles aus einem Guss geplant werden kann.“ Um so Eifersüchteleien zwischen Ortsteilen zu vermeiden. Mit der Einstufung „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ könne die Straßenbehörde genau das tun. Insofern stünden die Zeichen für die Westumfahrungen Großhartpenning und Kurzenberg auf „hellgrün oder orange“, meint Radwan. 

Was die Umfahrungen betrifft, hatten viele Bürgerinitiativen an verschiedenen Strängen gezogen. Simon Drexl klingt erleichtert: „Wir freuen uns sehr über diese Botschaft“, sagt der Vorsitzende der „Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelästigung in Holzkirchen“, die sich seit Jahren eine Südspange wünscht. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, will er weiter Werbung für die Südspange machen. Er hofft auch, dass diejenigen Hartpenninger, die sich gegen ortsnahe Umfahrungen sträuben, ein Einsehen haben: „In Großhartpenning ist verkehrsmäßig die Hölle los.“ Ohne eine Umfahrung passiere da die nächsten Jahre nichts, meint Drexl. „Vom Floriansprinzip halten wir nichts.“ 

Christoph Scholz, Kopf der Gruppe „Hartpenning muckt auf“, die sich gegen eine Westumgehung sowie eine Südumgehung gestemmt hatte, klingt zufrieden: „Wenn die Westumfahrung nicht kommt, wäre das sehr erfreulich“, meint er. „Dagegen haben wir gekämpft.“ Daher findet er es schade, dass es die Südumfahrung in den vordringlichen Bedarf geschafft hat. Bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zum BVWP will er Stellung beziehen. 

Der Gemeinderat, der sich erst offiziell zu den Umfahrungen positionieren wollte, wenn sie im BVP Aufnahme finden, wird sich auch äußern. Weil die nächste Gemeinderatssitzung für den 3. Mai angesetzt ist, überlegt Löwis nun, vor diesem Termin eine Sondersitzung einzuberufen. Einfach und einstimmig wird die bestimmt nicht, meint er. Aber ein Punkt ist ihm wichtig: „Ich möchte keine zwei feindlich gesinnten Lager in der Gemeinde.“

Von Marlene Kadach

Achtspuriger Ausbau der A 8

Auch der achtspurige Ausbau der A 8 taucht im BVWP auf. Der Abschnitt zwischen Autobahnkreuz München-Süd und Anschlussstelle Holzkirchen (167,2 Millionen Euro) ist mit „vordringlicher Bedarf“ gekennzeichnet, der von Holzkirchen bis zum Autobahndreieck Inntal (413,8 Millionen) mit „vordringlicher Bedarf Engpassbeseitigung“. „Wir vermuten, dass letztgenannte Projekte die allerhöchste Priorität beim Bund haben“, erklärt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern. „Jetzt haben wir Klarheit.“ Bislang sei es ein Balanceakt gewesen, die anstehenden Sanierungen mit einem in der Luft schwebenden A 8-Ausbau zu vereinen. Vor allem der Irschenberg, der topografisch eine Herausforderung sei, stünden dringend Brückensanierungen an.  „Jetzt müssen wir Planungen anpassen.“ (mar)

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