Das gesamte Bahnhofsareal in Holzkirchen soll umgestaltet werden.
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Das gesamte Bahnhofsareal in Holzkirchen soll umgestaltet werden. (Archivbild)

Gespräche über ein Pendlerparkhaus

Holzkirchner wollen einen neuen Bahnhof: Bürgergremium bespricht Pläne

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Viel Zustimmung zu den Plänen, aber auch Kritik: 42 Bürger beteiligten sich beim Auslobungsworkshop zur Neugestaltung des Holzkirchner Bahnhofsareals. Die Gemeinde ist zufrieden mit dem Ergebnis.

Holzkirchen – Mobilitätsdrehscheibe, Superbahnhof: Das Holzkirchner Bahnhofsareal soll umgestaltet werden (wir berichteten). Hierfür sollen mehrere Flächen überplant werden, die hauptsächlich Gemeinde und Bahn gehören. Das Projekt läuft über einen städtebaulichen Wettbewerb.

Auch die Bürger dürfen mitreden. Jetzt fand online ein Auslobungsworkshop für die Neugestaltung des Bahnhofs statt. „Der Workshop lief wie erwünscht ab, alles hat gut geklappt“, berichtet Rathaussprecherin Sissina Weber. „Die Diskussionen haben neue Blickwinkel geliefert, aber auch viele unserer Ansätze bekräftigt.“ Das freue die Gemeinde und zeige, „dass wir auf einem richtigen und guten Weg sind“.

Holzkirchner wollen einen neuen Bahnhof: Bürgergremium bespricht Pläne

Laut Weber haben 42 Bürger mitgemacht. „Um ein möglichst breites Meinungsbild abzudecken“, waren neben der per Zufall ausgewählten Holzkirchner auch eine Schülergruppe sowie Träger öffentlicher Belange beteiligt. Zudem wurden weitere Freiwillige gesucht. Die Plattform für den Workshop sowie die administrative Betreuung fand durch Matthias Burgbacher von PLAN:KOOPERATIV statt.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) bekamen die Teilnehmer eine Einführung von Marktbaumeister Florens Hintler und wurden dann auf sechs Thementische verteilt. Den ersten Tisch moderierte Ralf Kaulen vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro. Hier ging es um die Schwerpunkte Mobilitätsdrehscheibe und Busbahnhof. Den zweiten Tisch zum Thema Mobilität leitete Hintler. Hier konzentrierte man sich auf Fuß- und Radwegverbindungen von und zum Bahnhofsplatz, Taxistände, Kiss & Ride-Zonen, Kurzzeitparken sowie On-Demand-Verkehr.

Bahnhof Holzkirchen: Neue Park-Möglichkeiten für Auto und Fahrrad

Den dritten Tisch zum Bahnhofsvorplatz betreute Isabella Britze aus dem Bauamt. Hier rückte die Münchner Straße in den Fokus. Mit dem Bahnhofsvorplatz beschäftigte sich auch ein vierter Tisch, dessen Moderation Kollegin Jessica Schröder übernahm. Auf Empfangsgebäude und eine neue Personenunterführung fiel hier das Augenmerk. Am Tisch Nummer fünf wurde unter Leitung von Martin Gebhardt und Yunjie Liu von Dömges Architekten über das Thema Parken – für Autos und Fahrräder – gesprochen. Konkret ging es um ein Pendlerparkhaus. Die Teilnehmer des sechsten Tisches nahmen mögliche Nutzungen am Bahnhofsareal ins Visier, unter der Regie von Standortförderin Eva-Maria Schmitz.

„Die Umgestaltung des Areals wird befürwortet“, resümiert Weber. Alle Tische seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Probleme angegangen werden müssen. Einig seien sich alle darin gewesen: „Durch eine Neuordnung der verschiedenen Nutzungen kann eine erhöhte Aufenthaltsqualität geschaffen und der Nutzwert des Bahnhofes gesteigert werden.“

Die Bürger brachten einige Ideen ein, etwa, was eine Nutzung der Parkhausdächer betrifft oder die Etablierung von Info-Systemen für Radverkehr und ÖPNV. In den meisten Punkten wie der Lenkung von Fuß- und Radverkehr, einer attraktiven Ausgestaltung der Freiräume oder dem Angebot an alternativen Mobilitätsformen bestätigten die Teilnehmer die in der Auslobung enthaltenen Punkte, so Weber.

Bahnhof Holzkirchen: Kritik an neuen Plänen

Trotzdem gab es kritische Stimmen. „Vor allem über das Thema Mobilität wurde ausgiebig diskutiert.“ Einige stellten die Errichtung sowie den Standort eines Parkhauses infrage. Auch die Möglichkeiten zur Lenkung der Verkehrsströme wurden diskutiert. Weiterhin merkten Teilnehmer an, dass die Planung durch die Restriktionen auf bahneigenen Grundstücken sowie auf Privatgrund eingeschränkt werde. Punkte, bei denen es noch Diskussionsbedarf gibt, werden vom Planungsteam geprüft und gegebenenfalls angepasst. „Hierfür wird überprüft, ob die eingebrachten Aspekte in die Beurteilungskriterien für die Wettbewerbsaufgabe einfließen können.“

Voraussichtlich im Juni soll der finale Auslobungstext im Gemeinderat beschlossen werden. Anschließend findet die Preisrichtervorbesprechung statt. Es folgt der offizielle Auslobungsbeschluss im Gemeinderat und die Veröffentlichung des Wettbewerbs, bei dem 15 Teilnehmer ausgesucht werden. Diese erarbeiten anhand der Rahmenbedingungen einen städtebaulichen Entwurf. Am Ende wählt das Preisgericht den besten Entwurf aus.

von Marlene Kadach

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