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Kran im Arabellapark umgestürzt - Großeinsatz läuft

Kran im Arabellapark umgestürzt - Großeinsatz läuft
Bürgermeister Christoph Schmid (r.), Standortförderin Elisabeth Zehetmaier und Molisana-Wirt Enrico Melaragno.
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Ein Anreiz, wieder mal zum Essen zu gehen: Die Gutschein-Aktion „Holzkirchner Zehner“, auf den Weg gebracht von Bürgermeister Christoph Schmid (r.) und Standortförderin Elisabeth Zehetmaier, hilft auch Molisana-Wirt Enrico Melaragno, den Umsatz in Coronazeiten wieder langsam zu steigern.

Gutschein-Aktion der Marktgemeinde läuft gut an

Wirte freuen sich: „Holzkirchner Zehner“ wird fleißig genutzt

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Der „Holzkirchner Zehner“ kommt an. Fleißig tragen die Bürger den Verzehrgutschein, ein Geschenk ihrer Marktgemeinde, in die Lokale. Der Plan, damit die örtliche Gastronomie in schwerer Corona-Zeit anzukurbeln, scheint aufzugehen. Manche Wirte stapeln schon einige hundert Coupons.

Holzkirchen – Enrico Melaragno hat schwere Monate hinter sich. Die Corona-Einschränkungen entzogen dem Inhaber und Chefkoch des „La Molisana“ in Holzkirchen, wie allen Gastronomen, die Geschäftsgrundlage. Doch der 59-Jährige kann wieder lächeln. Die Gäste, sie kehren langsam zurück. Die Aktion der Marktgemeinde, jedem Bürger per Post einen „Holzkirchner Zehner“ zu schenken, um der heimischen Gastro wieder auf die Beine zu helfen, sie komme zur rechten Zeit, lobt Melaragno: „Eine gute Idee, die uns Wirten sehr hilft.“ 90 Gutscheine wurden bei ihm schon eingelöst. „Vier Gäste haben uns ihre ,Zehner➔ sogar geschenkt.“

Bürgermeister hätte nicht mit so positiver Resonanz gerechnet

Der Molisana-Chef ist kein Einzelfall, wie Elisabeth Zehetmaier von der Standortförderung berichtet. „Die Gastronomen sind alle dankbar.“ Das „Il Crostino“ am Hochgehweg etwa habe nach Versenden der Gutscheine allein am ersten Wochenende 200 „Zehner“ gesammelt. Im indischen Restaurant „Masala“ (Erlkamer Straße) wurden laut Zehetmaier bis dato 80 Coupons eingelöst. „Mit einer so durchwegs positiven Resonanz habe ich nicht gerechnet“, sagt Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). Ihn freut, dass die Bürger so gut darauf anspringen. „Ich habe den Eindruck, das sorgt bei vielen für gute Stimmung –und das ist in Coronazeiten wichtiger denn je.“

Mit Rückendeckung des Gemeinderats hatten Schmid und Standortförderin Zehetmaier den „Holzkirchner Zehner“ entwickelt (wir berichteten), inspiriert von einer Idee aus Traunstein. Jeder Holzkirchner mit Erstwohnsitz, egal wie alt, bekam den blau-grünen, durch Hologramm kopiersicheren und personalisierten Coupon bis 7. August zugeschickt. Stichtag war der 20. Juli: Jedes Baby, das bis dahin geboren war, jeder Neubürger wurde zum Adressat. „Wer danach neu zugezogen ist, den können wir nicht mehr berücksichtigen“, sagt Zehetmaier.

Fast 17 000 Verzehrgutscheine wurden vesrchickt

Insgesamt 16 956 Verzehrgutscheine wurden verschickt. Einzulösen sind sie in insgesamt 28 Gaststätten, Bäckereien, Metzgereien und Party-Caterern. Poster in den Eingangsbereichen weisen auf die Aktion hin. Keine gute Idee wäre es, den „Holzkirchner Zehner“ zu lange in der Schublade verschwinden zu lassen. Denn mit Jahresbeginn 2021 erlischt die Gültigkeit. „Wir wollen ja jetzt den Effekt, nicht irgendwann“, sagt Schmid.

Zum Ende eines jeden Monats können die Wirte die bei ihnen eingelösten Coupons ins Rathaus bringen. „Das muss natürlich nicht jeden Monat sein“, sagt Schmid, „uns geht’s darum, dass, wenn nötig, sehr zeitnah ausgezahlt werden kann.“ Will ein Bürger seinen Coupon nicht einsetzen, besteht die Möglichkeit, ihn in den Rathaus-Briefkasten zu werfen und damit für einen guten Zweck zu spenden. „Wir sind dabei, ein passendes Spendenobjekt zu finden“, sagt Zehetmaier. Über 70 Coupons liegen bereits in der Spendenbox.

Wirte hoffen darauf, neue Gäste zu gewinnen

„Freunde anrufen, gemeinsam essen gehen – und vielleicht ein neues Restaurant für sich entdecken“, diesen Effekt wolle die Aktion erzielen, sagt der Bürgermeister. Tatsächlich hat der Molisana-Chef etliche Gutschein-Gäste erstmals in seinem Ristorante begrüßt. „Wäre schön, wenn sie wieder kommen.“ Vom „Masala“ habe sie Ähnliches gehört, ergänzt Zehetmaier. Für Familien sei sicher der Schulbeginn ein schöner Anlass, die Ferien mit einem Besuch in einer Holzkirchner Gaststätte zu krönen und dabei den „Zehner“ ins Spiel zu bringen.

Der Corona-Einbruch sei längst nicht überwunden, betont Enrico Melaragno; doch es gehe aufwärts. Sein aktueller Umsatz bewege sich bei 60 Prozent des Vorjahres-Niveaus. „Seit der Gutschein-Aktion ist es spürbar besser geworden.“ Zehetmaier ist gespannt, welche Wirkung die Aktion am Ende tatsächlich entfaltet. „Den Corona-Ausfall kann unsere Aktion sicher nicht wettmachen.“ Aber im Rathaus sammle man Feedback und Daten. „Wir haben uns vorgenommen, alles genau auszuwerten.“ Mögliche Nachahmer der Gutschein-Aktion, sprich: andere Gemeinden, hätten sich noch nicht gemeldet.

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