Lachen ist gesund: Ute Liebhard aus Holzkirchen ist Lachtrainerin.

„Humor hilft, Krisenzeiten zu überstehen“

Humor gegen Corona: Ute Liebhard (57) über virtuelle Lachsessions

  • Marlene Kadach
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Gute Laune trotz Corona-Koller: Die Holzkirchner Lachtrainerin Ute Liebhard (57) bietet virtuelle Lachsessions an. Ein Gespräch über Krisenbewältigung und gute Nachrichten.

Holzkirchen– Gute Laune trotz Corona-Koller: Die Holzkirchner Lachtrainerin Ute Liebhard (57) bietet ab sofort virtuelle Lachsessions an. Ein Gespräch über Krisenbewältigung und das Radio der guten Nachrichten.

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Humor gegen Corona: Ute Liebhard (57) über virtuelle Lachsessions

Frau Liebhard, die Coronaausbreitung ist alles andere als lustig. Sind virtuelle Lachsessions da wirklich passend?

Lachen und Humor helfen uns, Krisenzeiten besser zu überstehen. Über das Lachen bekommt man eine Distanz zu den Dingen. Dann kommen wir schneller aus dem Loch heraus. Lachen gibt uns mehr Energie als ein ernstes Gesicht.

Ihr Angebot richtet sich auch an Leute, die nun im Homeoffice arbeiten müssen. Fallen die schneller in ein Loch, so ganz allein vor dem Computer?

Vermutlich. Wir müssen jetzt zuhause bleiben, ich selbst arbeite als Heilpädagogin und seit zwei Wochen auch im Homeoffice. Dann stellen sich mehrere psychologische Phasen ein. In einer ersten Phase richten wir uns in der neuen Situation ein. Danach müssen wir durchhalten. Da wirkt das Lachen vorbeugend, hilft einem durch den Tag.

Dann können einen die vielen Negativnachrichten aber schnell wieder runterziehen.

Negative Schlagzeilen und Horrornachrichten sollte man meiden.

Verharmlost und verdrängt man das Problem dann nicht?

Naja, ich kann mir das schon anschauen: Aber ändert das was? Im Gehirn entstehen Angst und Stress. Lachen hat viel mit der Atmung zu tun. Wenn wir fest einatmen und dann lange ausatmen und ,hahaha’ sagen, fühlen wir uns schon besser.

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Was hilft noch?

Derzeit kursieren überall im Internet Posts, zum Beispiel zum Thema Klopapier. So was sollte man sich so oft wie möglich anschauen.

Wie laufen eigentlich Ihre Lachsessions genau ab?

Die Not macht erfinderisch. Normalerweise trifft sich unsere Lachgruppe, die aus gut zehn Leuten besteht, immer am Dienstagabend im Kultur im Oberbräu in Holzkirchen. Das geht ja momentan nicht wegen der Corona-Krise. Aber in modernen Zeiten haben wir gute technische Möglichkeiten.

Das heißt?

Wir treffen uns nun bis auf Weiteres am Dienstag um 19 Uhr virtuell im Internet über das Kommunikationstool Zoom. Auf Kachelbildern sieht dann jeder Teilnehmer alle anderen. Ich leite die Session.

Und dann wird einfach laut losgelacht?

Nein, erst schließen wir die Augen und kommen zur Ruhe, dann beginnt die Innenschau. Wir überlegen auf einer Skala von null bis zehn, wie es uns gerade geht. Null heißt: Mit geht es gar nicht gut. Später schauen wir uns alle gegenseitig in die Augen und lächeln. Ein freudiges Lächeln steckt an, das funktioniert ähnlich wie beim Gähnen über Spiegelneuronen. Wir machen Koordinationsübungen, klatschen und jubeln. Davon bekommt man eine Menge Energie.

Man steigert sich also nach und nach in die gute Laune rein?

Genau, und dann atmen wir und bringen positive Einwürfe wie: „Ich freue mich schon“ und „ich bin dankbar für“. Und wir schalten das Radio der guten Nachrichten an. Die Einladung zum Spiel sind Übungen, die uns ins Lachen führen.

Radio der guten Nachrichten?

Wir erzählen zum Beispiel, was wir schönes erlebt oder erfahren haben, zum Beispiel, dass wir ein leckeres Frühstück hatten.

Hat es schon gewirkt?

Beim Startschuss hat alles gut geklappt. Am Ende waren wir eine lockere, entspannte Runde von 15 Leuten im Alter zwischen 20 und 80 Jahren. Und wir sind zufrieden mit einem Lächeln in die Nacht gestartet.

Kontakt

Wer an den Lachsessions teilnehmen möchte, meldet sich vorab per E-Mail bei Ute Liebhard unter u.liebhard@lachtrainer.de.

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