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70 Euro für den ersten Hund: Der Holzkirchner Marktgemeinderat überlegt, die Hundehalter künftig stärker zur Kasse bitten. 

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Hundesteuer soll kräftig steigen

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Einen Vierbeiner zu halten, wird in Holzkirchen ab 2019 wohl teurer werden. Die Hundesteuer soll steigen, von 50 auf 70 Euro. Kämmerer Dominik Wendlinger reagiert mit diesem Vorschlag auf steigende Ausgaben für „Hundetoiletten“.

Holzkirchen Für Holzkirchens Kämmerer Dominik Wendlinger ist es eine Rechnung, die nicht mehr aufgeht: Durchschnittlich etwa 32 500 Euro erlöste die Gemeinde zuletzt jedes Jahr aus der Hundesteuer. Demgegenüber stehen jedes Jahr Ausgaben in Höhe von 36 500 Euro für Unterhalt, Pflege und Entsorgung der „Hundetoiletten“ entlang der einschlägigen Holzkirchner Gassi-Routen.

Die Unterdeckung in Höhe von 4000 Euro gelte es aufzufangen, sagt Wendlinger. „Diese 4000 Euro gehen sonst zulasten aller Holzkirchner Steuerzahler.“ In anderen Worten: Jeder Holzkirchner Steuerzahler subventioniert – rechnerisch – das Halten eines Hundes.

Um dieses Defizit auszugleichen, schlägt die Kämmerei neue Steuersätze vor, die deutlich nach oben weisen. Wer einen Hund hält, soll ab dem kommenden Jahr 40 Prozent mehr zahlen: 70 statt wie bisher 50 Euro. In der Sitzung am 23. Oktober (ab 18.30 Uhr im Rathaus) soll der Marktgemeinderat die neue Hundesteuersatzung erlassen. Eine Vorbesprechung im Hauptausschuss fand nicht statt.

Seit der großen „Hundesteuer-Reform“ in Holzkirchen vor vier Jahren gibt es eine Gebührenstaffelung, die deutlich höhere Sätze für den zweiten und dritten Hund vorsieht. Auch hier stehen Erhöhungen zur Debatte. Der zweite Hund in einem Haushalt soll nicht mehr 75, sondern ab dem nächsten Jahr 100 Euro kosten – eine Steigerung um fast 35 Prozent. Für den dritten Hund (sowie für alle weiteren) wären fortan 130 Euro fällig – und damit 30 Euro mehr als bisher.

Kampfhunde werden separat abgerechnet. Die alte Satzung sieht eine jährliche Steuer in Höhe von 300 Euro vor; diesen Satz will Wendlinger noch einmal deutlich erhöhen auf 500 Euro. „Die Hemmschwelle für Züchter, im Gemeindegebiet einen Kampfhund zu halten, soll noch größer werden“ sagt der Kämmerer. Nach seinen Angaben ist derzeit in Holzkirchen kein Kampfhund gemeldet.

Zuletzt hatte die Gemeinde im Jahr 2015 die Hundesteuern erhöht, nachdem die Sätze bis dahin 33 Jahre lang unangetastet geblieben waren. „Damals haben wir gesagt, alle vier oder fünf Jahre kommt die Hundesteuer auf den Prüfstand“, sagt Wendlinger, „das ist jetzt der Fall.“ In den vergangenen Jahren, so der Kämmerer, sei der finanzielle Aufwand der Gemeinde für die Entsorgung der Hunde-Hinterlassenschaften deutlich angewachsen; investiert wurde unter anderem in umweltfreundliche Hundekot-Beutel. Von 27 400 Euro im Jahr 2013 stieg dieser Haushaltsposten auf nunmehr 36 500 Euro. Da es sich bei der Hundesteuer um eine „Aufwandsteuer“ handle, sei eine Erhöhung angezeigt.

Aktuell sind nach Auskunft der Gemeinde 662 Hunde im Rathaus angemeldet (80 mehr als vor fünf Jahren). Die Neufassung der Satzung will Wendlinger nutzen, um erstmals Geldbußen festzusetzen für Hundehalter, die ihren Vierbeiner nicht oder zu spät anmelden. Grundsätzlich gilt: Alle Hunde, die älter als vier Monate sind, müssen eine Hundemarke tragen.

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