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Riesen-Andrang bei „Rathaus-Impfen“: Ab jetzt gibt es eine schnelle Ü70-Senioren-Spur

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Von: Andreas Höger

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Impfschlange vor dem Impfbus plus am Holzkirchner Rathaus, November 2021.
Teilweise stundenlang harrten Impfwillige am Samstag vor dem Holzkirchner Rathaus aus, um sich eine Impfung zu holen. Beim nächsten „Rathaus-Impfen“ am 27. November soll es eine Extraspur für Senioren geben. © Landratsamt Miesbach

Die Schlange wand sich mehrere hundert Meter durch den Ortskern: 370 Impflinge nahmen bis zu drei Stunden Wartezeit in Kauf, um sich am Samstag im Holzkirchner Rathaus ihren Pieks zu holen. Die Aktion wird an den nächsten Samstagen wiederholt, dann mit einer schnellen „Senioren-Spur“.

Holzkirchen – Dem Bürgermeister war nicht ganz wohl. Je näher der Samstag (20. November) rückte, „desto größer wurden meine Sorgen, ob wir den Andrang bewältigen können“, sagt Christoph Schmid. Sicherheitshalber eilte der Holzkirchner Rathauschef am Samstag frühmorgens ins Rathaus, wo um 9 Uhr die erste Holzkirchner Impfbus plus-Aktion des Landkreis-Impfzentrums startete. Im großen Ratssaal, mit Zugang vom Herdergarten, wurden die Corona-Vakzine verabreicht. Freie Auswahl, ohne Anmeldung. „Um 7.30 Uhr standen schon die Ersten an“, berichtet Schmid.

Offiziell war die Aktion bis 13 Uhr angesetzt. Bald zeichnete sich ab, dass das Zeitfenster nicht reicht. „Die Schlange zog sich vom Rathaus durch den Herdergarten bis runter zur alten Polizei“, berichtet Schmid. Er selbst und Landrat Olaf von Löwis, der vorbeischaute, motivierten die frierende Schlange mit Gummibären und Schokolade zum Durchhalten.

Impflinge warten ohne Murren auf ihren Pieks

Erst gegen 15.15 Uhr setzte einer der fünf Ärzte die letzte Spritze. „Die Leute haben diszipliniert gewartet“, lobt Schmid, „keiner hat gemurrt.“ Und jeder habe seine Spritze bekommen, betont Beate Faus, die Leiterin des Landkreis-Impfzentrums.

Das Gros, etwa drei Viertel, machten „Booster“ (Drittimpfungen) aus. Etliche ältere, auch gehbehinderte Bürger harrten dafür lange in der Warteschlange aus. Hier wird bei der zweiten Auflage am Samstag, 27. November, nachgebessert. Laut Faus soll es künftig bei allen mobilen Angeboten eine separate Ü 70-Spur geben für Senioren und Gehbehinderte, um deren Wartezeit zu verkürzen. Zudem verspricht Faus, dass jeder, der sich bis 13 Uhr am Rathaus in die Schlange stellt, garantiert seinen Pieks bekommt. „Ganz gleich, wie lange das dann noch dauert.“

Schmid suchte beim Abgehen der Schlange das Gespräch und stellte fest, dass das niederschwellige Impfangebot überregional angenommen wurde. „Die Leute kamen bis aus Dachau und Fürstenfeldbruck.“ Eine Gruppe Bauarbeiter besorgte sich die Erstimpfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson, das schon nach einer Dosis als vollwertige Impfung gilt. Schmid erzählten sie, dass sie sich die Impfung holen, um auf Baustellen unkomplizierter arbeiten zu können.

Impfbus kommt am 9. Dezember nach Otterfing

Angesichts des Andrangs könnte sich Schmid vorstellen, auch das Kultur im Oberbräu als Impfstation anzubieten. Doch zusätzliche mobile Angebote, neben dem Impfzentrum in Hausham, sind laut Faus personell nicht zu stemmen. „Wir brauchen die Mitarbeiter im Impfzentrum, deshalb können wir nicht täglich mit dem Impfbus unterwegs sein.“ Im Landkreis-Norden bleibt es bis auf Weiteres, bis einschließlich Januar, bei den Samstags-Impfungen im Holzkirchner Rathaus. Zusätzlich macht der Impfbus am Donnerstag, 9. Dezember, Station in Otterfing (9 bis 13 Uhr, Otterfinger Hof am Sportzentrum).

„Wir Ärzte sind froh um zusätzliche Impfangebote vor Ort“, sagt der Warngauer Hausarzt Dr. Winfried Dresel. In seiner Praxis verimpfen er und Kollegin Dagmar Vogel an vier Wochentagen durchschnittlich 60 bis 70 Dosen. Mehr gehe derzeit nicht. „Die Infekt-Saison läuft und bremst uns aus.“ Nach Impfterminen frage überwiegend die Booster-Gruppe, sie müssen in der Regel zwei bis drei Wochen warten. „Erstimpfungen sind selten“, sagt Dresel. Und das betrifft nicht nur seine Warngauer Praxis, wie Zahlen aus der Vorwoche belegen: Laut Landratsamt meldeten die Praxen im Landkreis binnen einer Woche 237 Erst- und 236 Zweitimpfungen. 1826 Bürger bekamen den Booster gesetzt.

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