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Die Mittelschule stammt laut Rathaus aus den 1960er Jahren. Jetzt kam heraus, dass auch in ihren Gebäuden Schadstoffe schlummern. So aufwendig wie bei der Grundschule nebenan wird die Entsorgung wohl nicht. 

Sanierung ist nötig

In Mittelschule schlummern Schadstoffe

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Schadstoffe wie künstliche Mineralfaser, Asbest und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe schlummern in der Mittelschule. Eine Gefahr für Nutzer besteht laut Gemeinde nicht.

Holzkirchen –  Christian Turnwald hält sich zurück mit dem Jammern: „Das Schulhaus ist ein altes Haus und es wird nicht jünger“, sagt der Leiter der Mittelschule Holzkirchen. Letzten Winter fiel mal die Heizung aus, die Fenster sind undicht. Es mangle an vielen Kleinigkeiten. Provisorisch flicken lasse sich das nicht mehr.

Und so wartet Turnwald auf die Sanierung der Mittelschule an der Baumgartenstraße. Dass es brennt, hat die Gemeinde längst erkannt, im Mobilitätskonzept rangiert das Projekt oben auf der Liste. Auch im Haushalt ist dafür Geld reserviert: 2017 250 000 Euro, 2018 sind 1,8 Millionen Euro vorgemerkt, 2019 2,9 Millionen Euro und 2020 drei Millionen Euro. Trotzdem muss sich die Schulfamilie gedulden. „So schnell wird das nicht gehen“, meint Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus.

Eine erste Untersuchung des Gebäudes gab es schon: Laut Haunschild wurden dabei „minimal“ Schadstoffe festgestellt. Nach Auskunft des Bauamts handelt es sich dabei im Wesentlichen um Produkte auf Basis künstlicher Mineralfaser (KMF), Asbest sowie polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK). Holzschutzmittel wie PCP/Lindan beziehungsweise Kontaminationen von PCB wurden nicht nachgewiesen. Wichtig: „Die vorhandenen Schadstoffe haben in ihrer aktuellen Einbausituation keinerlei Auswirkungen auf die Raumluft, sodass keine Gefährdung für den Nutzer noch für den Betrieb der Gebäude besteht“, heißt es aus dem Bauamt. So befänden sich die KMF-Stoffe – in Heizleitungen oder Trittschalldämmung unter Estrichen – außerhalb der Zugänglichkeit der Schüler und Lehrer. Die Asbestprodukte etwa in Heizkörperdichtungen seien der Dringlichkeitsstufe drei, also der niedrigsten zuzuordnen. Bedeutet: Eine Neubewertung durch einen Sachverständigen sei langfristig nötig – in Abständen von fünf Jahren. Die PAK-haltigen Materialien lägen weit unterhalb der Grenzwerte. Es bestehe also kein sofortiger Handlungsbedarf.

„Das ist bei Weitem nicht so schlimm wie bei der Grundschule“, sagt Haunschild. Wie berichtet, traten bei deren Sanierung PCB, teerhaltige Materialien sowie Asbest zutage, was eine teure und komplizierte Entsorgung nach sich zog. Die Schadstoffsanierung bei der Mittelschule werde in viel geringerem Umfang ausfallen. In der Grundschule habe damals auch keine Gefahr für die Kinder bestanden, betont Haunschild – weil die Schadstoffe gebunden waren.

Was die Mittelschule mit Pavillon, Nord- und Westtrakt betrifft: „Wir müssen mit der Planung neu anfangen.“ Die alte sei überholt, der Raumbedarf müsse neu ermittelt werden, auch vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen an Mittelschulen.

Aus Turnwalds Sicht ist das Tal überwunden: „Die Schülerzahlen sind stabil.“ Ab dem neuen Schuljahr besuchen rund 270 Schüler die Einrichtung. Die exakte Zahl kann er nicht nennen, was mit den flexiblen Übergangsklassen zusammenhänge. Die besuchen Asylbewerber oder Kinder aus europäischen Nachbarstaaten, „die der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind“. Sobald sie Deutsch können, wechseln sie in Regelklassen oder andere Schularten.

„Bedarf an Räumen ist immer da“, sagt Turnwald. Etwa für das Ganztagesangebot, das ab September flächendeckend für alle Klassenstufen gilt. In der fünften und sechsten Klasse gibt es eine gebundene Form mit richtigen Klassen und Lehrkräften aus den eigenen Reihen. In den höheren Klassen eine offene Form mit gemischten Altersstufen und externen Betreuern. Die Mittelschule tut einiges, um ihr Image aufzupolieren: Vertiefen will man die Kooperationsklassen, die auf einer Zusammenarbeit mit dem Förderzentrum Hausham beruhen. Auch die „Wertesäulen“ baut die Schule weiter aus. Hier werden Höflichkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Freundschaft gepflegt. „Wir haben eine ausgesprochen angenehme Schülerschaft“, betont der Rektor.

Turnwald hofft zudem auf einen neuen Konrektor. Der bisherige, Ferdinand Falkenberg, sei vor einem halben Jahr an die Lehrerakademie nach Dillingen abgeordnet worden. Kommissarisch übernahm Lehrerin Barbara Unsinn den Posten. „Die Stelle ist noch nicht ausgeschrieben“, sagt Turnwald. „Wir warten drauf.“

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