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Auch neue Mitglieder konnten Christian Hirschberg (l.) sowie (v.r.) Michaela Scheel, Stefan Scheel und Vorsitzender Simon Drexl beim Infostand am Marktplatz gewinnen.

Infostand am Marktplatz Holzkirchen

Südspangen-Befürworter sammeln sich Rückhalt

Holzkirchen – Die Debatte um die Südumfahrung treibt Holzkirchen wieder um, seit das Projekt für den vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen ist (wir berichteten). Am Wochenende stellten sich nun die Befürworter von der Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelästigung mit einem Infostand am Marktplatz Fragen und Diskussionen.

Die vier Vereinsvertreter der Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelästigung in Holzkirchen hatten drei Stunden lang keine Langeweile, berichtet Michaela Scheel, rund 50 Passanten informierten sich. Auch einige neue Mitglieder konnte man gewinnen. Aktuell sind es mehr als 350. 

Die Schutzgemeinschaft ist der Meinung, dass eine Südumfahrung von Holzkirchen der Schlüssel und die einzige Möglichkeit ist, auch für Großhartpenning und Kurzenberg eine Verkehrsentlastung zu bekommen. Denn ihre Umsetzung ist nur für den Fall ins Auge gefasst, dass eine ortsnahe Holzkirchner Südspange gebaut wird. Im neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) sind sie wie berichtet im weiteren Bedarf mit Planungsrecht vorgesehen. 

Der Nutzen von Umgehungsstraßen liegt für die Schutzgemeinschaft auf der Hand: Es könnte der Durchgangsverkehr reduziert werden. Dessen Anteil am Verkehr in Holzkirchen liege bei 55 Prozent – in absoluten Zahlen bei 14 000 Pkw und 700 Lkw täglich. Diese Zahlen ziehen die Befürworter übrigens ebenso wie die Gegner aus der Analyse des Verkehrsbüros Kaulens von 2015 – allerdings von anderen Messstellen. Die Befürworter beziehen sich auf den Ortseingang Tölzer Straße, auf den sich auch das Projektdossier zum BVWP bezieht. 

Komme die Südspange nicht, befürchtet die Schutzgemeinschaft deutlich mehr Verkehrsbelastung: Der Verkehr nimmt nicht ab, sondern zu. Im Jahr 2030 würden täglich rund 9000 bis 12 000 Pkw (je nach Teilstück) und rund 1000 Lkw den Ortseingang Tölzer Straße und Großhartpenning passieren, leitet die Schutzgemeinschaft aus den Prognosen des Straßenbauamts ab. Mit Umgehungsstraßen würden diese bis auf einige Lkw (etwa Lieferverkehr) von der Ortsdurchfahrt auf Umfahrungen ausweichen. An Pkw wären noch etwa 2000 bis 3000 zu erwarten. 

Ebenso wie staatliche Stellen sieht die Schutzgemeinschaft die Umwelt durch eine Südspange nur in geringem Maß berührt; schließlich solle keine der Trassen durch unberührte Natur verlaufen, sondern über landwirtschaftlich genutzte Wiesen. Schutzgebiete wären also nicht betroffen. Auch am kommenden Samstag will der Verein wieder auf dem Grünen Markt für eine Umgehungsstraße werben: Der Infostand ist von 9 bis 12 Uhr vor dem Rathaus aufgebaut.

Von Katrin Hager

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