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Jedem Täufling zwei Schühchen: Holzkirchner Frauenbund in Aktion.

„Wenn die Füße warm sind, ist das ganze Kerlchen warm“

Interview: Darum strickt der Frauenbund Schühchen für Täuflinge

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Holzkirchen – Nadeln für den Nachwuchs: Der Frauenbund Holzkirchen um Vorsitzende Lisa Schlegl (60) strickt ab diesem Jahr Schühchen für Täuflinge. 

Frau Schlegl, warum brauchen Täuflinge gestrickte Schühchen?

Schlegl: Wenn die Füße warm sind, ist das ganze Kerlchen warm. Damit soll das Baby einen festen Stand im Leben bekommen.

Interessante Idee. Wie kamen Sie darauf?

Schlegl: Meine eigenen Kinder sind so um die 30 Jahre alt. Damals strickte ein Kollege meines Mannes, beziehungsweise dessen Frau, unseren Kindern kleine Söckchen. Das hat mich sehr gefreut.

So sehr, dass Sie auch selbst zur Stricknadel griffen?

Schlegl: Ich ließ mir damals die Anleitung geben. Und seit fast 30 Jahren stricke ich für Neugeborene im Bekanntenkreis wollene Schühchen und Söckchen. Seit vergangenem September bin ich Oma. Meine Enkelin Sophia hat schon vier Paar gekriegt.

Okay, aber wie kam es dann dazu, dass nun Täuflinge beschenkt werden?

Schlegl: Darauf brachte mich eine Aktion des Frauenbundes Rottach-Egern/Kreuth, der vergangenen Herbst Babyschuhe für die Neugeborenen im Krankenhaus Agatharied strickte.

Wann gibt es das Geschenk vom Frauenbund Holzkirchen?

Schlegl: Beim ersten Taufgespräch sollen die Eltern die Socken bekommen, mit einem kleinen Kärtchen und einem Spruch versehen. Es dient auch als erster Kontakt, und vielleicht kann sich der Frauenbund auf diese Weise bemerkbar machen und mehr junge Frauen gewinnen. Wir sollten nicht immer nur darüber jammern, dass es zu wenig Nachwuchs gibt, sondern auch was tun für die jungen Frauen.

Das macht pro Jahr wie viel Paar Schühchen?

Schlegl: Rund 50 Paar. Ich habe schon zehn Paar vorgestrickt. Für einen Socken brauche ich zweieinhalb Stunden. Das geht so nebenher, beim Fernsehschauen oder S-Bahn-Fahren.

Klingt trotzdem nach viel Arbeit....

Schlegl: Vorerst bekommen nur Täuflinge in Holzkirchen, Föching und Hartpenning welche. Gibt es später genug Strickerinnen, können wir die Aktion auf Warngau und Wall ausweiten. Dort existiert kein eigener Frauenbund. Und vielleicht können wir so Kontakte knüpfen. Immerhin gibt es ja seit einiger Zeit den neuen Pfarrverband Holzkirchen-Warngau.

Zum Schluss die Farbenfrage: Rot für Mädchen, blau für die Buben?

Schlegl: Ja, im Grunde werden wir das so machen. Aber es muss nicht immer so sein. Meine Enkelin hat zum Beispiel auch Socken in grün-blau, und das passt wunderbar zu ihrer Kleidung.

Die Strickerinnen

des Frauenbunds Holzkirchen treffen sich fortan alle vier bis fünf Wochen im Pfarrzentrum Holzkirchen. Mitzubringen sind Wolle und kurze Strumpfstricknadeln. Eine Anleitung zum Stricken steht zur Verfügung. Auch Nichtmitglieder sind willkommen. Nähere Infos erteilt Vorsitzende Lisa Schlegl unter 08024/3347.

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