Autos am Bahnübergang in der Miesbacher Straße in Holzkirchen, der wegen eines Defekts der Schranken nach einem Unfall am Bahnübergang bei Thann von Hand mit einer Absperrung gesichert werden muss. Darauf weist ein Schild „Halt!“ hin.
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Wie am Bahnübergang in der Miesbacher Straße in Holzkirchen (im Archivbild) muss derzeit auch der benachbarte Bahnübergang in der Tegernseer Straße per Hand geschlossen werden.

Nur einen Monat nach schwerem Zugunglück

Irre Aktion in Holzkirchen: Beifahrer lotst Autofahrer über geschlossenen Bahnübergang

  • vonKatrin Hager
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Mehrere Autofahrer sind am Freitagmorgen über den geschlossenen Bahnübergang in der Tegernseer Straße in Holzkirchen gefahren. Für den lebensgefährlichen Leichtsinn gibt‘s eine saftige Quittung.

Wie die Polizei Holzkirchen berichtet, fuhren am Freitag gegen 05.02 Uhr mehrere Pkw über den beschrankten Bahnübergang in der Tegernseer Straße zwischen Holzkirchen und Lochham.

Beifahrer postiert sich mitten auf den Schienen, als der Zug naht

Da aufgrund einer Störung die Bahnschranken derzeit manuell bedient werden, war Schrankenpersonal vor Ort, das für die Schließung der Schranken verantwortlich ist. Zum Zeitpunkt des Überquerens waren die (Halb-)Schranken bereits eine Minute geschlossen. Wie das Bahnpersonal beobachtete, stellte sich der Beifahrer eines Pkw Audi auf die Schienen und winkte den Fahrer des Audi und zwei weitere Fahrzeuge über den Bahnübergang, berichtet die Polizei.

Ein Zeuge konnte sich das Kennzeichen des Audi und eines Ford notieren. Die Halter wurden bereits ermittelt.

Hohe Geldstrafe und Fahrverbot

Das vorsätzliche Überqueren eines Bahnübergangs bei geschlossener (Halb-)Schranke stellt ein besonders schwerwiegendes Vergehen dar und wird mit einer Geldstrafe von 700 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem dreimonatigem Fahrverbot geahndet.

In diesem Fall war der Zug noch eine Minute vom Bahnübergang entfernt, sodass es zu keiner Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern kam. Allerdings appelliert die Polizei an alle Verkehrsteilnehmer, sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht mutwillig und unnötig in Gefahr zu bringen: „Sie gefährden mit Ihrem rücksichtslosen Verhalten auch den Bahnverkehr und auch das Leben anderer.“

Der Bahnübergang in der Tegernseer Straße muss - ebenso wie drei weitere - seit dem schweren Unfall am Bahnübergang Thann vor einem Monat per Hand von Bahnpersonal gesichert werden, wenn ein Zug naht.

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