Karl Bär im Saal
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Karl Bär tritt als Direktkandidat für die Bundestagswahl 2021 an.

Fast alle Anzeigen zurückgezogen

„Jetzt weiß ich, woran ich bin“: Prozess gegen Karl Bär geht weiter

  • Marlene Kadach
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Pestizidkritik: Der Prozess gegen Karl Bär in Bozen geht weiter. Fast alle Anzeigen sind inzwischen aber zurückgezogen.

Holzkirchen – Der Prozess gegen den Grünen Gemeinde- und Kreisrat Karl Bär aus Holzkirchen geht weiter. Allerdings unter veränderten Vorzeichen: 1374 Personen haben ihre Anzeigen gegen den 36-Jährigen zurückgezogen, teilt das Umweltinstitut München mit, wo Bär als Referent für Agrar- und Handelspolitik arbeitet. Zwei Landwirte jedoch haben ihre Anzeigen aufrechterhalten, das Verfahren wird fortgesetzt. „Jetzt weiß ich wenigstens, woran ich bin“, sagt der Holzkirchner, der Grünen-Direktkandidat im Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/ Miesbach für die Bundestagswahl 2021 ist.

Wie berichtet, steht Bär wegen übler Nachrede und Markenfälschung in Bozen vor Gericht. Hintergrund ist Bärs massive Kritik am Pestizideinsatz in Südtirol, genauer gesagt geht es um die provokative Kampagne Pestizidtirol im Sommer 2017. Der Südtiroler Landesrat Arnold Schuler hatte daraufhin geklagt, weit über 1370 Obstbauern schlossen sich seinem Vorstoß an. Die Verfahren gegen Bärs Kollegen vom Umweltinstitut wurden eingestellt. Der österreichische Buchautor Alexander Schiebel, der aus ähnlichen Gründen in einem Parallelverfahren in Bozen vor Gericht erscheinen musste, wurde freigesprochen.

Vor Kurzem hatte Bär seinen Kontrahenten ein Ultimatum gestellt: Darin forderte er sie auf, ihre Anzeigen bis Ende vergangener Woche zurückzuziehen. Andernfalls „werden wir detaillierte Daten über den Chemieeinsatz in Südtirols Obstplantagen veröffentlichen, die in den Prozessakten gelandet sind“, warnte Bär. Die Drohung hat offenbar Wirkung gezeigt. Nachdem Schuler und seine Anhänger bereits mehrmals angekündigt hatten, die Anzeigen zurückzuziehen, „haben sie es jetzt tatsächlich getan“, berichtet Bär. Die beiden übrig gebliebenen Landwirte sollen laut Bär am 29. Oktober vor Gericht aussagen. Die Ergebnisse der Auswertung der Betriebsdaten will das Umweltinstitut voraussichtlich Ende des Jahres auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Obstwirtschaft in Südtirol präsentieren und diskutieren, kündigt Bär an.

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