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Kaffee verbindet: Stanley Maniragaba, Chef einer Kaffee-Kooperative aus Uganda, besuchte den Weltladen in Holzkirchen, wo ihn Rudolf Hogger begrüßte.

Kaffee-Farmer besucht Eine-Welt-Laden

Faire Bohnen von den Hügeln Ugandas

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Stanley Maniragaba, der Chef einer Kooperative von Kaffee-Farmern aus Uganda, besuchte den Eine-Welt-Laden in Holzkirchen. Er hatte eine Botschaft mitgebracht.   

Holzkirchen – Stanley Maniragaba ist ein Hoffnungsträger. Ein Hoffnungsträger für 9500 Kaffeebauern und deren Familien im Westen von Uganda. Ein Hoffnungsträger aber auch für fairen Handel zwischen dem reichen Europa und Afrika, das dringend mehr Zukunft braucht.

Als Chef einer Kooperative von Kaffee-Farmern ist der 64-Jährige derzeit in Europa unterwegs, um zusammen mit seinen Partnern Naturland und Gepa die Werbetrommel zu rühren. Jetzt war er – mit einer kleinen Naturland-Delegation – zu Gast im Holzkirchner Eine-Welt-Laden, wo ihn Rudolf Hogger begrüßte, der Vorsitzende des rund 100 Mitglieder zählenden Eine-Welt-Vereins. Zuvor hatte der Gast aus Uganda den Otterfinger Archehof von Georg Schlickenrieder besucht, dessen Betrieb ebenfalls naturland-zertifiziert ist.

Seit 2016 bauen nicht alle, aber immerhin über 2000 Kleinbauern der Kooperative ihren Kaffee nach Naturland-Richtlinien an. Meist bewirtschaften sie nur ein bis zwei Hektar. „Durch die Umstellung auf Öko-Anbau sind die Erträge gestiegen“, berichtet Maniragaba, „vor allem bekommen wir durch die bessere Qualität und den fairen Handel höhere Preise.“ 

Das macht die Kleinbauern nicht nur unabhängig vom Preisdumping internationaler Handelsriesen. Die Ökoprämie ermöglicht der Region auch bessere Wasser-, Gesundheits- und Schulversorgung. „Und ganz wichtig ist: Unsere Bauern haben Planungssicherheit, können auch mal investieren“, sagt der 64-Jährige, der noch betont, das fast ein Drittel seiner kleinbäuerlichen Betriebe von Frauen geleitet werden.

Angebaut wird, im Hügelland von Bushenyi, die Robusta-Bohne, die gegenüber der bekannteren Arabica oft einen schweren Stand hat – zu unrecht, wie Susanne Nowak findet, die sich im Eine-Welt-Laden um den Einkauf kümmert. „Reine Robusta hat eine ganz besondere Qualität.“ Das neueste Produkt, eine Espresso-Röstung, zählt zu den Raritätenkaffees. Demnächst, so verspricht Hogger, sollen die Bohnen auch in Holzkirchen erhältlich sein. „Hat halt seinen Preis“, sagt Nowak. 250 Gramm kosten 7,30 Euro. Da es im Sortiment des Weltladens durchaus auch günstigeren Kaffee gibt, verkaufen sich die Premium-Sorten nicht allzu gut, seufzt Nowak.

Trotzdem hofft Stanley Maniragaba, dass sein Kampala-Espresso Absatz findet in Germany. „Wenn man diesen Kaffee genießt, ist das auch ein Zeichen des Respekts vor dem Farmer, der diese Bohnen hergestellt hat.“ 

Andererseits ermahne er seine Farmer, stets auf höchste Qualität zu achten. „Ich sage ihnen, dass es in Deutschland Leute gibt, die unseren Kaffee ehrenamtlich verkaufen und dass es Menschen gibt, die dafür mehr bezahlen, weil sie uns helfen wollen.“

So fein der Kaffee aus Uganda auch schmeckt, im Land selber wird er kaum genossen. Das liegt weniger am Preis als an der regionalen Vorliebe. In der ehemals englischen Kolonie wird überwiegend Tee getrunken, eine Kaffeekultur wie in Europa gibt s nicht. 

Stanley Maniragaba und seine Kooperative wollen auch das ändern. So schaute der 64-Jährige während seiner Dienstreise in Deutschland sehr genau hin, welche Vermarktungsstrategien die Partner nutzen.

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