Grüner Gemeinderat Karl Bär bei einer Pressekonferenz in Bozen zum Thema Pestizideinsatz in Südtirol
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Die Äpfel im Blick: Bei einer Pressekonferenz in Bozen äußerten sich Karl Bär (M.), sein Rechtsanwalt Nicola Canestrini (l.) und der österreichische Autor Alexander Schiebel zum Pestizideinsatz in Südtirol.

Wegen Kritik am Pestizideinsatz in Südtirol vor Gericht

Karl Bär nach jüngstem Prozesstermin in Bozen: „Habe ein gutes Gefühl“

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Nach dem jüngsten Prozesstermin in Bozen gegen ihn ist der Grüne Gemeinde- und Kreisrat Karl Bär aus Holzkirchen positiv gestimmt.

Holzkirchen – „Ich gehe davon aus, dass ich da gut rauskomme“, sagt der 36-Jährige gegenüber unserer Zeitung. Zum einen, weil die drei Nebenkläger – darunter der Südtiroler Landesrat Arnold Schuler – ihre Nebenklage fallen ließen. „Das ist gut, weil das den Prozess für mich einfacher macht“, erklärt Bär. Zum anderen, weil der Großteil der 1376 klagenden Obstbauern – die sich Schulers Vorstoß angeschlossen hatten – die Anzeige zurückgezogen hat. Nur zwei davon haben das laut Bär bislang nicht getan. „Aber ich hoffe, dass diese beiden Anzeigen auch noch zurückgezogen werden.“

Ein gutes Gefühl gibt Bär darüber hinaus die Tatsache, dass der österreichische Buchautor Alexander Schiebel, der aus ähnlichen Gründen in einem Parallelverfahren in Bozen vor Gericht erscheinen musste, an seinem ersten Prozesstag am vergangenen Freitag nach wenigen Minuten freigesprochen wurde. Schiebel ist Autor des aufsehenerregenden Buches „Das Wunder von Mals“.

Wie berichtet, muss sich Bär, der als Umwelt- und Agrarreferent beim Umweltinstitut München arbeitet, vor in Bozen Gericht wegen seiner massiven Kritik am Pestizideinsatz in Südtirol, genauer gesagt wegen seiner provokativen Kampagne Pestizidtirol im Sommer 2017, verantworten. Es geht dabei um erschwerte üble Nachrede und Markenfälschung, ihm drohen nach eigenen Angaben Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe und schlimmstenfalls sogar eine Gefängnisstrafe.

Bekanntlich geht der 36-jährige Bär im Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach als Grünen-Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2021 ins Rennen. Der Prozess gegen den Holzkirchner wird voraussichtlich heuer am 22. Oktober in Bozen fortgesetzt.

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