Viel Platz für Sportstätten oder gar ein Freibad bietet das Moarhölzl. Die Realisierung größerer Sportanlagen will der Markt Holzkirchen langfristig anpacken und dabei auch prüfen, ob sie im Moarhölzl entstehen können.
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Viel Platz für Sportstätten oder gar ein Freibad bietet das Moarhölzl. Die Realisierung größerer Sportanlagen will der Markt Holzkirchen langfristig anpacken und dabei auch prüfen, ob sie im Moarhölzl entstehen können.

Ernüchterung im Gemeinderat

Keine große Perspektive: Katerstimmung bei Sportentwicklungsplan

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Zu unkonkret und wenig ambitioniert: Viele Gemeinderäte zeigten sich enttäuscht von der Prioritätenliste in Sachen Sportentwicklungsplan, den die Verwaltung präsentiert hat. Jetzt soll nachjustiert werden.

Holzkirchen – Die Möglichkeiten für den Sport sollen in Holzkirchen besser werden. Dafür erstellte die Gemeinde einen Sportentwicklungsplan, in dem die Empfehlungen des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS) einflossen. Bei Workshops durften Vertreter aus Vereinen, Schulen und Kitas Wünsche äußern.

Eine Prioritätenliste der erarbeiteten Maßnahmen stellten Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) und Standortförderin Eva-Maria Schmitz jetzt im Gemeinderat vor. Die Vorschläge sind unterteilt in kurzfristige Projekte, die binnen drei Jahren realisiert werden sollen, in mittelfristige, die die Gemeinde innerhalb von vier bis sechs Jahre anpacken will, und in langfristige Maßnahmen, die sieben bis 15 Jahre in Anspruch nehmen können.

Schnelle Projekte

Eine schnelle Umsetzbarkeit sieht die Verwaltung laut Schmitz bei der Transparenz von Hallenbelegungen. „Das war den Vereinen ein großes Anliegen.“ Auch eine Digitalisierung ist hier als kurzfristige Maßnahme vorgemerkt. Der Sportbeauftragte Jörg Wedekind soll ein System für Holzkirchen entwickeln.

Zügig soll außerdem ein Konzept für Laufsportwege entstehen. „Der vereinsunabhängige Sport und das Spazierengehen“ habe in der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. „Der RSLC Holzkirchen hat Vorarbeit geleistet“, sagte Schmitz. Die Vorschläge beruhen auf bestehenden Wegen und benötigen eine Beschilderung. Bewegungsfreundliche Schulhöfe stehen ebenfalls oben auf der Agenda. Dies wurde laut Schmitz in den Auslobungsunterlagen für den Neubau der Mittelschule berücksichtigt.

In der Warteschleife

Zu den mittelfristigen Projekten gehört der Block Sport und Bewegung im öffentlichen Raum. Eine Bestandsanalyse von Spielplätzen und Grünflächen sei geplant.

Eine Standortanalyse für verschiedene Sportarten soll ebenfalls mittelfristig erfolgen, vor allem die Bedeutung des Moarhölzls rückt dabei in den Mittelpunkt. Die Realisierung von Sportanlagen benötige eine Vorarbeit. Daher müsste man sich frühzeitig mit Konzeptionen oder Machbarkeitsanalysen beschäftigen. Verschiedene Vereine, aber auch Vertreter einzelner Sportarten wie Tennis, Schwimmen und Eissport haben laut Schmitz Bedarf geäußert. Eine Bürgerbefragung ergab zudem den Wunsch nach einem Freibad. Hier stelle sich die Frage, inwieweit Anlagen am Moarhölzl realisierbar sind, oder welche weiteren Flächen es gebe, so Schmitz. Darüber hinaus sei die Frage eines weiteren Kunstrasenplatzes zu klären. Zudem müsse man die Größe einzelner Sportstätten eruieren. Langfristig soll die Realisierung größerer Sportanlagen angepackt werden. Dazu zählen etwa ein neues Eisstadion, ein neuer Fußballplatz oder ein Freibad.

Davon abgesehen will man ab dem Haushaltsjahr 2021 Sonderrücklagen von 200 000 Euro für die Sportentwicklung reservieren.

Ernüchterndes Resultat

Im Gemeinderat kamen die Vorschläge mäßig an. Moritz Remuta (Grüne) hielt zwar – wie andere Kollegen – die Sonderrücklage für sinnvoll. „Aber der Rest ist enttäuschend.“ Es fehlte ihm eine „Perspektive für das Allgemeinwohl.“ Der Schulhof an der Mittelschule sei nicht der einzige, wo man handeln könne. Auch an anderen Schulen sehe man Handlungsbedarf, sagte Schmitz.

Hubert Müller (FWG) zeigte sich ebenfalls enttäuscht: „Ich hätte mir mehr erwartet.“ Gerade bei einer neuen Eishalle. Josef Sappl senior (CSU) nickte: „Wir reden seit Jahren von einem Eisstadion. Es wird Zeit, dass wir den ersten Schritt machen.“

Michael Wohlschläger (CSU) vermisste bei den mittelfristigen Plänen eine Lösung für die marode Föchinger Turnhalle. Auch der angedachte Föchinger Kunstrasenplatz war ihm ein Anliegen. Schmid bekräftigte, dass das eine Rolle spiele.

Sebastian Franz (CSU) sah Konkretisierungsbedarf, genau wie Torsten Hensel (FWG). „Damit Vereine besser planen können.“ Wolfgang Huber (SPD) sprach von der „klassischen Katerstimmung“. Die Digitalisierung der Hallenbelegung hätte man längst machen können. Er wünschte sich eine realisierbare Darstellung für Eishalle, Fußball, Tennis oder Schwimmen. Es fehle an Visionen. Für das Moarhölzl hätten vor Jahren Skizzen existiert. Laut Schmid muss man hier aber eine Standortanalyse machen und die Erschließung klären. „Ich würde gerne die Euphorie teilen“, sagte er. „Aber wir sollten uns nicht vergaloppieren.“

Robert Wiechmann (Grüne) schlug vor, die Beschlussvorlage zurückzuziehen, um alles zu überarbeiten. Das machte der Bürgermeister am Ende dann auch.

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