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Blütenschild vor Blütenpracht: Hannah Langohr (Ökomodell-Region) und Bürgermeister Olaf von Löwis stellten gestern die neue Beschilderung der bisher neun Holzkirchner Blühwiesen vor. 

Marktgemeinde markiert ihre Blühwiesen 

Keiner soll‘s übersehen: Holzkirchen wie es blüht und summt

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Jetzt im Mai entfalten sie ihre bunte Pracht: Neun straßenbegleitende Blühwiesen hat die Marktgemeinde Holtzkirchen seit 2014 angelegt. Da man den kleinen Artenvielfalts-Oasen ihre ökologische Bedeutung nicht immer ansieht, stellte das Rathaus jetzt Blumenschilder auf. Ein Beispiel, dem andere Gemeinde folgen können.

Holzkirchen Ortstermin am Ortsausgang: Wenn Lkw auf der Miesbacher Straße (B 13) in den Ort rauschen, versteht man kaum seit eigenes Wort. Doch sobald der Verkehrslärm verebbt, hört man es summen. Emsig schwirren Bienen zwischen rapsgelbem Barbarakraut und violetten Lichtnelken, als hätte man sie extra losgelassen.

In der üppigen Blühpracht, einem Grünstreifen zwischen Radweg und Bahndamm, steht Bürgermeister Olaf von Löwis und schwingt fröhlich den Gummihammer. Nur symbolisch, fürs Foto. Das Schild, das er virtuell einschlägt, es steht schon, platziert vom Bauhof. „Holzkirchen blüht und summt“, ist auf der stilisierten Blüte zu lesen.

„Jetzt blüht’s hier wunderbar, man sieht was“, sagt Löwis, „aber ohne Blüte sind unsere Blühwiesen für viele kaum wahrnehmbar.“ Da der Bauhof zum Teil gezielt kiesige Magerstandorte geschaffen hat, „wirken die Flächen vielleicht sogar ungepflegt“.

Die Blumenschilder markieren bisher neun Blühwiesen sowie zwei Streuobstwiesen, Letztere am Grünen Zentrum und am Lehrgarten des Gartenbauvereins bei Marschall. Die Blühwiesen befinden sich an der Nordspange, am McDonalds-Kreisel, am Kreisel Industriestraße, an der St.-Josef-Straße, an der Flinspachstraße und eben an der Miesbacher Straße.

„Insgesamt über ein Hektar Gemeindeflächen“, betont Löwis, „und es soll mehr werden. Wir sind da für Tipps dankbar.“ Etliche Blumenschilder, entworfen von einem Holzkirchner Grafik-Unternehmen, liegen in Reserve. Bestellt wurden 50 Stück.

Rund 1000 Euro investierte die Gemeinde in die Schilderaktion – ein Pilotprojekt im Landkreis, dem die Kreisgemeinden folgen können. Anknüpfungspunkt ist die Öko-Modellregion Miesbacher Oberland. „Andere Gemeinden können das Design nutzen und über uns eigene Schilder mit individueller Beschriftung bestellen“, sagt Hannah Langohr, Sprecherin der Öko-Modellregion.

Die Schilder sind neu, das Blühwiesen-Engagement der Marktgemeinde erwachte indes schon vor fünf Jahren. Der Bauhof verzichtet seitdem auf chemische Unkrautbekämpfung; wo es sein muss, werden Heißluftstrahler eingesetzt. 2016 begann der Bauhof, insektenfreundliche Blühwiesen anzulegen. „Das ist nicht so leicht, wie man vielleicht denkt“, sagt Elisabeth Zehetmaier von der Standortförderung der Marktgemeinde. Je nach Pflanzort müsse die richtige Blühmischung gefunden werden. Bis zu 125 Euro kostet das Kilo. 200 Gramm braucht es, um 100 Quadratmeter zu besäen. „Der Boden muss vorbereitet werden, zum Teil wird sogar Humus abgetragen“, weiß Zehetmaier.

Der Blühwiesen-Vorsprung sicherte dem Rathaus einen Trumpf beim derzeit laufenden Wettbewerb „Bienenfreundliche Gemeinde“ des Bezirks Oberbayern, an dem sich die Marktgemeinde beteiligt. Die Jury war angetan nach einer ersten Begehung. „Unter 32 Bewerbern haben wir es unter die besten Sechs geschafft“, sagt Löwis. Es winkt ein Preisgeld von immerhin 1000 bis 3000 Euro, das die Gewinner laut Ausschreibung des Bezirks für ein bienen- und insektenfreundliches Projekt verwenden müssen.

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