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Im Landkreis Miesbach zahlen Autohalter für ihre Kfz-Versicherung mehr als etwa in Landsberg am Lech. Das liegt unter anderem am Unfallschwerpunkt A8 am Irschenberg.

Haftpflicht und Vollkasko auf höchster Stufe - Während anderswo die Beiträge sinken

Wegen der A8 ist die Kfz-Versicherung hier so teuer

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Irschenberg - Der Landkreis Miesbach ist ein teures Pflaster. Die Kfz-Versicherung im Miesbacher Raum ist bundesweit mit am teuersten. Dabei können die Miesbacher kaum was dafür.

Sprit, Wartung, Wertverlust: Diese Posten machen den Autobesitz zu einem nicht ganz billigen Vergnügen. Hinzu kommt dann noch die Versicherung, die zusätzliche Löcher ins Portemonnaie reißt. Insbesondere in der Region. Denn die Versicherungsbeiträge im Zulassungsbezirk Miesbach gehören im bundesweiten Schnitt zu den höchsten. Berechnet wird die Höhe der Versicherungsbeiträge durch die Einteilung der Zulassungsbezirke in sogenannte Regionalklassen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berechnet hierfür einen Indexwert für jeden Bezirk. Für Versicherungsanbieter ist der jedoch nicht verpflichtend.

Zum Hintergrund: Die Regionalklasse ist ein Risikomerkmal, um die konkrete Versicherungsprämie für die obligatorische Kfz-Haftpflichtversicherung sowie die Kaskoversicherung zu berechnen, erklärt Markus Czernik von der Allianz-Generalvertretung in Hausham. Für Erstere gibt es demnach zwölf Klassen, für die Vollkasko gibt es neun und für die Teilkasko 16 Klassen. Je höher die Klasse, in die ein Bezirk eingestuft wird, desto höher sind die entsprechenden Versicherungskosten.

Haftpflicht und Vollkasko auf höchster Stufe

Autofahrer in Miesbach müssen dabei besonders tief in die Tasche greifen. Der Landkreis liegt sowohl bei der Haftpflicht-, als auch bei Vollkaskoversicherung jeweils in der höchsten Klasse. Die Teilkasko ist in Klasse elf von 16. Bundesweit gibt es allerdings nur wenige Zulassungsbezirke, die höher eingestuft sind. Was Bayern anbelangt, ist mit Garmisch-Partenkirchen etwa nur ein einziger Zulassungsbezirk in Klasse 13 eingestuft.

Dieser Unterschied ergibt sich aus den Leistungen, die der jeweilige Versicherungstyp umfasst. Da die Unfallhäufigkeit bezogen auf die Anzahl der gemeldeten Fahrzeuge hoch ist, sind auch die Beiträge für die Kfz-Haftpflichtversicherung hoch.

Andere Faktoren: Hagel, Hochwasser, Kriminalitätsrate

Was außerdem die Höhe der Beiträge in der Kaskoversicherung beeinflusst, ist die Häufigkeit von Hagel- oder Hochwasserschäden sowie die Kriminalitätsrate. Allesamt fallen diese wiederum in Miesbach eher niedriger aus. Nicht berücksichtigt wird bei der Berechnung der Regionalklassen indes die Unfallhäufigkeit der Fahrer aus dem entsprechenden Zulassungsbezirk.

Dumm gelaufen: Die A8 am Irschenberg gehört auch zum Landkreis

Besserung, also ein Sinken der Beiträge, ist wohl nicht in Sicht. Ursächlich dafür ist etwa der Unfallschwerpunkt A8 am Irschenberg, der zum Zulassungsbezirk Miesbach zählt. Auch die im bundesweiten Vergleich schneereichen Winter sorgen dafür, dass sich in absehbarer Zeit auch nichts an den hohen Beiträgen ändern wird. Wer bei der Versicherung sparen möchte, könnte aber über einen Umzug nachdenken. Denn generell sind die Beiträge im Süden höher als etwa in Ostdeutschland. Auch wer in der Großstadt lebt, muss aufgrund der höheren Fahrzeugdichte etwas mehr berappen.

Wie sich unterschiedliche Wohnorte nun tatsächlich in Heller und Pfennig auf die jährlichen Haftpflicht-Beiträge niederschlagen, verdeutlicht ein Vergleich Miesbachs mit Landsberg am Lech. Laut dem Haushamer Versicherungsmakler Markus Czernik zahlt ein 44-jähriger Miesbacher, der einen Honda HR-V fährt, 346,02 Euro brutto. „In Landsberg, das in Klasse zehn eingestuft ist, zahlt der gleiche Fahrer nur 279,92 Euro brutto“, rechnet Czernik vor. Immerhin fast 70 Euro mehr.

Die Miesbacher dürfen also nicht auf niedrigere Beiträge hoffen. Anders als knapp ein Viertel der bayerischen Fahrzeugbesitzer, das sich 2017 über niedrigere Beiträge bei der Kfz-Haftpflichtversicherung freuen darf. Darunter etwa diejenigen in Aschaffenburg, Bayreuth oder Erding. Durch einige Änderungen in den Regionalklassen müssen aber rund zehn Prozent der Bayern auch mehr bezahlen. Darunter unter anderem die Memminger, Traunsteiner und Ansbacher. In absoluten Zahlen heißt das: Die Beiträge für Voll- und Teilkaskoversicherungen sinken in den 97 bayerischen Zulassungsbezirken für etwa 345 000 beziehungsweise 70 000 Autofahrer. Mehr bezahlen müssen 75 000 beziehungsweise 345 000 Fahrzeughalter.

Maximilian Greisinger

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