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Die Kiesgruben bei Fellach sind eine Belastung für Anwohner.  

Zwei Anträge auf Ausweisung abgelehnt

Kiesabbau: Gemeinderat stimmt gegen Erweiterung

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Die Flächen für den Kiesabbau bei Fellach wachsen vorerst nicht. Der Gemeinderat lehnte nun entsprechende Wünsche von zwei Abbauunternehmen ab.

Holzkirchen– FWG-Gemeinderat Martin Taubenberger aus Fellach hat sich an die „Mondlandschaft“ vor seiner Haustür gewöhnt. „Das ist halt so.“ Hier würden ja auch Arbeitsplätze dranhängen. Trotzdem leiden er und seine Nachbarn unter den Kiesgruben zwischen Fellach und Föching. Manch einer könne kaum ein Fenster kippen: „Wenn die das Fensterbrett abwischen, ist es nach einer halben Stunde wieder grau.“ So viel Dreck machen die Kiesgruben. Den Staub müssten Anwohner einatmen. Der Lärm, den Laster beim Auskippen produzieren, belästige sie.

Auf wenig Begeisterung stieß im Gemeinderat die Vorstellung, die Kiesgruben zu erweitern. Hierzu lagen in der Sitzung zwei Anträge vor. Zum einen beantragte die Max Schnitzenbaumer GmbH & Co. KG aus Weyarn eine Änderung des Flächennutzungsplans, um die Grundstücke mit den Flurnummern 1166/2 und 1166/3 als Kiesabbauflächen auszuweisen. Den zweiten Antrag auf Vorbescheid zum Kiesabbau mit Rekultivierung hatte die Georg Froschauer Erdbewegungen GmbH aus Weyarn eingereicht. Die Fläche (1129) befindet sich südlich der bestehenden Kiesgruben.

Eine Bauamtsmitarbeiterin erklärte, dass es sich beim ersten Antrag um einen 5700 Quadratmeter großen Waldstreifen handelt. Wie Geschäftsführer Michael Schnitzenbaumer auf Anfrage mitteilt, befindet sich dieser nördlich der Kiesfläche, die seine Firma schon bearbeitet. „Der Grundstückseigentümer ist auf uns zugekommen und hat sie uns angeboten.“ Das Bayerische Waldgesetz schütze Waldflächen in der Regel vor Kiesabbau, berichtete die Baumamtsmitarbeiterin. Eine Rodung wäre nötig. Robert Wiechmann (Grüne) bemerkte, er gebe im Landkreis einen Konsens, wonach Waldflächen nicht als Kiesflächen ausgewiesen werden. Laut der Mitarbeiterin bestehen aus Sicht der Verwaltung Bedenken, sie empfahl, den Antrag abzulehnen. Christoph Schmid (CSU) hielt die Fläche für zu klein, anderswo gebe es genug Reserven. Für Anwohner sei die Belastung hoch. Thomas Hünerfauth (SPD) nickte, auch er war dagegen. Taubenberger wäre sogar damit einverstanden, solange es sich um den Unternehmer handle, der dort schon tätig ist – was der Fall ist. „Den Verkehr kriegen wir sowieso nicht weg, solange wir Kiesgruben haben.“ Die Waldfläche war einst eine Baumschule, weshalb er eine Nutzung für vertretbar hält. Doch der Gemeinderat lehnte den Antrag mehrheitlich ab.

Einstimmig abgelehnt wurde der Antrag von Froschauer, der in Fellach noch nicht aktiv ist. Die Fläche umfasst 26 800 Quadratmeter. Froschauer hatte zwei Bauabschnitte beantragt. Die Abbauzeit sollte je eineinhalb Jahre dauern – was Taubenberger bezweifelte. Sowas könne verlängert werden. „Das kann zehn Jahre dauern.“ Entgegen Froschauers Vorstellungen – der eine Zufahrt von der Hauptstraße (MB 4) wünschte – bevorzugt die Verwaltung eine Erschließung über den Norden. Die beantragte Fläche sei im Flächennutzungplan explizit ausgenommen von Abgrabungen, allerdings sei Kiesabbau im Außenbereich privilegiert, so die Mitarbeiterin. 2012 habe der Gemeinderat einen Antrag abgelehnt – damals wurde Beschwerden der Nachbarn Gehör geschenkt. Löwis sah keinen Grund, jetzt zuzustimmen: „Es ist die gleiche Situation, es gibt keine neuen Tatbestände.“ Für den Fall, dass das Landratsamt das verweigerte gemeindliche Einvernehmen ersetzt und „uns toppt“, habe die Gemeinde Auflagen erarbeitet – etwa die Rekultivierung. Hans Putzer (SPD) brach eine Lanze für den Bürgerschutz: „Die stark belasteten Brüder sollten vor der Profitgier der Kiesabbauer stehen.“ Nach Bitten von Löwis, der vor pauschalen Verurteilungen warnte, nahm Putzer seine scharfen Worte zurück.

Hubert Müller (FWG) könnte mit dem ersten Bauabschnitt leben. „Jeder baut Häuser und Straßen, und ohne Kies geht es nicht.“ Trotzdem fiel die Entscheidung am Ende anders aus.

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