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Vorfreude auf die Geburtstagsfeier am Samstag: Kita-Leiterin Maria Korell (l.) und Betreuerin Martina Unverdorben mit einigen Frühlingsdorf-Bewohnern.

Kindergarten Frühlingsdorf

Das Wunschkind feiert seinen 10. Geburtstag

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Zehn Jahre ist es her, dass der gemeindliche Kindergarten Frühlingsdorf seinen Betrieb aufnahm. Eine Kita, die aussieht wie ein kleines Dorf – und genauso gebaut wurde, wie es sich die Nutzer wünschten. Am Samstag feiert das „Wunschkind“ 10. Geburtstag.

Holzkirchen – Fast 100 Jahre lang strömten kleine Holzkirchner in die Frühlingsstraße. Dort war bis 1988 der einzige Kindergarten im Ort beheimatet, ein Platz, aufgeladen mit viel Tradition. Als klar war, dass der alte Bau den stetig wachsenden Bedarf nicht mehr decken kann, ging der Marktgemeinderat Holzkirchen, mit Bürgermeister Josef Höß an der Spitze, einen ungewöhnlichen Weg.

Der Neubau entstand ganz in der Nähe an der Industriestraße, geizte nicht mit Platz und vor allem: geplant wurde das Ensemble bis ins Detail nach den Wünschen des Kindergarten-Teams. 

Um ein Haupthaus herum wuchsen fünf kleine Häuschen, eins für jede Gruppe. „Noch während der Bauphase haben wir eine sechste Gruppe hineingepackt“, erinnert sich Maria Korell, damals wie heute Leiterin der Einrichtung.

Über drei Millionen Euro investierte die Gemeinde, fünf Jahre später folgte der Krippenanbau für 1,3 Millionen. Mit 131 Kindern und 21 Mitarbeitern startete man den Betrieb; zehn Jahre später kümmern sich 40 Betreuer um 168 Kinder. Neben vier regulären gibt es zwei Integrationsgruppen und eine Nesthäkchen-Gruppe sowie zwei Krippen-Teams. „Mehr geht nicht mehr“, sagt Korell, „der Platz ist ausgereizt.“

Die Entscheidung, das Personal bei der Planung mitbestimmen zu lassen, erwies sich als Glücksgriff. „Das hat sich schon 100 Mal ausgezahlt“, berichtet Korell, „es ist immer noch unser Wunschhaus. Es gibt nichts, was wir heute anders machen würden.“ 

Von der Stammbesatzung sind noch acht Kollegen geblieben. Stolz ist Korell auf den hohen Männeranteil (sechs von 40) und die Internationalität; es gibt Kollegen mit türkischen, syrischen, polnischen, rumänischen und griechischen Wurzeln. Gesprochen wird aber deutsch.

Gerade die Integration anderer Kulturen ist ein Schwerpunkt im Frühlingsdorf, in dem 30 Nationen zuhause sind. „Einem Vierjährigen ist egal, woher ein anderer Vierjähriger kommt“, sagt Korell, „wenn der nett ist, spielt man mit ihm oder ihr, ganz ohne Vorbehalte. Leider verändert sich das.“

Leicht verändert haben sich auch die Buchungszeiten. Anfangs war um 17 Uhr Schluss, mittlerweile erst um 18 Uhr. Die meisten Kinder sind sieben bis acht Stunden in Betreuung. „Unser zentrales Ziel ist, dass die Kleinen lernen, in einer Gruppe zu leben“, erklärt Korell. Das sei nicht immer leicht, zumal sich manche Eltern eine viel spezifischere Förderung ihrer Kinder wünschen. „Die Ansprüche sind seit 2008 gestiegen“, hat Korell festgestellt.

Die Vorfreude auf den 10. Geburtstag am Samstag ist aber ungetrübt. „Wir fühlen uns pudelwohl“, sagt Korell, die sich nur ein kleines Stück Wehmut gönnt. „Die großen Kastanien vom Grundstück an der Frühlingsstraße, die vermisse ich.“

Festprogramm am 14. Juli:

ab 10 Uhr: Weißwurst-Frühstück mit Live-Musik, Kinderschminken (auch 13 bis 16 Uhr); 11 bis 17 Uhr: Basteltische und Spiele; ab 13 Uhr: kulinarische Kostproben aus aller Welt; 15 bis 17 Uhr: Stelzenläufer Michi bastelt Luftballonfiguren.

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