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Der Zahn der Zeit nagt auch schon an den Buchstaben der Umleitungsbeschilderung: Über die Bahngleise zwischen Frühlings- und Austraße in Holzkirchen führt nach wie vor kein Weg. In Sachen K lärungsbedarf ist die Causa Brückenneubau inzwischen von der Bahn zum Verkehrsministerium gewandert. 

Förderantrag kommt einen Schritt voran

Kindergartenbrücke Holzkirchen: Ein kleiner Schritt im Teufelskreis

Wie lang lässt der Neubau der Holzkirchner Kindergartenbrücke noch auf sich warten? Das bleibt unklar. Immerhin hat‘s der Förderantrag von der Bahn ins Ministerium geschafft.

Holzkirchen– Es war ein Schritt nach vorne. Das meinte jedenfalls Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). Allerdings ein so kleiner Schritt, dass ihn so mancher Gemeinderat gar nicht erkennen konnte. Elisabeth Dasch (SPD) runzelte die Stirn, sie sah keinen wirklichen Fortschritt. „Ich verlange jetzt keine prophetischen Fähigkeiten“, sagte sie. Aber zumindest eine ungefähre Zeitschiene.

Diese Frage danach jedoch konnte Hans Kellner, Leiter des Bauamts Technik, nicht beantworten, als er im Hauptausschuss über den Sachstand zum Neubau der Kindergartenbrücke informierte. Schmid schickte voraus: „Ich bin da sehr ungeduldig unterwegs.“ Doch der lang ersehnte Ersatzbau zwischen Frühlings- und Austraße hängt immer noch in der Warteschleife. Dass die Gemeinde – wie geplant – noch heuer die Brücke errichten kann, bezweifelt Kellner: „So langsam wird es eng.“ Dabei gab es schon eine Zusage der Bahn, die neue Brücke komme 2020. Und die Vorplanung steht

Kellner hatte im Vorfeld noch mal bei der Bahn nachgehakt. Demnach ist der Förderantrag der DB Netz AG in Sachen Mehrkosten am 27. April 2020 im Postauslauf gelandet. Jetzt liegen die Unterlagen zur Prüfung im Bayerischen Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Das war im Prinzip die Neuigkeit, die es zu vermelden gab.

Hierbei geht es darum, dass die neue Brücke höher werden muss als die alte – damit die Voraussetzungen für eine spätere Elektrifizierung der Bahnstrecke erfüllt sind. Für die Mehrkosten, die durch die Erhöhung entstehen, stellt die Bahn einen Förderantrag beim Ministerium. Sobald das Ministerium grünes Licht gibt, „reicht die Bahn das Geld an uns weiter“, so Kellner. Wie lange das dauert, ist unklar. Angeblich betrage die Prüfungszeit ein bis zwei Wochen. „Die Frage ist, wie lange eine Ministeriumswoche dauert“, scherzte Schmid bitter. Kellner hat seitdem nichts mehr gehört.

Zweiter Förderantrag für Neubau der Kindergartenbrücke hängt im Teufelskreis

Einen zweiten Förderantrag – gemäß dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) – hat die Kommune bei der Regierung von Oberbayern eingereicht. Das Geld wird benötigt, um die neue Brücke breiter als das Vorgängermodell zu bauen. Damit Fußgänger und Radler sie überqueren können und das Vorhaben die Verkehrsverhältnisse verbessert. Nur dann ist der Ersatzbau förderfähig.

Ein Teufelskreis entsteht: „Die Regierung wartet, bis die unterschriebene Kreuzungsvereinbarung vorliegt“, erklärte Kellner. Diese wird zwischen Gemeinde und Bahn geschlossen. Aber Letztere unterschreibe wiederum nur dann, wenn der Förderbescheid des Ministeriums vorliegt.

Und erst wenn die Kreuzungsvereinbarung beidseitig unterzeichnet ist, startet die Gemeinde mit der Ausschreibung. Sonst riskiere man die Fördergelder. Schmid schreckt davor zurück, „solche Beträge sausen zu lassen“. Die Unterlagen für die Ausschreibung seien längst fertig, so Kellner. Das Bauwerk würde dann im Stahlwerk vorgefertigt und eingebaut. Die Gesamtkosten liegen laut Kellner bei rund einer Million Euro. „Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht“, ergänzte Schmid. Der Ball liege also in einem anderen Spielfeld.

Auch für den Tunnel im Ländl dauert das Verfahren an

Josef Sappl sen. (CSU) spielte den Ball indes weiter und erkundigte sich nach einem ähnlichen Projekt: der geplanten Bahnunterführung im Ländl. Wie berichtet, kämpfen Anwohner seit Jahren für einen Tunnel von der Buchenstraße ins Gewerbegebiet Ost. „Das Planfeststellungsverfahren läuft noch“, erklärte Kellner. „Es wird hoffentlich bald abgeschlossen.“

Hauptsächlich die Bahn habe hier Einwände vorgebracht. „Wenn die abgefrühstückt sind, kann die Ausschreibung beginnen.“ Auch hier verkündete er eine kleine Neuigkeit: Die Sperrphase sei nach Informationen der Bahn für das Jahr 2022 angemeldet. „Da fährt also kein Zug.“ Für eine gewisse Bauphase, versteht sich. Genaueres prophezeien kann auch hier aber keiner.

Auch für den Tunnel im Ländl dauert
das Verfahren an

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