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Sicherheitskorridor: Um die von den Statikern empfohlene Tonnagebeschränkung zu gewährleisten, musste die Gemeinde den Übergang auf 1,20 Meter verengen. Ein Provisorium, das die Komplettsperrung verhindert. 

Kindergartenbrücke in Holzkirchen muss erneuert werden

Großbaustelle über den Gleisen

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Die Mängel sind wohl zu schwerwiegend: Eine Reparatur der viel genutzten Fußgänger- und Radlerbrücke im Zentrum Holzkirchens gilt als aussichtslos. Die Gemeinde muss wohl eine neue Brücke schlagen - und das wird dauern.

Holzkirchen Es war eine Routine-Untersuchung, die das Problem offenbarte. Prüfstatiker stellten Ende 2017 fest, dass die „Kindergartenbrücke“, die seit vielen Jahren die Gleistrasse überwindet und damit die Frühlingstraße mit der Austraße verbindet, nicht mehr alle Stabilitätsstandards erfüllt. Und das, obwohl beim Bau der Brücke 1988/89 Bongossi zum Einsatz kam – ein Tropenholz, das als „Eisenholz“ bekannt ist.

„Die Holzkonstruktion ist an neuralgischen Stellen von innen heraus angefault“, berichtet Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) auf Anfrage. Noch prüft das Technische Bauamt im Rathaus, ob eine Reparatur möglich ist. „Es läuft wohl auf einen Neubau hinaus“, glaubt der Rathauschef. Eine Aufgabe, der sich die Gemeinde stellen muss. Die 22 Meter lange Brücke war vor 30 Jahren von der Bahn gebaut worden, dann aber in die Baulast der Gemeinde übergegangen.

„Das wird eine Großbaustelle, der logistische Aufwand ist enorm“, prophezeit der Bürgermeister. Während einer Sanierung oder eines Neubaus müssen Gleise gesperrt und Ersatzbusse organisiert werden. „Die Gemeindeverwaltung bindet die Deutsche Bahn in den Prozess ein“, sagt Rathaus-Sprecherin Ewgenia Sabransky. Und genau da liegt der Hund begraben, fürchtet der Bürgermeister. „Es wäre viel gewonnen, wenn wir bei der Bahn einen Ansprechpartner für die Sache finden würden.“

Vorsorglich werde man im Haushalt Finanzmittel für die Brücke reservieren, sagt Löwis. Die Höhe der Kosten ist nicht abzusehen, ein Neubau kann schnell mehrere 100 000 Euro verschlingen. Zuschüsse sind fraglich. Aber man werde mit der Bahn ein Gespräch suchen, kündigte Löwis an, wie es denn sein könne, dass die Brücke nach nur 30 Jahren solche Ermüdungserscheinungen zeige.

Einen Zeitplan für den Neubau gibt es nicht. „Heuer wird das nichts mehr“, fürchtet Löwis. Damit werden sich Fußgänger und Radler an die seltsam anmutende Verengung der eigentlich drei Meter breiten Brücke gewöhnen müssen. Der Korridor (1,20 Meter) soll helfen, die von den Statikern empfohlene Tonnagebeschränkung einzuhalten. „Schaut furchtbar aus“, räumt Löwis ein, „aber sonst müssten wir die Brücke ganz sperren.“

Beim Bau war die Konstruktion auf durchaus große Lasten ausgelegt worden, man vertraute auf das widerstandsfähige Bongossi. Im Jahr 2013 ersetzte die Gemeinde den Holzbelag durch Gussasphalt. Sogar ein kleines Winterdienstfahrzeug (bis zu sechs Tonnen) konnte all die Jahre die Brücke räumen.

Das ist jetzt vorbei, die Statiker gehen auf Nummer sicher. Alle zwei Monate überprüfen sie, ob sich die Tragfähigkeit verschlechtert. „Die Brücke steht sicher“, betont Löwis, „niemand muss Angst haben, dass sie einstürzt.“

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