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Eine Kirche wächst aus dem Boden: Aktuell wird laut Ordinariat die umlaufende Sitzbank betoniert. Rund 400 Gläubige sollen in dem neuen Gotteshaus in Holzkirchen Platz haben.

Schnell, schneller, St. Josef

Kirchenneubau geht rasant voran

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Holzkirchen - Der Neubau von St. Josef in Holzkirchen schreitet schnell voran. Momentan liegen die Arbeiten sogar vier Wochen vor dem Zeitplan. Mitte März findet die Grundsteinlegung mit Weihbischof Wolfgang Bischof statt.

Die Firma Holzbau Amann aus dem badischen Weilheim-Bannholz ist es gewöhnt, für große Bewohner zu bauen. So schuf sie einst im Kölner Zoo ein Haus für Elefanten – weitgehend aus Holz. Jetzt hat die Firma einen Auftrag für ein Gebäude bekommen, das einem noch größeren Zweck dienen soll. Sie darf die Holzbauarbeiten für St. Josef in Holzkirchen erledigen. „Die Firma hat große Erfahrung mit ähnlichen Bauten“, erklärt Bettina Göbner, Pressesprecherin im Ordinariat. Und sie hatte das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. 

Der Neubau der katholischen Kirche in Holzkirchen schreitet rasant voran. „Momentan liegen die Arbeiten etwa vier Wochen vor dem Zeitplan, bedingt auch durch den milden Winter“, sagt Göbner. Alle Termine können voraussichtlich eingehalten werden. Das heißt: Der Holzbau startet heuer im Frühjahr, der Innenausbau ab Herbst. Ende 2017 soll das neue Gotteshaus fertig sein. Auch die Kosten bleiben wohl gleich. Diese liegen laut Göbner bei rund 10,63 Millionen Euro zuzüglich einer Risikoreserve. Den Großteil zahlt das Ordinariat. 

Wie berichtet, wurde die alte Kirche 2011 wegen statischer Mängel gesperrt, Einsturzgefahr drohte. Vor über einem Jahr ließ das Erzbistum München und Freising das Gotteshaus, das erst knapp 50 Jahre alt war, abreißen. Nur der Glockenturm blieb stehen. Der Neubau basiert auf einem Entwurf des Münchner Architekten Eberhard Wimmer. Die Kirche, ein Gebäude aus Fichtenholz, nimmt die Form eines 22 Meter hohen Kegelstumpfs an. Sie wird mit einer analog geformten, kleineren Werktagskapelle durch eine Sakristei verbunden. Rund um den Altar haben 400 Gläubige Platz. Einmalig an dem Gebäude ist seine wabenartige Struktur, die im Inneren sichtbar wird. 

Auf der Baustelle hat sich seit dem Spatenstich Anfang Oktober einiges getan: „Bereits vor Weihnachten wurden die Fundamente für Kirche und Kapelle fertiggestellt und an ihnen das Aufmaß für den Holzbau genommen“, erklärt Göbner. Aktuell betonierten Arbeiter die umlaufende Sitzbank in der Kirche, danach komme die Bodenplatte an die Reihe. Beim Zwischenbau, der Kirche und Kapelle beherbergt, sei schon einiges zu sehen, „die Fundamente und Wände sind fertiggestellt“. In den nächsten Wochen kommt die Decke. Die Plan- und Konstruktionsarbeit für St. Josef sei sehr aufwändig. „Unter anderem muss ein 3D-Modell im Computer erstellt werden“, sagt Göbner. Diese Arbeiten laufen auf Hochtouren. „Anschließend werden die Einzelteile aus Holz und Stahl in der Werkstatt gefertigt und soweit möglich vormontiert.“ Vor Ort bauen die Handwerker dann die Einzelteile zusammen, der Zeitpunkt für diesen Schritt sei noch offen und hänge unter anderem von der Witterung ab. 

Bei der Grundsteinlegung am Freitag, 18. März, werde der Grundstein in einer Wand im Zwischenbau verewigt – wo er dann später sichtbar ist. „Der Grundstein aus der alten Kirche wird wieder verwendet, er wurde künstlerisch angepasst und mit den neuen Daten ergänzt“, sagt Göbner. Zusätzlich wird er mit zwei „Zeitkapseln“ versehen – also mit Metallbehältern, gefüllt Münzen und Zeitungsausschnitten, die man vor gut 50 Jahren in den Grundstein der Vorgängerkirche legte, und mit aktuellen Zeitdokumenten, an der sich die Nachwelt eines Tages erfreuen soll. 

Die Details für die Inneneinrichtung stehen noch nicht fest. Lediglich die Raumschale sei durch den Entwurf vorgegeben. Offen seien ebenfalls die Plänen für das neue Pfarrhaus, Pfarramt und den Josefssaal. Wie berichtet, hatte das Erzbistum deren Neubau verschoben, und von dem Kirchenprojekt getrennt, weil damals die Kosten aus dem Ruder zu laufen schienen. Nötig sind die neuen Räume bekanntlich wegen der Fusion der Pfarrverbände Holzkirchen, Warngau und Wall. „Da Holzkirchen auch der Sitz des neuen Pfarrverbands wird, ändert sich die pastorale Situation und damit auch der Bedarf an Räumen“, sagt Göbner. „Dieser Bedarf wird aktuell geklärt, danach geht es in die Planung.“

Die Grundsteinlegung 

findet am Freitag, 18. März 2016, um 15 Uhr am Kirchenneubau St. Josef statt. Zelebrant ist Weihbischof Wolfgang Bischof. Anschließend gibt es einen Stehempfang im Pfarrsaal. Alle interessierten Bürger sind dazu eingeladen.

Von Marlene Kadach

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