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Im Oktober und November bleiben die Glocken stumm.

St.-Josef-Kirche 

Kirchturm wird saniert - zwei Monate kein Glockengeläut

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Der Kirchturm der St. Josef leidet unter Altersbeschwerden. Nun wird er saniert. Mit hörbaren Auswirkungen: Für zwei Monate schweigen die Glocken – zumindest unter der Woche.

Holzkirchen – Im jungen Ensemble der St.-Josef-Kirche ist der Glockentrum der Methusalem. Er ist das bauliche Überbleibsel der alten St. Josef. Seit 1962 ragt er in den Holzkirchner Himmel. Den Trubel während der Bauarbeiten an der neuen Holzkirche und der Kapelle nahm er mit stoischer Ruhe hin. Einziges Manko: Sein Alter macht sich bemerkbar. Außen wie innen ziept’s und zwickt’s. Nun wird der Turm saniert.

„Die Sanierungsarbeiten sind überfällig“, erläutert Pfarrer Gottfried Doll auf Anfrage. Statt sie im vergangenen Winter gemeinsam mit den Bauarbeiten an der neuen Kirche durchzuziehen, habe man die Sanierung bewusst auf nach deren Weihe verschoben. „Das Wetter ist jetzt ja auch gemütlicher für die Bauarbeiter“, scherzt Doll.

Sanierungs-Vorbote: das Baugerüst am Kirchturm.

Die sind schon voll zu Gange. In den vergangenen Tagen ist das Baugerüst am Turm nach oben geklettert. Bis Ende September wächst es noch an und wird im Boden verankert, erklärt Bettina Göbner, Pressesprecherin der Erzdiözese München und Freising, die die Sanierung bezahlt. Im Oktober und November stehen dann eine „ganze Reihe Maßnahmen“ stehen an.

Die größte Baustelle findet sich hoch oben am Turm. Die Schalllamellen, die die Glocken abschirmen, werden auf allen vier Seiten erneuert. „Das Fichtholz ist in die Jahre gekommen“, sagt Göbner. Ersetzt wird es durch Lamellen aus Lerchenholz, von denen sich die Erzdiözese eine längere Lebensdauer verspricht. Der Austausch der Holzkonstruktion könnte jedoch unter Umständen Einfluss auf die Akustik haben. Das Lerchenholz schwinge womöglich anders. „Es kann also sein, dass sich der Glockenschlag geringfügig anders anhört“, räumt Göbner ein.

Neben den Schalllamellen bessern die Handwerker kleinere Stellen im Dachtragewerk aus und verblechen den Traufbereich auf dem Dach neu. Außerdem wird die Turmfassade, bestehend aus Naturstein, gereinigt und überprüft, „ob Platten defekt sind und wir sie austauschen müssen“, sagt Göbner.

Im Turminneren wird schließlich die Betondecke saniert, auf der der metallene Glockenstuhl steht. Die daran befestigten Glocken läuten in Holzkirchen zu jeder vollen Stunde und jede Viertelstunde. Inzwischen übrigens auch wieder zuverlässig. Wie berichtet, hatte es jüngst Probleme mit der Zeitschaltuhr gegeben, weswegen der Stundenschlag aus dem Takt geraten war. „Das läuft aber wieder alles richtig“, kann Pfarrer Doll die Anwohner beruhigen, die sich beschwert hatten. Im Zuge der anstehenden Sanierung werden nun auch die Motoren ausgetauscht, die das Glockenspiel antreiben.

Vorerst müssen die Holzkirchner aber erst mal ganz ohne den Glockenschlag an der St. Josef auskommen, zumindest zeitweise. Unter der Woche wird das Geläut während der Bauarbeiten im Oktober und November aus praktischen Gründen abgeschaltet, teils müssen die vier Glocken gar abgehängt werden. „Ziel ist es aber“, sagt Göbner, „dass es nur werktags aus ist und wir es am Wochenende wieder anmachen, damit am Sonntag zum Gottesdienst die Glocken läuten.“

Bis Dezember, so der Plan der Erzdiözese, soll der Turm wieder Gerüst-frei sein und die Glocken hinter den Lerchenholz-Lamellen läuten.

fp

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