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In Holzkirchen gibt's kaum noch Plätze darin: Kindertagesstätte.

Bürgermeister: „Wir sind am Limit.“

Trotz Investitionen: Kitas in Holzkirchen randvoll

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Holzkirchen - Holzkirchen ist für das kommende Kindergartenjahr gerüstet. „Die Plätze reichen aus“, erklärte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) jetzt in der Gemeinderatssitzung.

Auch wenn der aktuelle Kita-Bedarf gedeckt scheint: Ausruhen kann sich die Gemeinde nicht. Denn in die neuen Baugebiete Inselkam-Maitz und am Grünlandweg werden auch junge Familien hinziehen. „Deshalb sind weitere Kitaplätze später sicher nötig“, meinte Löwis. Schon jetzt sei man auf Kante genäht.

Laut Auskunft aus dem Rathaus gibt es für September 2016 insgesamt 617 Kindergartenplätze, im Krippenbereich seien es 126 und im Hort 165. Diese Zahlen beziehen sich auf alle Einrichtungen, die es in der Marktgemeinde gibt, unabhängig vom Träger.

Die Tatsache, dass die Plätze knapp sind, missfiel Robert Wiechmann (Grüne): „Die Zahlen sind ernüchternd.“ Immerhin habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren Millionenbeträge für die Kinderbetreuung ausgegeben. Aber Wachstum koste eben viel Geld.

Auch "Härtefall wird abgewiesen"

Thomas Hünerfauth (SPD) berichtete unterdessen von einem Problemfall: Ein Föchinger betreue seinen Enkel. Weil seine Tochter keine Wohnung in Föching gefunden habe, musste diese nach Valley ziehen. Für den Opa sei es nun sehr aufwendig, das Kind in den Kindergarten nach Valley zu bringen. Ein Betreuungsplatz im Heimatort wurde abgelehnt. „Ein Härtefall“, findet Hünerfauth. Die Mutter sei alleinerziehend. „Es ist eine logistische Herausforderung.“ Die Betroffenen seien „stocksauer“.

Löwis machte ein besorgtes Gesicht. „Solche Fälle machen uns auch zu schaffen“, meinte er. Aber eine andere Lösung sei nicht möglich. „Wir sind am Limit.“ Laut Löwis haben Kinder aus der eigenen Gemeinde ein Vorrecht auf einen Betreuungsplatz. So seien nun mal die Vorschriften. Da wolle man kein Fass aufmachen. Hans Putzer (SPD) meinte: „Es sollte aber nicht am Geld scheitern.“ Löwis schüttelte den Kopf. „Die Kosten spielen da keine Rolle. Wir hätten es gerne gemacht, wenn es gegangen wäre.“

Die Situation werde generell immer schwieriger. Auch die Ansprüche der Eltern würden steigen, meinte Löwis. Gleichzeitig stehen die Gemeinden unter dem Druck der Gesetze. So besteht seit August 2013 ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. „Wir dürfen da nicht nachlassen“, appellierte Löwis.

mar

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