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Für eine erholsame Mittagspause mitten im Wald: Auf den Bänken an der Koglhütte. Auf dem Plan sieht man, dass der Hauptrundweg erhalten bleibt.

Das taugt das neue Konzept

Bleibt uns der Kogl erhalten?

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Holzkirchen – Vor einem Jahr präsentierten Gemeinde und Landratsamt das neue Pflege- und Nutzungskonzept für den Holzkirchner Kogl. Seitdem ist einiges passiert. Zeit für eine Bilanz.

Als das Landratsamt Anfang 2015 signalisierte, dem beliebten Kogl den Status eines Naturdenkmals zu entziehen oder die öffentliche Nutzung einzuschränken, waren viele Bürger empört. Doch die Behörde wollte die Verantwortung etwas abgeben. Sie war für die Verkehrssicherheit des Wäldchens zuständig, das wie die benachbarte Steindl-Allee seit 1964 als Naturdenkmal firmiert. Die über 100 Bäume regelmäßig zu überprüfen, war dem Landkreis auf Dauer schlichtweg zu aufwendig. Man hakelte vor allem um das Koglfest der Feuerwehr. Schließlich vereinbarten Gemeinde und Landratsamt ein neues Pflege- und Nutzungskonzept, das Ende 2015 fertig ausgearbeitet war.

„Der Kogl war davor einfach übernutzt.“

Knapp ein Jahr später ist schon einiges passiert. „Insgesamt bin ich zufrieden mit der neuen Lösung“, sagt Martina Lewald-Brudi von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. „Es ist weder kostenmäßig ein Fiasko, noch wurde das Koglfest abgeschafft.“ Außerdem sei es ein Gewinn für die Natur. „Der Kogl war davor einfach übernutzt.“ Insofern begrüßt sie es beispielsweise, dass dort keine Mountainbiker mehr fahren dürfen. Und die haben sich offenbar daran gehalten. „Da hat sich keiner beschwert.“ Und wenn was ist, rufen die Leute sonst schnell bei ihr an.

Auf einen Blick: Ein Hauptrundweg bleibt in der Mitte bestehen. Der gelb markierte Bereich dient dem Koglfest. Radfahrer müssen draußen bleiben.

Das Konzept schrieb unter anderem vor, bestimmte Bereiche als „Vorrangzone für Naturschutz“ auszuweisen. Ein Hauptrundweg, der laut Lewald-Brudi im Osten startet, bleibt bestehen, einige Trampelpfade müssen geschlossen werden. So habe der gemeindliche Bauhof einige Wege mit Asthäufen und anderen Naturmaterialien abgedeckt. „Da ist man noch nicht ganz fertig“, sagt die Expertin. Im Bereich der Bänke im Süden „wird noch was freigeschnitten“, damit Spaziergänger einen schönen Ausblick haben und zum Beispiel eine erholsame Mittagspause genießen können. Diese Arbeiten können wegen des Vogelschutzes aber erst nach dem 30. September starten. Später stellt das Landratsamt eine Schautafel auf, mit einem Plan und Hinweisen zur Nutzung des Kogls.

„Damit kein Ast auf die Bierbank fällt.“

Vor dem diesjährigen Koglfest machte Lewald-Brudi gemeinsam mit dem Förster Robert Wiechmann eine Waldbegehung. Das Ergebnis: An fünf Bäumen musste Totholz entfernt werden. „Das war ein Klacks“, sagt die Expertin. Die Kosten von „ein paar hundert Euro“ hat die Gemeinde übernommen, weil sie gemäß dem neuen Konzept grundsätzlich für die Verkehrssicherungspflicht zuständig ist. Will heißen: Sie zahlt und beauftragt Bauhof oder Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Ausführung – und das Landratsamt passt auf. Zum Tragen komme diese Pflicht hauptsächlich beim Koglfest, sagt Lewald-Brudi. „Damit kein Ast auf die Bierbank fällt.“ Nach dem Koglfest sei alles picobello aufgeräumt gewesen. „Da kann man die Feuerwehr nur loben.“ Die muss als Veranstalter das Fest vorher immer bei der Gemeinde als Eigentümer und dem Landratsamt beantragen.

Auch Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis findet, dass das neue Konzept gut klappt. Beschwerden sind ihm ebenso wenig zu Ohren gekommen. Er ist froh, dass die Mountainbiker nicht mehr durch den Kogl radeln. „Früher hat man da ein Auge zugedrückt.“ Heute kann zumindest der Nachwuchs der Radsportvereine auf dem neuen Trainingsparcours im Moarhölzl üben (wir berichteten). Für die „Großen“ gibt es momentan noch keine Lösung.

Löwis zufolge sollte die offizielle Einweihung des „neuen“ Kogls eigentlich schon heuer stattfinden. „Das musste leider verschoben werden“, sagt er. Man wollte eben warten, bis man ein fertiges Gesamtpaket präsentieren kann, erklärt Lewald-Brudi. Löwis verspricht: „Wir holen die Feier 2017 nach.“

Bei der Begehung vor dem Koglfest stellte Förster Wiechmann übrigens fest, dass einige Bäume am Eschentriebsterben leiden, einem Pilzbefall, der überall in Deutschland grassiert. Die Folge: Ein paar Eschen müssen weg. Trotz aller Maßnahmen mahnt Lewald-Brudi: „Man kann einen Wald nie so sicher machen wie eine Straße.“ Spaziergänger müssten sich schon „waldtypischer Gefahren“ bewusst sein, sagt sie.

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