Hauptausschuss 

Krippen-Notstand: 61 neue Betreuungsplätze bis 2018

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In Holzkirchen fehlen seit April zwischen 30 und 40 Krippenplätze – es drohen Klagen vonseiten der Eltern. Jetzt hat die Gemeinde im „Schnellschuss“ reagiert.

Holzkirchen – „Es brennt“, sagte Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Der Grund: In der Marktgemeinde fehlen aktuell zwischen 30 und 40 Krippenplätze. Darauf hat das Gremium nun reagiert. Im Garten des Kinderhorts an der Frühlinsstraße sollen drei Kinderkrippengruppen und eine Kindergartengruppe untergebracht werden. In vorgefertigten Holz-Raumzellen finden dann auf knapp 500 Quadratmetern 36 Krippen- und 25 Kindergartenkinder Platz. Trotz modularer Bauweise dauert’s bis Dezember 2018.

Die Nachricht vom Engpass ereilte die Gemeinde im April. „Die Nachfrage nach Krippenplätzen hat sich unerwarteterweise deutlich erhöht“, sagte von Löwis. Woher der steigende Bedarf kommt, weiß niemand so recht. Dieser sei weder anhand der Geburtenrate noch anhand des Zuzugs absehbar gewesen. Man habe alle Eltern angeschrieben, wodurch sich durchaus Reduzierungsmöglichkeiten ergeben hätten. Handlungsbedarf besteht aber weiterhin – eine möglichst kurzfristige Lösung muss her. Die hat die Gemeinde nun – auch unter Prüfung alternativer Standorte – auf dem Grund des Caritas-Kinderhorts an der Frühlingsstraße aufgetan. Der Wohlfahrtsverband hat sich auch bereit erklärt, als Betreiber aufzutreten.

Aufgrund der Dringlichkeit standen lediglich zwei Varianten zur Debatte: Stahl-Container und besagte Holz-Raumzellen (siehe Kasten). Schon im Vorfeld der Sitzung hatten sich Bürgermeister, Kämmerei, Geschäftsleiter, Hauptverwaltung, Vergabestelle und das Bauamt Technik über die Vorgehensweise beraten. Mit einem klaren Ergebnis: Die Holz-Raumzellen sollen’s werden. Vor allem wegen der höheren Wirtschaftlichkeit, denn die Zellen sind für deutlich längere Einsatzzeiten ausgelegt als die Container. „Die höhere Errichtungszeit nehmen wir in Kauf“, sagte der Bürgermeister. „Dafür können sich Kinder und Eltern wohler fühlen.“ Wohler als im Stahl-Container.

Nun war es an den Mitgliedern des Hauptausschusses, eine Entscheidung zu treffen. Die waren sich, was die beiden Varianten angeht, einig. Drumherum gab es aber durchaus offene Fragen: Hubert Müller (FWG) und Sebastian Franz (CSU) wollten etwa wissen, was in der Zwischenzeit passiert. Man habe in den vergangenen Jahren immer eine Lösung gefunden, antwortete von Löwis. „Wir machen alles, was geht. Wenn Klagen kommen, dass müssen wir uns dem stellen.“

Bekanntlich haben Eltern seit dem 1. August 2013 Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Wie Birger Nemitz, Pressesprecher am Landratsamt, auf Nachfrage mitteilt, wäre der Beklagte nicht die Gemeinde, sondern der Landkreis als öffentlicher Träger. Bislang, so Nemitz, sind aber weder beim Landkreis noch beim Markt Holzkirchen Klagen eingegangen.

Die Dringlichkeit, so von Löwis, ergebe sich aber ohnehin nicht aus der Angst vor Klagen, „sondern weil die Eltern eine Platz brauchen“. Diese Lösung, die der Hauptausschuss letztlich einstimmig absegnete, sei nun der Schnellschuss. Im Zuge künftiger Projekte der Wohngebietsentwicklung müsse man die Schaffung neuer Krippenplätze berücksichtigen. „Sonst haben wir ein Problem.“

Rubriklistenbild: © dpa

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