Der Neubau des Bauhofs Holzkirchen im Modell der Kubaturstudie.
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Der Neubau des Bauhofs Holzkirchen im Modell: Zwischen dem großen Gebäude im Westen, dem kleinen im Süden und der überdachten Außenfläche im Osten entsteht ein Hof. Die Zufahrt erfolgt über den Amalie-Hohenester-Weg (l.)

Gemeinderat segnet Kubaturstudie ab

Erster Eindruck vom neuen Bauhof in Holzkirchen

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Zwei Gebäude sowie eine überdachte Außenfläche: Der neue Bauhof an der Holzkirchner Spinne soll in kompakter Bauweise entstehen. Der Gemeinderat segnete nun die Kubaturstudie ab.

Holzkirchen – Wachsende Aufgaben erfordern mehr Personal, mehr Geräte und größere Fahrzeuge. Der alte Holzkirchner Bauhof an der Badgasse Ecke Frühlingstraße ist zu eng geworden. Lange schon hoffen Leiter Peter Heiß und sein Team auf die Aussiedlung an die Holzkirchner Spinne, eines der größten Projekte, die die Marktgemeinde derzeit plant. Jetzt wird es konkret.

In der Gemeinderatssitzung stellten Nicolas Neumann und Giacomo Nüsslein vom Architektenbüro Studio Corso die erste Kubaturstudie vor, das heißt, das Konzept zur Gebäude- und Funktionsverteilung. Laut Projektsteuerer Björn Nohe vom Büro Drees & Sommer fand vorab eine enge Abstimmung mit den Nutzern, den Mitarbeitern des Bauhofs, statt. Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) bemerkte: „Ich glaube, die Kollegen aus dem Bauhof haben viel Spaß damit.“

Es soll kein einfacher Industriebau werden, betonte Nicolas Neumann. Die Architekten wollen „den Funktionen ein Gesicht geben“. In kompakter Bauweise entstehen zwei Haupt-Gebäude. Das größere wird circa 100 Meter lang und 40 Meter breit und bekommt ein Pultdach. An der höchsten Stelle ist das Gebäude rund zehn Meter hoch, die niedrige Seite mit vier Metern zeigt Richtung Westen und Amalie-Hohenester-Weg, der selbst verbreitert wird. In diesem Gebäude kommen Parkgaragen für Fahrzeuge unter, eine Kalthalle und Werkstätten. Durch das Pultdach gibt es auf der einen Seite – auf einer Art Bühne – ein zweites Stockwerk, das hauptsächlich als Lagerfläche dient.

Südlich des Hauptgebäudes entsteht der kleinere Baukörper für Verwaltung, kleinere Werkstätten und den Mitarbeiterraum, den Giacomo Nüsslein als „Herzstück des Bauhofs“ bezeichnet. Dieses Gebäude soll 20 mal 20 Meter umfassen und an der höchsten Stelle ebenfalls zehn Meter in die Höhe ragen. Zwischen den beiden Gebäuden entsteht die beschrankte Ein- und Ausfahrt, die vom Amalie-Hohenester-Weg aus erreichbar ist. Zusätzlich soll es im Norden – im Bereich der Salzsilos, die ebenfalls gen Norden versetzt werden – eine kleinere Ausfahrt geben.

Die beiden Gebäude bilden mit der überdachten Außenfläche im Osten – die etwa 100 auf zehn Meter groß wird – einen Hof. In dieser sollen unter anderem ein Waschplatz, ein Split-, Kehricht- sowie Holzlager und weitere Lagerflächen unterkommen. Dank einer Böschung verschwinde dieser Baukörper gut in der Topografie, so Nüsslein. Die Höhe des Komplexes betrage fünf Meter.

Ein bestehendes Bohrloch auf dem Gelände – wo man einst nach Öl grub, dann aber auf Gas stieß – werde eingehaust. Allerdings so, dass es notfalls noch zugänglich ist. Es gehe keinerlei Gefahr davon aus, so Nüsslein.

Auf Nachfrage von Albert Kraml (CSU) erklärte Neumann, dass das große Gebäude mit einer Solaranlage bestückt wird. Die südwestliche Ausrichtung eigne sich dafür perfekt. Der neue Bauhof wird laut den Architekten nicht an das Fernwärmenetz der Gemeindewerke – ein Kommunalunternehmen des Marktes – angeschlossen, weil das nicht wirtschaftlich sei. Die Versorgung soll über Gas geregelt werden, Details seien noch offen.

Martin Taubenberger (FWG) zeigte sich zufrieden: „Bei uns rennen Sie mit dem Neubau offene Türen ein.“ Auch wenn die jetzigen Entwürfe ganz anderes seien als vor einigen Jahren mal angedacht. Damals sei eine Art Vier-Seit-Hof im Gespräch gewesen. „Über Geschmack lässt sich streiten“, meinte Taubenberger. Wichtig sei es, dass die Gebäude ihren Zweck erfüllen. Sebastian Franz (CSU) erinnerte daran, dass das Bestandsgrundstück im Ortszentrum vor rund 40 Jahren bezogen wurde. Er wollte wissen, wie viel Luft am neuen Standort noch drin ist. „Damit wir nicht in zehn Jahren über eine Erweiterung reden müssen.“ Laut Neumann gibt es Möglichkeiten. Robert Wiechmann (Grüne) sagte: „Es beruhigt einen, dass alles durchdacht ist.“ Ihm sei es wichtig gewesen, die Mitarbeiter einzubeziehen. „Von uns haben Sie das Okay.“ Elisabeth Dasch (SPD) begrüßte das Konzept, weil es variabel und erweiterbar sei. „Von unserer Fraktion kriegen Sie die Zustimmung.“

Am Ende segnete der Gemeinderat die Kubaturstudie geschlossen ab. In einem nächsten Schritt soll die Vorplanung erstellt werden, erklärte Nohe. Über diese könne der Gemeinderat im April 2021 entscheiden, bis dahin liege eine Kostenschätzung vor.

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