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„Etwas Neues versuchen“: Das Team des Holzkirchner Kultur im Oberbräu, mit Programmchefin Ingrid Huber an der Spitze, will ab September das Kulturcafé im H aus selbst betreiben – mit einem neuen Konzept.

Chefin Huber: „Einen Versuch ist es wert“

Kulturhaus betreibt Café künftig selber

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Das Café im Kultur im Oberbräu war beliebt, vor allem unter seinen Ex-Pächtern. Doch statt das Café neu zu verpachten, will das Kulturhaus-Team die Gastronomie selber schmeißen.

Holzkirchen Nach fünf Jahren ist jetzt Schluss: Die Kulturcafé-Pächter Philipp und Funda Kempers haben gekündigt, die frischgebackenen Eltern wollen sich beruflich nach München verändern, um weniger pendeln zu müssen. „Die beiden haben Maßstäbe gesetzt“, sagt Kulturhaus-Programmchefin Ingrid Huber. Gleich nach Eröffnung des Kulturhauses 2010 hatte es zunächst geholpert mit der Gastronomie, einige Pächterwechsel sorgten für Unruhe. Erst mit den Kempers kehrte Kontinuität ein. „Sie haben sich einen Namen gemacht beim Publikum“, lobt Huber, „und sie hatten ein offenes Ohr dafür, ein Teil unseres Konzepts zu sein.“

Dieser Aspekt spielt für die Kulturhaus-Managerin eine entscheidende Rolle: „Das Café ist nicht nur das Entree, es ist das Herz des Hauses, es muss in unserem Takt schlagen.“ Deswegen reifte im Team der Entschluss, die Gastronomie künftig in Eigenregie zu betreiben. „Wir haben unsere Erfahrungen gesammelt, einen Versuch ist es wert“, sagt Huber. Für die Organisation hat man eine Wunschkandidatin im Auge, die sich mit Event-Gastronomie auskennt. Für Küche und Service sucht man demnächst fest angestellte Vollzeit- oder Teilzeitkräfte. „Mit unserem Beirat ist das abgestimmt“, sagt Huber. Dieser siebenköpfige Beirat, bestehend aus Gemeinderäten aller Fraktionen unter Vorsitz von Ulrike Küster (Grüne), vertritt die Interessen des Kulturhaus-Trägers, der Marktgemeinde.

Der Beirat hatte ursprünglich eine neuerliche Pächterlösung favorisiert. Auf eine Ausschreibung hin meldeten sich etliche Interessenten, mit zwei Bewerbern wurden konkrete Gespräche geführt. Beide hätten das Kulturcafé als zusätzliche Betriebsstätte in ihr Unternehmen integriert. „Aber man kann unser Café nicht nebenbei betreiben“, findet Huber. Um auf die Tagesanforderung des Kulturprogramms reagieren zu können, sei höchste Flexibilität gefordert. „Ein Wirt muss sich immer nach uns richten – und das macht’s schwierig.“ Dann lieber gleich selber machen.

Plan B ist aktiviert. Das Team will dem Beirat zwei Konzepte vorlegen, kündigt Huber an. Einmal eine abgespeckte Variante, die nicht viel mehr als ein Veranstaltungs-Catering vorsieht; immerhin gilt es, 250 Veranstaltungen im Jahr zu verköstigen. Eine zweite Variante setzt auf ein Voll-Programm mit erweiterten Öffnungszeiten sowie frische Bistroküche und regionale Zutaten.

Bis zu 45 Gäste können bewirtet werden, dazu kommen bei gutem Wetter etwa 30 Biergartenplätze. Angedacht ist, täglich bereits ab 15 Uhr zu öffnen (bisher 17 Uhr) und an jedem Wochenende Frühstück anzubieten. „Ich glaube, dass das gefragt wäre“, sagt Huber. Es wäre der Versuch, die gastronomischen Möglichkeiten konsequenter auszuschöpfen. Finanziell soll sich das Cafe selbst tragen, wenn nicht sogar Geld verdienen. „In München gibt es Konzepte, da lebt die Kultur eines Hauses von der angeschlossenen Gastro“, weiß Huber.

Ende Juli brechen die alten Pächter ihre Zelte in Holzkirchen ab. Sofern der Beirat zustimmt, will das Kulturhausteam im September (nach der Sommerpause) sein Bewirtungskonzept starten. Ingrid Huber freut sich: „Es ist immer reizvoll, etwas Neues zu versuchen.“

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