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Staffelübergabe: Jörg Hampe übergibt die olympische Fackel von 1972 an den Vorsitzenden des TuS Holzkirchen, Wolfgang Ammer. Die Fackel soll einen Ehrenplatz in der Gemeinde bekommen. 

Den olympischen Gedanken weitergereicht

Läufer von 1972 übergibt olympische Fackel an TuS Holzkirchen

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Während des Olympischen Fackellaufs 1972 stand Holzkirchen kurz im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Jetzt übergab einer der Läufer die Originalfackel an den TuS Holzkirchen.

Holzkirchen – Als sich Jörg Hampe bei Wolfgang Ammer meldete, war der Vorsitzende des TuS Holzkirchen sofort Feuer und Flamme. Schließlich bot ihm Hampe in diesem Moment ein Stück Ortsgeschichte an: die olympische Fackel von 1972, die 18 Läufer auf dem Weg nach München durch die Marktgemeinde getragen haben. Jörg Hampe war einer dieser Läufer.

Der mittlerweile 62-Jährige lief damals mit seinem Vater Helmut Hampe und einem weiteren Begleiter das kurze Stück von der Dietramszeller Straße bis zum Baumgarten. „Das waren vielleicht 500 Meter oder ein Kilometer“, erinnert er sich. Getragen hat er die Fackel selbst nicht, diese Ehre wurde seinem Vater zuteil. „Er war passionierter Läufer und hat auch den Kader zusammengestellt“, sagt Hampe. 

Olympische Fackel seit 47 Jahren in Familienbesitz

Er durfte damals als 15-Jähriger vermutlich nur dank seines Vaters mitlaufen, meint er: „Sicher nicht wegen meiner großen läuferischen Fähigkeiten, muss ich gestehen“, sagt Hampe, der eher dem Basketball zugetan war. Im Anschluss an den Lauf durfte Helmut Hampe die Fackel behalten. Jetzt, 47 Jahre nach dem Lauf und ein Jahr vor den Spielen in Tokio, sei der Zeitpunkt gekommen, die Fackel an den TuS – die Läufer starteten damals noch für den TV Holzkirchen – weiterzugeben.

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Dass die Fackel noch in Familienbesitz war, hatte Jörg Hampe dabei fast schon verdrängt. „Ich wusste, das mein Vater sie hatte“, sagt er. Doch als sein Vater im Jahr 2000 starb, sei der Zeitpunkt verpasst worden, sie weiterzugeben. „Da hab ich die Fackel noch einmal in der Garage gesehen.“ Danach sei das Stück Ortsgeschichte abseitig in seinem Elternhaus verschwunden.

Olympische Fackel ist 2500 Euro wert

Nachdem mittlerweile auch die Mutter gestorben ist und die Familie das Haus verkauft hat, sei der 62-Jährige wieder auf die Fackel gestoßen. „Wir haben überlegt, was wir damit machen sollen“, sagt Hampe. Seine Kinder hätten im Internet geschaut, wie viel die Fackel wert ist: 2500 Euro – wenn die Miniaturfackel, die jeder Träger bekommen hat, dabei ist. 

Doch für Jörg Hampe war Verkaufen keine Option. „Ich habe gedacht, es wäre doch schön, wenn das, was die Leute seitdem verbindet, dort hinkommt, wo es herkommt“, sagt er. Und: Er will, dass die anderen Holzkirchner Läufer von 1972 wissen, dass die Fackel in guten Händen ist.

Jörg Hampe (hinten, 2.v.l.) und die Holzkirchner Läufer von 1972. Helmut Hampe steht in der mittleren Reihe (2.v.l.).

Das freut den TuS-Vorsitzenden Wolfgang Ammer. „Der ideelle Wert für Holzkirchen ist unbezahlbar“, sagt der 69-Jährige. Der gelernte Maschinenbauer ist hin und weg, während er die Fackel genau begutachtet. Am oberen Ende erkenne man durch die Verfärbung noch die Spuren, die das olympische Feuer hinterlassen habe.

Olympische Fackel soll im Rathaus ausgestellt werden

Wegen des hohen ideellen Werts werde er die Fackel auch nicht im Fußballstüberl des Vereins ausstellen, sondern diebstahlsicher verstauen. Da würde sich zwar das kleine Museum, das er sich zuhause selbst zusammengesammelt hat, anbieten. Aber: „Die Fackel wird sicher nicht bei mir zuhause stehen.“

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Ammer hat schon eine Idee, wo die Fackel ausgestellt werden soll. Er will im Rathaus anfragen, ob dort ein Platz in einer Vitrine frei sei. Denn die Fackel sei nicht nur für den TuS wichtig, sondern für den ganzen Ort. Als Zeichen für Fairness und Sport soll sie allen Holzkirchnern offenstehen. Um mit ihr diese Werte auch an die kommenden Generationen weiterzureichen.

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