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Der Parade-Grantler in Aktion: Gerhard Polt feiert am Sonntag einen runden Geburtstag.

Zum 75. Geburtstag 

Landkreis-Bühnenkünstler erklären: Das ist an Polt so genial

Am Sonntag wurde Gerhard Polt 75 Jahre alt. Das sagen Vinzenz Semmler aus Holzkirchen, Tobias Öller aus Bad Wiessee und Christine Eixenberger aus Schliersee über ihr Idol. 

Neuhaus– Keiner poltert so schön wie Polt. Und kaum einer spürt dabei mit so viel Feingefühl die menschlichen Untiefen auf und legt sie offen. An diesem Sonntag wird Gerhard Polt, der mit Ehefrau Tini in Neuhaus lebt und Vater eines Sohnes ist, 75 Jahre alt.

Dem Landkreis hat Polt zuletzt – ganz satirefrei – eine spannende Gesprächsreihe geschenkt, in der er mit seinem Nachbarn Markus Ederer, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, drängenden Fragen der Zeit nachgeht. Für all das sagen wir danke – und wünschen Gerhard Polt alles Gute und noch lange eine gute Gesundheit. Auf dass er uns noch oft sagt, was sonst kaum einer in Worte fassen kann.

Wir haben uns bei drei bekannten Landkreis-Künstlern und bekennenden Polt-Anhängern nach ihren Lieblings-Szenen erkundigt.

Vinzenz Semmler (31), Sänger und Gitarrist der Band Mountain Lake Vista aus Holzkirchen: „Ich fand immer ,Longline‘ super, wo ein Vater bei einem Tennisspiel völlig ausrastet und auf die Mutter des Gegenspielers seines Sohnes losgeht. Das ist einfach seine Paraderolle. Beim Gummibärli-Automat legt er am Schluss auch so los. Da ist er ein Tankstellenbesitzer und erwischt zwei Jugendliche, die seinen Automaten aufbrechen wollen. Weil er den einen erschießt, muss er dann vor Gericht und regt sich furchtbar drüber auf. Ein neuerer Sketch, den ich sehr gut find, ist ,Turbo‘. Da beschreibt er die Untiefen der Automobilindustrie.“

Tobias Öller (42), Kabarettist und Musiker aus Bad Wiessee: „Meine Lieblingszitate von Gerhard Polt stammen von ihm als Hundebesitzer, ,Ich sag nicht fass, aber ich könnte fass sagen‘, und zuletzt vom Zivi, der sagt: ,Ich hab mir gedacht, bevor ich jemand, den ich nicht kenn, den Hintern abwisch, daschiaß i’n liaba.‘ Polt hat dem altbairischen Raum einen Zitate-Schatz geliefert. Es gibt ja Leute wie mich und meinen Papa, die können sich zu 50 Prozent nur mit Polt-Zitaten unterhalten. Gerade von der Stimmgewalt her ist Polt nicht zu überbieten. Wenn er die Szenen aus „Fast wia im richtigen Leben“ live liest, ist das nochmal viel lustiger als verfilmt.“

Christine Eixenberger (30), Kabarettistin aus Schliersee: „Ich hab ja früher mehr Heinz Erhard gehört, aber natürlich wächst man bei uns mit Kabarettisten wie Gerhard Polt, Bruno Jonas und Sigi Zimmerschied auf. Am besten bleiben einem von Polt Szenen wie die von Mai Ling im Gedächtnis haften. Was ich aber Wahnsinn fand, war sein Auftritt bei der Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises im Jahr 1980, als er überhaupt nichts gesagt hat, weil ihm davor Szenen im ZDF zensiert worden sind. Der sagt fünf Minuten lang nichts und sagt damit eigentlich alles. Das hat mich sehr beeindruckt.“

ag

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