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Hilfe aus der Dose: Michelle Schneider vom BRK-Kreisverband präsentiert die roten Behälter und das Datenblatt.

Jeder sollte eine haben

Lebensretter: Darum muss diese Dose im Kühlschrank aufbewahrt werden

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Das BRK verteilt derzeit kleine, rote Dosen, die Leben retten können. Was dahinter steckt und warum sie im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen.

Holzkirchen – Es klingt wie eine überstrapazierte Redewendung, aber im Notfall zählt tatsächlich jede Sekunde. Wenn Rettungskräfte also zu einem Einsatz in einen Privathaushalt gerufen werden, ist es für sie umso hilfreicher, wenn sie alle medizinischen und persönlichen Daten der hilfsbedürftigen Person auf einen Blick haben – und noch dazu genau wissen, wo sie diese Infos finden. Denn der oder die Erkrankte ist dazu meist selbst nicht mehr in der Lage.

An diesem Szenario setzt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) an. Es verteilt derzeit, wie zuletzt am Mittwoch am Marktplatz in Holzkirchen, kostenlos sogenannte Rotkreuzdosen. Knallrote, wiederverschließbare Notfallbehälter, in denen ein Datenblatt verstaut ist, auf dem lebenswichtige Informationen hinterlegt sind. „Die Einsatzkräfte sehen so sofort: Wer hat welche Vorerkrankung? Wer nimmt welche Medikamente?“, erklärt Michelle Schneider, die beim BRK-Kreisverband die landkreisweite Aktion betreut. Nur wo bewahrt man die Dose auf, damit sie im Notfall auch leicht gefunden wird? Im Kühlschrank. Ein Lebensretter, verstaut zwischen Senf, Eiern und Joghurt.

Freilich muss in der Dose nichts gekühlt werden. Nur: Einen Kühlschrank hat (fast) jeder zuhause stehen. Statt Schubladen durchwühlen oder unter dem Bett kruschen zu müssen, wissen die Einsatzkräfte direkt, wo sie nachschauen müssen. „Der Rettungsdienst hat einfach keine Zeit, überall zu suchen“, sagt Schneider. Ein Aufkleber, der an der Haustür befestigt wird, weist auf die Dose im Kühlschrank hin.

Für die Informationen auf dem Datenblatt sind die Besitzer der Notfalldose selbst verantwortlich. Bestenfalls hilft ein Angehöriger oder gar der Hausarzt beim Ausfüllen. Wichtig, sagt Schneider, ist zudem, die Informationen regelmäßig zu aktualisieren. Ein Glas Essiggurken über das Haltbarkeitsdatum im Fach nebenan, das mag verschmerzbar sein. Aktuelle medizinische Daten sind es nicht. Sollten mehrere Personen im Haushalt leben, braucht es freilich mehrere Dosen, idealerweise mit dem jeweiligen Foto versehen.

Auch wenn sich die Dosen-Aktion an Senioren richtet, beschränkt sie sich nicht nur auf diese Zielgruppe. „Das ist eine gute Sache für jung und alt“, sagt Schneider. Schließlich machen Unfälle und plötzliche Erkrankungen nicht vorm Alter halt. Schneider: „Das betrifft uns alle.“

Bei der BRK-Bereitschaft in Holzkirchen kommt die Idee gut an. „Das ist wirklich super, das erleichtert uns im Einsatz die Arbeit enorm“, sagt Bereitschaftsleiter Markus Probst. Ähnlich positiv reagierten laut Schneider jene Passanten, denen sie am Marktplatz eine Dose geschenkt hat. „Das ist sehr gut angenommen worden.“

Holzkirchner, die ebenfalls eine solche Dose wollen, können sie sich im BRK-Kleiderladen an der Münchner Straße abholen. Ärzte, Apotheken und Reformhäuser, die sich gerne an der Aktion beteiligten wollen, können sich beim BRK-Kreisverband melden und bekommen die gewünschte Anzahl zum Verteilen vorbeigebracht. Das BRK selbst verteilt die roten Dosen am Donnerstag, 6. Dezember, am Marktplatz in Miesbach – damit möglichst viele im Kühlschrank landen.

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