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Glücklich im heimischen Garten: Die sehr alte, bereits erblindete Schildkröte der Familie Eiler war seit Ende Mai verschwunden. Dank einer aufmerksamen Leserin spürte sie die Familie jetzt in München auf. 

Familie ist überglücklich

Leserin gab den entscheidenden Tipp: Gretel ist wieder zuhause

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Die Hoffnung war nicht groß, aber sie erfüllte sich: Schildkröte Gretel kriecht wieder durch ihren vertrauten Garten in der Holzkirchner Blumenstraße. Die Ausreißerin hatte es bis nach München verschlagen.

Holzkirchen – Dass die kleine afrikanische Schildkröte, die seit 47 Jahren bei Familie Eiler zuhause ist, wohlbehalten zurück ist in heimischen Gefilden, „das macht die ganze Familie glücklich“, sagt Christian Eiler. Speziell seine Mutter Barbara (80) habe eine „Riesenfreude“, dass die fast verlorene geglaubte Gretel doch wieder aufgetaucht ist.

Gretels Comeback liegt nicht zuletzt an der Reichweite des Holzkirchner Merkur. Barbara Eiler hatte sich Anfang Juni an die Redaktion gewandt mit der Bitte, bei der Suche nach der erblindeten und vergleichsweise großen Schildkröte zu helfen.

Ende Mai war Gretel, an einem windigen Tag, unvermittelt aus dem Garten verschwunden – das erste Mal in den fast 50 Jahren, die sie bei den Eilers wohnt. Den Text in der Zeitung las eine Frau aus Dachau, die wusste, dass eine Schildkröte mit den besagten Merkmalen – Gretel trägt unter anderem die Telefonnummer der Eilers auf ihrem Panzer – in der Reptilien-Auffangstation in der Münchner Kaulbachstraße abgegeben worden war.

Sofort wurde Gretel aus München nach Hause geholt

Die Leserin rief die Eilers an, die ihrerseits sofort in der Station in der Kaulbachstraße anklingelten. „Meine Cousine machte sich sofort auf den Weg und brachte die Ausreißerin nach Hause“, berichtet Christian Eiler. Daheim ließ sich Gretel erst einmal in aller Ruhe eine schöne Salatbrotzeit schmecken. „Alle sind glücklich, dass die Geschichte unserer Ausreißerin doch noch ein glückliches Ende genommen hat“, sagt Eiler, „auch dank der Heimtzeitung.“

Unklar bleibt jedoch, wer die betagte Schildkröte von Holzkirchen-Neuerlkam bis nach München transportierte. „Dazu hat sich niemand geäußert“, sagt Eiler. Er vermutet, dass ein Münchner bei einem Tagesausflug oder einem Besuch in Holzkirchen die herrenlose Schildkröte im Bereich Neuerlkam entdeckte und ins Auto lud. Auf dem Heimweg könnte er oder sie das Tier dann in de Auffangstation abgegeben haben. „Vielleicht war’s so, aber wer weiß?“, sagt Eiler.

Treues Haustier seit 47 Jahren

Gretel kam vor 47 Jahren als Geschenk eines Onkels an den damals einjährigen Sohn ins Hause. Schon damals war die Schildkröte nicht mehr die Jüngste. „Sie ist bestimmt uralt“, glaubt Barbara Eiler, die hofft, dass es das letzte Abenteuer ihres alten Mädchens war. 

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