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Eine richtige Aussegnungshalle fehlt derzeit am Friedhof an der Thanner Straße. Auch Platz für weitere Urnengräber ist dringend nötig.

Friedhof an der Thanner Straße 

Für das letzte Geleit fehlt ein würdiger Platz

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Holzkirchen - Weil Trauergemeinden zuweilen auf dem Parkplatz stehen müssen, und der Trend zur Feuerbestattung steigt, will die Gemeinde den neuen Friedhof an der Thanner Straße in Holzkirchen erweitern. Heuer soll endlich Schwung in die Planung kommen.

 Einen geliebten Menschen zu verlieren schmerzt. Das letzte Geleit ist daher ein wichtiges Ritual, um Abschied zu nehmen. Am neuen Friedhof in der Thanner Straße in Holzkirchen, wo eine richtige Aussegnungshalle fehlt und es nur ein Nebengebäude mit provisorischem Eingang gibt, ist das schwer. Die Trauergemeinde steht teilweise auf dem Parkplatz. „Das ist kein würdiger Verabschiedungsort“, findet Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD). 

Deshalb kursieren schon seit geraumer Zeit Erweiterungspläne für den Friedhof an der Thanner Straße. Diese haben nun neuen Schwung bekommen, was ein Blick in den aktuellen Haushalt verrät. Heuer sind dafür 50 000 Euro reserviert. Laut Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus, dient das der weiteren Planung. „Ich nehme an, dass diese Planung noch heuer beginnt.“ Für 2017 sind rund 300 000 Euro vorgemerkt, für 2018 900 000 Euro und für 2019 weitere 500 000 Euro. Die Vorgeschichte: 1994 hatte die Gemeinde einen Architektenwettbewerb für den neuen Friedhof samt Aussegnungshalle durchgezogen. Den ersten Preis bekam Professor Michael Gaenssler aus München. Aktuell ist die erste Ausbaustufe verwirklicht, mit Parkplatz, Grünanlage, Nebengebäude, Wirtschaftshof samt Geräteunterstellplatz sowie dem ersten Teil der Grabfelder und zusätzlichen Urnenwänden. 

Auf die markante, ellipsenförmige Aussegnungshalle für gut eine Million Euro hatte die Gemeinde damals aus Kostengründen verzichtet. „Außerdem gab es noch nicht so viele Beerdigungen dort“, erklärt Haunschild. Heute sehe das schon ganz anders aus. Zwischendrin hatte man stattdessen eine Lösung mit einem überdachten Parkplatz Richtung Norden diskutiert. Weil das Ergebnis im Gemeinderat für eine der vorgestellten Lösungen nur sehr knapp ausfiel – kein tragfähiger Beschluss – beschäftigt sich die Gemeinde nun erneut mit der Erweiterung. 

„Jetzt müssen wir uns Gedanken machen, ob wir die Aussegnungshalle doch bauen“, sagt der Geschäftsleiter. Wahrscheinlich östlich des bestehenden Nebengebäudes. Und: „Es fehlt auch Platz für Urnengräber“, erklärt Haunschild. Eine Erweiterung sei hier dringend nötig. „Momentan können wir die Nachfrage nicht decken.“ Der Trend zur Feuerbestattung steige. „Vielleicht hat das auch was mit den Gräbergebühren zu tun.“ 

Die Lösung soll natürlich in Absprache mit Gemeinderat und Geistlichkeit gefunden werden. Womöglich orientierte man sich an den alten Plänen, Planer Gaenssler bleibe auf jeden Fall mit im Boot und bringe seine gestalterische Note ein. 

Weitere, allerdings kirchliche Friedhöfe gibt es in den Ortsteilen Hartpenning, Roggersdorf, Föching und Fellach. In Holzkirchen habe ein gemeindlicher Friedhof Tradition. Der sei eine Ruhestätte für Menschen aller Glaubensrichtungen, betont Haunschild. „Jeder darf rein.“ 

Der alte Friedhof am Oskar-von-Miller-Platz sei vor vielen Jahren komplett voll gewesen. „Inzwischen leert er sich wieder ein bisschen“, sagt Haunschild. Viele Gräber werden aufgelöst. Vor allem am Eingangsbereich Richtung Aussegnungshalle – ein prominenter Platz mit großen Gräbern – falle das auf. Diese würden aus Kostengründen oft nicht mehr erhalten. „Da müssen wir uns auch was überlegen.“

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