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Letzte Meile auf dem Weg zur Südumfahrung

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Fünf Varianten gibt es für die Südumgehung. In die „engere Wahl“ kommen vermutlich die Varianten vier und fünf. grafik: Staatliches Bauamt Rosenheim
Fünf Varianten gibt es für die Südumgehung. In die „engere Wahl“ kommen vermutlich die Varianten vier und fünf. grafik: Staatliches Bauamt Rosenheim © Staatliches Bauamt Rosenheim

Jahrzehntelang diskutiert, könnte eine Südumfahrung für Holzkirchen nun Wirklichkeit werden. In einer teils öffentlichen Sitzung des Marktgemeinderats sollen Bürger ihre Meinung kundtun, um ein Ratsbegehren vorzubereiten.

Holzkirchen – Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Verwaltung und Bürger in Holzkirchen mit der Südumfahrung. Nun könnte die letzte Meile hin zur Entscheidung, ob, und wenn ja, wie, die Südspange gebaut wird, begangen werden. Am Donnerstag, 19. Mai, präsentieren Vertreter des Staatlichen Bauamts Rosenheim im Gemeinderat, der dazu dieses Mal im Oberbräu-Saal tagt, die aus ihrer Sicht beste Lösung. Im Anschluss können die Bürger diskutieren und Fragen stellen, informiert Bürgermeister Christoph Schmid (CSU).

Die Sitzung soll zweigeteilt sein. Der erste Teil stellt eine ordentliche Gemeinderatssitzung dar. Heißt: Rederecht besitzen lediglich die Räte und die Vertreter des Staatlichen Bauamts. Im zweiten Teil werde die Sitzung für die Bürger geöffnet. Hier können alle Teilnehmer Fragen stellen und Meinungen diskutieren. Schmid will eine breite Öffentlichkeit herstellen. Auf dieser Grundlage strebe er für die Ratssitzung im Juli einen Beschluss an, mit dem ein Ratsbegehren für Herbst festgesetzt wird. Dann sollen die Holzkirchner die Möglichkeit bekommen, für oder gegen die Südumfahrung zu stimmen.

Umstrittener Stimmzettel

Was sich einfach anhört, hat seine Tücken. So ist beispielsweise umstritten, welche Optionen auf dem Stimmzettel stehen werden. Das hängt nicht zuletzt davon ab, welche Varianten das Bauamt präsentiert. Laut Schmid wird es auf die bekannten Varianten vier und fünf hinauslaufen. In Variante vier zweigt die Umgehung in Fahrtrichtung nach Holzkirchen bei Leithen von der B13 ab, führt zwischen Kleinhartpenning und Asberg vorbei Richtung Großhartpenning. Dort trifft sie wieder auf die B13. Variante fünf schließt dort an und führt gen Osten nördlich an Sufferloh vorbei, um bei Lochham an die B318 anzuschließen. Über beide Varianten soll getrennt abgestimmt werden, jeweils mit den Antwortoptionen „Ja“ oder „Nein“. Eine „Nulllösung“, also die ausdrückliche Frage, ob überhaupt eine Umfahrung gebaut werden soll, brauche laut Schmid nicht abgefragt werden. „Wer gegen die beiden Varianten stimmt, gibt damit zum Ausdruck, dass er keine Umfahrung möchte“, erklärt er.

Sollte dieses Ergebnis am Ende des Ratsbegehrens stehen, bedeutet das zwar nicht, dass die Umfahrung Geschichte ist. Weil die Variante fünf im Bundesverkehrswegeplan als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft ist, könne der Bund selbständig tätig werden, betont Schmid. Dies gilt nicht für den Abschnitt vier, und das bedeutet: Die Umfahrung würde in diesem Fall den Verkehr nicht an Großhartpenning vorbei leiten, sondern erst zwischen Großhartpenning und Holzkirchen beginnen.

Ende der Debatte im Herbst

Wie auch immer das Ergebnis im Herbst lautet, für Schmid wäre es in jedem Fall ein Erfolg. „Die Debatte ist dann weg, und wir haben einen Gewinner, nämlich Holzkirchen“, sagt der Rathauschef. Man brauche jetzt eine Entscheidung, betont er. Dass es auf der letzten Meile „nicht lustig“ sei, das sei ihm klar.

Nähere Infos

Bürger können die Sitzung sowie die Fragerunde live im Kultur im Oberbräu oder online unter https://sued-umfahrung-holzkirchen.stream1.eu verfolgen. Das Publikum im Saal kann seine Fragen direkt an die Vertreter des Staatlichen Bauamts Rosenheim richten. Online-Zuschauer reichen diese über einen Chat ein. Fragen, die aus zeitlichen Gründen nicht beantwortet werden konnten, können per E-Mail an oeffentlichkeitsarbeit@holzkirchen.de gesendet werden. Die Anfrage wird dann schriftlich beantwortet. Im Kultur im Oberbräu finden 100 Zuschauer Platz. Es gilt Maskenpflicht.

Von Andreas Wolkenstein

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