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Die Arbeiten sind in vollem Gange: An der Raststätte Holzkirchen Nord an der A 8 Richtung Süden entstehen neue Stellplätze für Sattelschlepper. Die Autobahndirektion hofft, auch mit dem umstrittenen Parkplatz bei Otterfing bald beginnen zu können.

An A8 

Geplante Lkw-Parkplätze: Otterfing will sich mit Landschaftsschutz wehren

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Rastende Lkw verstopfen die A8 - neue Parkplätze sollen her: Die Anlage an der Rastanlage Holzkirchen-Süd wächst, Stellplätze im Hofoldinger Forst sind geplant. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Holzkirchen/Otterfing – Wenn es Nacht wird, machen sie sich breit. Die Lkw parken überall. Auf Seitenstreifen, Grünstreifen, Ausfahrten und Pkw-Parkplätzen. Und provozieren gefährliche Unfälle, sagt Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. „Das sind unhaltbare Zustände.“ Daher habe der Bund angewiesen, die Situation zu lindern und mehr Lkw-Parkplätze an Deutschlands Autobahnen zu bauen. Denn die Not sei groß. Und die Fahrer müssen ja irgendwo ihre Pausen einlegen.

Daher stehen im Landkreis zwei Projekte an: Zum einen die Erweiterung der Parkanlage an der Raststätte Holzkirchen-Süd. Und eine PWC-Anlage – also ein Parkplatz mit WC – im Hofoldinger Forst.

Nummer eins ist schon voll im Gange. Wie berichtet, hatte die Tank und Rast Gruppe GmbH die Gebäude umgebaut. Aktuell laufen die Tiefbauarbeiten der Autobahndirektion für die Parkplätze. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Seebacher. Noch vor dem Winter soll alles fertig werden. Die Anlage werde von 38 auf 61 Lkw-Parkplätze sowie von 72 auf 73 Autoparkplätze erweitert. Das koste 6,1 Millionen Euro.

Etwas zäher geht es mit den 106 Lkw-Parkplätzen im Hofoldinger Forst voran. „Wir erwarten im Herbst den Planfeststellungsbeschluss“, sagt Seebacher. Die Regierung von Oberbayern hat das letzte Wort. Die Anlage koste circa neun Millionen Euro. „Das ist teuer, aber der Druck ist groß.“ Seine Behörde lege eine Wasserleitung für die Toiletten-Gebäude. „Das müssen wir mit den Gemeindewerken Holzkirchen klären.“

Für diese PWC-Anlage sind zwei Standorte im Rennen: Einerseits könnte die bestehende Anlage in Sauerlach wachsen. Die „naturschutzfachlich bessere Lösung“ ist aus Sicht der Autobahndirektion die Otterfinger Variante. Diese würde südlich der Markwegbrücke liegen. Der Bereich bei Sauerlach gilt als Landschaftsschutzgebiet (LSG). Daher setzt Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder auf eine LSG-Ausweisung auf Otterfinger Flur. „Uns wundert, wo die Trennlinie gemacht wurde.“ Die Otterfinger sträuben sich gegen die Anlage auf eigenem Gebiet, sie befürchten mehr Lärm.

Ein Kreistagsbeschluss vom Oktober 2014 leitete das Verfahren zur LSG-Ausweisung für den Bereich zwischen dem LSG, der Bahnlinie und der A 8 bis zum Nordrand Kreuzstraße ein. Zugleich wurde ein Veränderungsverbot verfügt, solange das LSG-Verfahren läuft. Im Mai 2016 verlängerte der Kreistag dessen Geltungsdauer um zwei Jahre. Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz betont: „Für das Landratsamt steht die Ausweisung des LSG nicht in direktem Zusammenhang mit dem Planfeststellungsverfahren für den Bau der PWC-Anlage.“ Die Ausweisung werde unabhängig vom Ausgang der Planfeststellung fortgeführt. Dass das LSG-Verfahren Einfluss auf die Planfeststellung hat, bezweifelt Seebacher. „Unser Verfahren lief schon davor.“

Allerdings hängt das LSG laut Nemitz von möglichen Standorten für Windkraft ab. Die könnten erst festgezurrt werden, wenn die Ergebnisse des Wind- und Ertragsgutachtens vorliegen. „Dieses Gutachten soll demnächst in Auftrag gegeben werden.“ Im November gebe es dazu eine Sitzung aller am Windkraftprojekt beteiligten Kommunen aus den Kreisen Miesbach und München und der beiden Landkreisverwaltungen.

Laut Nemitz überschneiden sich die Gebiete des LSG und des Regionalplans Windkraft in weiten Teilen, weil schutzwürdige Waldflächen im Eigentum der Bayerischen Staatsforsten sind. Die wollen die Waldflächen für die Windkraft verpachten. „Damit die LSG-Ausweisung die Genehmigung von Windkraftanlagen nicht behindert, ist eine Zonierung des LSG erforderlich.“ Diese könne erst fortgeführt werden, wenn die Planungen für die Windkraftstandorte weiter sind.

Eglseder hat es gar nicht so eilig, er mag das Parkplatz-Thema nicht: „Wir haben lange nichts mehr davon gehört. Und ich hoffe, wir werden da lange nichts mehr hören.“

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