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Franz Lutje (5.v.r.) trainiert weiter das „Team of Nations“, eine Fußballmannschaft, die aus Asylbewerbern und Einheimischen besteht. Jetzt hatte der Holzkirchner Manni Schwabl (3.v.r.), Ex-Profi des FC Bayern und Präsident der Spielvereinigung (SpVgg) Unterhaching, die Mannschaft als Zuschauer zum Spiel der SpVGG gegen 1860 (Zweite Mannschaft) nach Unterhaching eingeladen. 

"Aus zeitlichen Gründen"

Lutje tritt als Integrationsbeauftragter zurück

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Holzkirchen – Franz Lutje ist als Integrationsbeauftragter von Holzkirchen zurück getreten. „Aus zeitlichen Gründen“, wie Bürgermeister Olaf von Löwis  im Gemeinderat mitteilte.

Seine Kolleginnen Maria Korell und Eva Krause aber bleiben im Amt. Laut Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus, ist zunächst kein Ersatz für Lutje geplant.

Lutje erläutert gegenüber unserer Zeitung die genauen Gründe für seine Entscheidung. „Weil ich als Ehrenamtskoordinator bei der Caritas Tag und Nacht eingebunden bin.“ Immerhin betreut er als Hauptamtlicher die 17 Asyl-Helferkreise im Landkreis Miesbach. Selbst an den Wochenenden sei er beschäftigt. Wie berichtet, hatte der Kreisausschuss vor einigen Wochen beschlossen, Lutjes Stelle – deren Kosten Caritas und Landkreis zu gleichen Teilen tragen – auch in Zukunft zu erhalten. Die Stelle ist allerdings erneut befristet – von 1. November 2016 bis 31. Oktober 2017. Davon abgesehen ist Lutje als Vorstand für den Pakt für Integration und Arbeit (PIA) sowie als ehrenamtlicher Seelsorger tätig. „Irgendwo muss man was abgeben“, erklärt der Holzkirchner.

Ganz aus Holzkirchen zurückziehen wird er sich ohnehin nicht. Denn als Ehrenamtskoordinator sei er ja qua Amt ja weiterhin auch für die Helfer in der Marktgemeinde zuständig. Außerdem bleibt er einfaches Mitglied im Helferkreis Asyl in Holzkirchen. So trainiert er zum Beispiel auch weiterhin die von ihm gegründete Fußballmannschaft, das „Team of Nations“, das aus Einheimischen sowie Asylbewerbern aus sämtlichen Gemeinden besteht. Gekickt wird in Föching, im Sommer auf dem Sportplatz, im Winter in der Halle.

Nach knapp eineinhalb Jahren als Integrationsbeauftragter in Holzkirchen zieht er eine erste Bilanz. „Die ist sehr positiv“, findet er. „Wir haben sehr viel vorbildlich auf die Beine gestellt.“ Manchmal ging es während seiner Zeit als Integrationsbeauftragter aber auch turbulenter zu. Zum Beispiel im Sommer 2015, als einige Asylbewerber rund um den Marktplatz campierten, aus Protest gegen die Bedingungen im Wohncontainer an der Erich-Kästner-Straße (wir berichteten). Damals brachen die dortigen Asylbewerber zwischenzeitlich sogar den Kontakt zu den Helfern ab, so sehr hatte sich die Situation aufgeschaukelt. Längst sind die Wogen wieder geglättet, und Lutje sieht das Ganze mittlerweile gelassener. „Ein Auf und Ab ist normal“, sagt er. Das sei im gesamten Landkreis zu beobachten. Es sei immer irgendwo etwas „am Köcheln“.

Inwieweit sich der heuer im April eingeführte Helfer-Kodex-Asyl in Holzkirchen bewährt hat, könne man derzeit noch nicht sagen. Es sei schlichtweg zu früh. Wie berichtet, ließ die Gemeinde den Kodex erstellen, weil vor allem die Traglufthalle, in der theoretisch 320 Asylbewerber Platz haben, die Beteiligten vor völlig neue Herausforderungen stellte. Der Kodex gibt Regeln für den Umgang mit den Asylbewerbern und die Zusammenarbeit unter den Freiwilligen vor. So dient er unter anderem auch dem Schutz der Helfer – die, wie Lutje damals erklärte, oft eine zu starke Bindung zu den Flüchtlingen aufbauen. Umso größer sei der Schmerz dann bei einer Abschiebung. „Im Groben und Ganzen wurde der Kodex akzeptiert“, meint Lutje. Nichtsdestotrotz gebe es einige Punkte, wo es stocke. Immerhin hätten sich andere Helferkreise an dem Kodex orientiert. Auf der Suche nach Halt in einer sich häufig ändernden Gesetzeslage. „Da kommt man mit der Organisation kaum nach.“

Und auch wenn oder vielleicht gerade weil die Zahl der Freiwilligen landkreisweit sinkt, ist für Lutje ist eines klar: „Was wäre gewesen ohne die vielen tollen Helfer?“

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