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„Mal ausprobieren, ob’s funktioniert“: Holzkirchnerin eröffnet Pop-up-Store

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Von: Bettina Stuhlweißenburg

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Handwerksprodukte statt Eis: Elisabeth Franz in ihrem Pop-up-Store im Eiscafé Franzetti.
Handwerksprodukte statt Eis: Elisabeth Franz in ihrem Pop-up-Store im Eiscafé Franzetti. © Max Kalup

Regionalen Produzenten, die es schwer haben in der Corona-Pandemie, einen Marktplatz bieten: Diese Idee hatte Elisabeth Franz. Jetzt probiert die Holzkirchnerin aus, ob‘s funktioniert: mit einem Pop-up-Store im Franzetti.

Holzkirchen – Kommunikationsdesign aus Weyarn, Trachtenröcke aus Schliersee und allerlei Tand aus zweiter Hand: Im Pop-up-Store im Eiscafé Franzetti, das über den Winter nun geschlossen ist, gibt es handwerklich hergestellte Produkte aus der Region – und Regale zur Miete. Die Idee zu dem Laden, der am Donnerstag, 13. Januar 2022, erstmals öffnet und am 26. Februar 2022 wieder schließt, hatte die Holzkirchnerin Elisabeth Franz (30).

Frau Franz, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Pop-up-Store zu eröffnen?

Elisabeth Franz: „Ich habe mich mit Freunden über ein Second-Hand-Konzept unterhalten, das mir gefällt: sich wochenweise ein Regal zu mieten und da reinzustellen, was man verkaufen will. Ich wollte mal ausprobieren, ob das funktioniert. Zugleich hatte ich die Idee, handwerklichen Produzenten aus der Region eine Verkaufsfläche zu bieten. Die meisten haben ja keinen eigenen Laden, sondern verkaufen online und auf Märkten. Wegen der Pandemie finden viele Märkte allerdings nicht statt. Dadurch ist ihnen eine wichtige Absatzmöglichkeit weggebrochen.“

Wie ist die Resonanz?

Franz: „Bei den regionalen Produzenten geradezu überwältigend. Ich bekomme laufend weitere Anfragen. Leider muss ich ihnen inzwischen absagen, weil ich nicht genug Platz habe. Es sind jetzt insgesamt zwölf Produzenten vertreten. Es gibt unter anderem alpine Streetwear, Schmuck aus Dirndlstoffen, Naturseifen, Tücher aus bayerischem Bienenwachs, die den Plastikkonsum verringern sollen, und Meditationskissen, die in den Wendelstein-Werkstätten der Caritas hergestellt werden. Im Second-Hand-Bereich dagegen sind noch nicht alle Regale vermietet.“

Auch Second-Hand-Ware bekommt einen Platz

Dabei liegt Second-Hand doch im Trend...

Franz: „Das stimmt. Ich glaube, das hängt mit einem steigenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit zusammen. Die Menschen kaufen gebrauchte Dinge, um Ressourcen zu schonen. Vielleicht können sich manche nur nicht von ihren alten Sachen trennen.“

Was raten Sie denen?

Franz: „Beim Ausmisten ist es hilfreich, sich zu überlegen, ob man eine Sache im zurückliegenden Jahr benutzt hat. Alles, was man ein Jahr lang nicht benutzt hat, kann weg, finde ich. Wer sich damit schwer tut, könnte selten genutzte Gegenstände zunächst in einen Karton packen und den dann auf den Speicher oder in den Keller stellen. Man merkt dann ja, ob einem die Sachen fehlen. Nach einem Jahr könnte man den Karton dann endgültig ausrangieren.“

Second-Hand-Klamotten dürfen in ihrem Pop-up-Store nicht verkauft werden. Warum?

Franz: „Für Second-Hand-Kleidung gibt es ja schon ausreichend Verkaufsmöglichkeiten. Zum Beispiel den Basar des Katholischen Frauenbunds Holzkirchen, der damit ja auch soziale Zwecke unterstützt. Außerdem stellen einige der regionalen Handwerksproduzenten Kleidung her. Die Second-Hand-Waren im Pop-up-Laden sollen ihr Angebot ergänzen und nicht in Konkurrenz dazu treten.“

Ist es denkbar, dass aus Ihrem Pop-up-Store ein dauerhafter Laden wird?

Franz: „Grundsätzlich kann ich mir das schon vorstellen. Aber das hängt nicht nur davon ab, ob die Idee gut angenommen wird. Dafür braucht man auch eine geeignete Location.“

Öffnungszeiten und Kontakt

Der Pop-up-Store im Franzetti der Familie Franz an der Münchner Straße 7 ist von 13. Januar bis 26. Februar 2022 donnerstags und freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Wer ein Regalfach zum Verkauf von Second-Hand-Waren mieten will, meldet sich unter popupholzkirchen@web.de.

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