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Gemeinde will Arbeitsamt-Areal kaufen, aber es hakt wohl am Preis

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Von: Andreas Höger

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Immer noch Baustelle: Der Kran vor der Arbeitsagentur in Holzkirchen ist zwar vor wenigen Tagen verschwunden, die Sanierungsarbeiten verzögern sich aber bis in den Hochsommer.
Immer noch Baustelle: Der Kran vor der Arbeitsagentur in Holzkirchen ist zwar vor wenigen Tagen verschwunden, die Sanierungsarbeiten verzögern sich aber bis in den Hochsommer. © Thomas Plettenberg

Der Kran, der über ein Jahr im Holzkirchner Ortskern stand, er ist verschwunden. Richtig vorwärts geht es aber nicht mit der Sanierung am Gebäude der Agentur für Arbeit. Auch auf das Interesse der Gemeinde, die das Gelände gerne kaufen würde und die Agentur an den Bahnhof locken will, reagiert die Behörde zurückhaltend.

Holzkirchen – 3000 Quadratmeter mitten im Ort, zentrale Lage neben Rathaus und Marktplatz: Mehr als nur ein Auge hat die Marktgemeinde auf das Areal geworfen, das der Agentur für Arbeit (ehedem Arbeitsamt) gehört. Schon im Januar 2021 hatte Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) einen Brief an die Verantwortlichen der Bundesagentur (BA) in Rosenheim geschrieben, in dem er das Kaufinteresse hinterlegte und auf die Chance hinwies, die Geschäftsstelle an einen neuen Standort am Bahnhof zu verlegen.

Nach monatelangem Schweigen kam ein dürrer Dreizeiler zurück, berichtet Schmid auf Anfrage: „Tenor war, dass sie das Gebäude weiter brauchen. Aber wenn der Preis stimme, könne man darüber reden.“

Was das alte Gebäude und das Grundstück wert sein könnten, lässt das Rathaus derzeit von einem Gutachter prüfen. „Wir wissen natürlich nicht, was die laufende Dauerbaustelle mit der Immobilie macht“, sagt Schmid. Tatsache ist, dass die BA aktuell tief in die Tasche greifen muss, um ein Feuchtigkeitsproblem zu lösen. Das schmucke Wasserbassin im Innenhof leckte, dazu gesellten sich Probleme beim Ablauf von Regenwasser.

Die Arbeiten begannen im April 2021, sollten Ende 2021 abgeschlossen sein. „Es gab Verzögerungen“, erklärt dazu Silke Stichaner, Pressesprecherin der zuständigen Agentur für Arbeit in Rosenheim. Nach aktuellen Planungen soll die Sanierung in „den nächsten drei Monaten“ fertig werden. Statt des großen Wasserbassins wird der Innenhof begrünt und bekommt nur noch einen kleinen Gartenteich. Zu den Kosten der Sanierung wollte die BA keine Angaben machen.

Aktuell beschäftigt die Behörde in Holzkirchen 31 Mitarbeiter. Die Sanierungsarbeiten haben laut Stichaner keine Auswirkung auf die Kundenströme oder Öffnungszeiten für den Publikumsverkehr. Einige Räumlichkeiten des zweigeschossigen Gebäudes (plus Untergeschoss) sind an die Marktgemeinde und das Arbeitsgericht München vermietet.

Zu möglichen Umzugsplänen an den Bahnhof, wo jüngst im Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs (wir berichteten) auf Wunsch der Gemeinde auch ein neuer Standort für die Arbeitsagentur präsentiert wurde, hält sich die BA bedeckt. „Dazu ist derzeit keine Aussage möglich“, teilt Stichaner mit. Sie weist darauf hin, dass ein konkretes Kaufangebot der Gemeinde für das alte Areal noch nicht vorliege: „Seitens der BA sind die internen Abstimmungen zu diesem Thema deshalb noch nicht abgeschlossen.“ Es geht also offenbar um den Preis, für den das Gutachten der Gemeinde eine Grundlage liefern soll.

„Allzu hoffnungsfroh bin ich nicht“, sagt der Bürgermeister. Er habe die BA darauf hingewiesen, dass ein Standort am Bahnhof für die BA interessanter sein könnte als eine Riesen-Geschäftsstelle im Ortskern. Die Gemeinde ihrerseits interessiere weniger das alte Gebäude – zumal in der Coronazeit mobiles Arbeiten und „rollierende Arbeitsplätze“ (Home-Office) die Raumnot im Rathaus nachhaltig linderten. „Ich sehe die Lage und den städtebaulichen Akzent, den man an dieser Stelle setzen könnte“, sagt Schmid. Kein Verwaltungsbau, kein Supermarkt mache hier Sinn, „sondern eine Nutzung, die Frequenz bringt ins Ortszentrum und und das Marktplatz-Umfeld mit Leben füllt“.

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