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Der Landkreis saniert den Radweg an der MB 14, die Marktgemeinde finanziert einen Erweiterungsbau entlang der Gleise.

Durch die Senke unters Gleis

Die Marktgemeinde baut einen neuen Radweg bei Föching - hier soll er verlaufen

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Der Landkreis saniert den Radweg an der MB 14, die Marktgemeinde zieht nach: Sie finanziert einen Erweiterungsbau. Die Fahrt zum Sportgelände der SF Föching wird für Kinder so sicherer.

Föching – Dass es sich bei dem Geh- und Radweg entlang der Kreisstraße MB 14 um einen solchen handelt, erkennt man aktuell nur schwer. Ein schmaler Streifen, ein Mix aus Schotter und bröckeligem Asphalt. Der Landkreis plant nun allerdings die Sanierung und Instandsetzung der Strecke vom Sportgelände Föching bis hin zum Bahnübergang. Damit Sportler, Pendler und Ausflügler mit dem Fahrrad künftig aber auch bequem bis ins Föchinger Ortszentrum kommen und so weiter nach Holzkirchen, springt die Marktgemeinde gleich auf die Bauarbeiten mit auf.

Sie erweitert den bestehenden Radweg mit einem Neubau, der vor dem Bahnübergang nach links in die Senke abschwenkt, entlang der Bahngleise verläuft und diese durch eine bereits bestehende Unterführung – genutzt von landwirtschaftlichen Fahrzeugen – quert. Auf der anderen Seite der Bahnstrecke verläuft der Radweg bis zur Flurstraße. Eine attraktive und praktisch optionslose Strecke, um Radlern die Fahrt zu erleichtern.

Den bestehenden Radweg entlang der MB14 saniert der Landkreis (blau), die Marktgemeinde schwenkt mit ihrer Erweiterung vor dem Bahnübergang nach links ab, runter in die Senke (rot). Der Weg verläuft parallel zu den Gleisen und führt durch eine Unterführung, die derzeit von landwirtschaftlichen Verkehr genutzt wird.

Eine (durchaus naheliegende) Weiterführung des Weges über den Bahnübergang nach Föching scheiterte an zwei „großen Hindernisgründen“, wie Hans Kellner, Leiter Bauamt Technik, in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte. Wie die Deutsche Bahn dem Rathaus zu verstehen gegeben hat, müsste der Bahnübergang demnach ertüchtigt und das Signal erneuert werden. Eine separate Schranke für den Geh- und Radweg wäre zudem notwendig. Weiteres Erschwernis: Aus signaltechnischen Gründen müssten im gleichen Zuge die Übergänge an der Flurstraße sowie in Fellach ertüchtigt werden. Alle drei hängen technisch zusammen. Und überhaupt: Die Ertüchtigung wäre laut DB auch erst frühestens im Jahr 2024 möglich, teilte Kellner mit.

Die gemeindliche Alternativ-Route soll deutlich schneller realisiert werden. Mit dem Bau soll nach Angaben des Rathauses bereits 2019 begonnen werden. Die Marktgemeinde darf dabei auf einen satten Zuschuss von voraussichtlich 50 Prozent der anrechenbaren Baukosten freuen. „Das ist mit der Regierung von Oberbayern so abgeklärt“, sagte Kellner. In das 322 000 Euro teure Teilstück investiert der Markt folglich 161 000 Euro.

„Ich bin heilfroh, dass wir das jetzt endlich umsetzen“, sagte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Eine Ansicht, die der Gemeinderat so reihum teilte. Der Tenor: Die neue Strecke stelle den Anfang zur Verbesserung der Geh- und Radwegverbindungen in und um Föching dar und bilde einen Beitrag zum Landkreis-Radwegenetz.

Einzig ein Aspekt bereitete einigen Marktgemeinderäten noch Bauchschmerzen. Stichwort: Querung. Wie Martin Taubenberger (FWG) erklärte, gelangen die Kinder, die bei den Sportfreunden Föching trainieren, nun zwar sicher bis zum Sportgelände. Dort angelangt müssten sie die MB 14 dennoch nach wie vor überqueren. Taubenbergers Vorschlag: „Ein Mauseloch unter der Straße, das hätte Charme.“ Sicherer, ja. Charmvoller, ja. Teurer aber auch, wandte ein Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts am Landratsamt ein, der in die Sitzung gekommen war. „Wenn wir eine Unterführung bauen, sind wir schnell bei Kosten, die nicht dafür stehen, dass wir den Radweg unten durch legen“, sagte er. Vorgesehen sei eine Mittelinsel als Querungshilfe direkt am Sportzentrum. Martina Unverdorben (FWG) brachte eine Fußgänger-Ampel ins Spiel. „Wenn man bedenkt, wie viele Lastwagen da durchschießen, wäre das sinnvoll“, argumentierte sie.

Das Landratsamt, versprach der Mitarbeiter, werde die Ampel-Option prüfen, ebenso wie die Installation von Straßenlaternen entlang der Strecke, die parallel zu den Gleisen verläuft. Die Behörden koordiniert das Radwege-Projekt ganzheitlich.

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