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Raketen neben St. Laurentius sind offiziell verboten. Grundsätzlich gilt das für das Umfeld aller Kirchen. In der Regel – wie unser aktuelles Bild beweist – wird aber auch in der Bannmeile kräftig geschossen.

Silvesterfeier 

Marktplatz ist für Feuerwerk tabu

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Es krachte, zischte, knallte. Fröhlich zündeten die Holzkirchner ihr Neujahrs-Feuerwerk am Marktplatz – obwohl das offiziell verboten ist. Nur wusste das niemand, bis dem Burschenverein jetzt kurzfristig ein Feuerwerk zur Silvester-Party verboten wurde. Der Grund: die benachbarte Kirche.

Das Profi-Feuerwerk sollte ein Höhepunkt der großen Silvestersause auf dem Marktplatz werden. Doch dieser Programmpunkt zündete nicht. „Zwei Tage vorher kam der Anruf von der Gemeinde, dass das nicht möglich ist“, sagt Fabian Wagner, Vorsitzender des Burschenvereins Holzkirchen-Erlkam, der die Party auf die Beine stellte (wir berichteten). Man sparte sich damit zwar den teuren Profi. „Trotzdem hat uns die kurzfristige Absage schon verwundert“, sagt Wagner, „wir haben unsere Anträge ja schon viele Wochen zuvor gestellt.“

Das bestätigt ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Rathaus. „Wir wussten, dass ein Feuerwerk geplant ist“, sagte der Sprecher auf Anfrage; die Brisanz, dass es sich hierbei offiziell um etwas Verbotenes handeln könnte, habe die Polizei auch gegenüber der Verwaltung signalisiert. „Aber diesen Hinweis haben wir nicht gleich an den Veranstalter weitergegeben“, räumt der Sprecher ein. Als die Burschen nichtsahnend mit dem Feuerwerk warben, wurde die Polizei hellhörig und hakte im Rathaus nach. Es folgte der Verbots-Anruf. „Wir haben den Burschen angeboten, das Feuerwerk in den Herdergarten zu verlegen“, sagt der Ordnungsamts-Sprecher, „darauf sind sie nicht eingegangen.“

Tatsächlich ist entscheidend, wo das Feuerwerk gezündet wird. Hier gibt Paragraf 23 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (SprengV) die Linie vor: „Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist verboten.“ Als „unmittelbare Nähe“ gilt die Entfernung, die der doppelten Höhe des Kirchturms entspricht. Das Abbrennen von Feuerwerk ist am Marktplatz also generell verboten. „Das Verbot ist sicher nicht mehr ganz praxisfest“, sagt der Ordnungsamts-Sprecher, „aber es greift natürlich, wenn ein offizieller Antrag vorliegt.“

Ob sich alle Privatleute in der Silvesternacht daran halten, das lasse sich kaum kontrollieren, sagt Bettina Asanger, Vize-Chefin der Holzkirchner Polizei: „Die meisten werden das gar nicht wissen.“ Unklar ist, ob die Kirche als Gebäude oder als Ort der Besinnung von der SprengV geschützt wird. „Vielleicht ist diese Verordnung nicht mehr auf der Höhe der Zeit“, sagt Asanger, „aber es gibt sie.“

Dass die Gesetzeshüter in diesem Jahr bei den großen Silvesterfeiern genau hingeschaut haben, ist kein Zufall, wie Asanger einräumt: „Nach dem Anschlag in Berlin wurden alle großen Feiern noch einmal genau durchleuchtet.“ Infolgedessen wurde in Holzkirchen auch festgelegt, dass sich im Partybereich auf dem Marktplatz zu keiner Zeit mehr als 1000 Personen aufhalten durften. „Dafür hat der Veranstalter Sorge zu tragen.“

Abgesehen von Silvester erlaubt das Holzkirchner Rathaus grundsätzlich keine privaten Feuerwerke. Ausnahmen sind große Feste (Sommerzauber, Kartoffelfest). Trotzdem sind immer wieder Feuerwerke zu sehen und zu hören, etwa in Hartpenning. „Da gibt’s auch Beschwerden“, sagt der Ordnungsamts-Sprecher. Doch wenn etwa eine Hochzeitsgesellschaft einen Profi-Feuerwerker engagiere, seien dem Rathaus die Hände gebunden. „Die haben beruflicherseits die Erlaubnis“, sagt der Sprecher, „und die wissen, was sie dürfen.“ Er geht davon aus, dass der von den Burschen bestellte Profi vor Ort erkannt hätte, dass ein Feuerwerk nah an der Kirche unmöglich ist. Denn die SprengV gilt auch für Profis.

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