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Auf sie mit Gebrüll: Am Faschingssonntag nehmen die Wikinger vom Faschingsverein De Damischen den Marktplatz ein.

Der stärkste Seeräuber wird gesucht

Marktplatzfasching 2018: Die Wikinger kommen!

Am Faschingssonntag fallen in Holzkirchen die Wikinger ein. Hinter den wilden Bärten verstecken sich die Narren vom Faschingsverein De Damischen. Auf eine Tradition wird aber verzichtet.

HolzkirchenBrandschatzen, plündern, kämpfen – das Anforderungsprofil an einen Wikinger liest sich brutal und erbarmungslos. Die groben Schwerter und furchteinflößenden, bärtigen Gesichter runden das Bild ab und machen klar: mit uns ist nicht zu spaßen. Müssen sich die Holzkirchner also Sorgen machen, wenn am zweiten Sonntag im Februar eine Meute Wikinger in die Marktgemeinde einfällt?

Ganz und gar nicht. Die skandinavischen Seefahrer, die am Faschingssonntag (11. Februar) den Marktplatz einnehmen, kommen in Frieden und mit ihnen ist definitiv zu spaßen. In den Kostümen stecken nämlich die Narren vom örtlichen Faschingsverein De Damischen. Und die haben für den Marktplatzfasching 2018 das Motto „Wikinger – D’ Holzkirchner hokan hörndl auf“ ausgerufen.

Anders als die echten Seeräuber, die im Frühmittelalter Angst und Schrecken auf den Weltmeeren verbreitet haben, beschränken sich die Holzkirchner Faschings-Wikinger auf ihre eigentliche Kernkompetenz: ausgelassen feiern statt ausgiebig plündern. Und bewaffnet sind sie auch nicht mit Äxten oder Schwertern, sondern höchstens mit einer Flasche Bier.

„Da muss keiner Angst haben“, sagt Andreas Pohl, der Zweite Vorsitzende des Vereins. „Bei Wiki und den starken Männern gab’s ja auch nette Wikinger. Und wenn der Schreckliche Sven auftaucht, dann haben wir den schon im Griff.“ Während vor zwei Jahren Marylin Monroe, Dick und Doof und jede Menge andere Prominenz aus Film und Fernsehen unter dem Motto „Holzywood“ im Ortskern feierten, geht die Reise in Sachen Verkleidung nun also ein paar Jahrhunderte zurück. „Die Wikinger schwelen schon seit Jahren als Motto, mussten aber immer etwas Aktuellem weichen“, erklärt Pohl. „Aber dieses Jahr war es eine g’made Wiesen.“ Die Wikinger-Befürworter hatten für die Mitgliederversammlung am 11.11 eine „überzeugende“ Präsentation vorbereitet. Das Thema „indische Hochzeit“ hatte da schnell das Nachsehen gegen die wilden Seeräuber aus dem hohen Norden.

Doch wer sich jetzt schon darauf freut, dass sich die Damsichen-Wikinger auf einem hölzernen Drachenboot durch Holzkirchen ziehen lassen, der wird enttäuscht. Anders als in den Vorjahren gibt es heuer keinen motorisierten Umzug. Die Zeit zum Vorberieten sei zu knapp, erklärt Pohl: „Wir landen am Bahnhof und nehmen dann zu Fuß den Marktplatz ein.“ Dort stehen im Laufe des Tages dann einige Wettkämpfe an, in denen der stärkste Wikinger auserkoren werden soll. Wie der Mannsbilder-Wettstreit genau ablaufen soll, verrät Pohl noch nicht. „Damit keiner trainieren kann“, sagt er. „Aber wir werden uns wieder was dem mottogetreu einfallen lassen.“

Gefeiert wird bei den Damischen freilich nicht ausschließlich zum Spaß. Wie in jedem Jahr geht der Erlös des Faschingstreibens an wohltätige Organisationen. Heuer spendeten sie zweimal exakt 1111 Euro an den Verein Holzkirchen Hilft. Das Geld kommt Kindern und Jugendlichen zugute, die in der Regel keine großen Hoffnungen auf Geschenke unterm Christbaum haben dürfen.

Und wer weiß, vielleicht kommen in diesem Jahr ja sogar noch mehr Spendengelder zusammen. Denn wenn Wikinger für eines bekannt sind, dann dafür, dass sie ordentlich Beute machen.

Neuer alter Vorstand

Traditionell trafen sich De Damischen am 11.11. um den Fasching einzuleiten. Neben dem Faschingsmotto wurde dabei auch der Vorstand gewählt. Die 152 Vereinsmitglieder entschieden sich für die „alte“ Führungsriege. Für die kommenden drei Jahre bilden den Vorstand der Damischen wie gehabt: Josef Sappl jun. (Erster Vorsitzender), Andreas Pohl (Zweiter Vorsitzender), Günter Wachsmann (Kassier) und Thomas Grassinger (Schriftführer).

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